Literatur-Nachrichten

Monique Schwitter gewinnt Schweizer Buchpreis 2015

Monique Schwitter hat für ihren Roman "Eins im Andern" (Literaturverlag Droschl) den mit 30.000 Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2015 erhalten. Die Jury würdigte das Buch als "facettenreiche Darstellung einer Liebesbiografie – kräftig, humorvoll und nachdenklich".

Die Preisverleihung fand am 8. November im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel statt. Die Laudatorin Susanna Petrin sagte im Theater Basel über "Eins im Andern": "Es klopft. Lang lang kurz kurz / kurz / kurz kurz /lang. Es klopft – vom Dachboden oder von unter der Schädeldecke her – und die Ich-Erzählerin weiss weder, woher das Morse-Geräusch kommt, noch, was oder wer sich da Gehör verschaffen möchte. Es klopft auch, als die 40-Jährige den Namen ihrer ersten Liebe googelt. Petrus. So erfährt sie von seinem Tod. Er ist vor einigen Jahren aus dem Fenster eines Hochhauses gesprungen. Als er starb, war die Erzählerin schwanger. Der Schrecken setzt Erinnerungen frei. An Petrus, und alsbald an all die Lieben, die auf ihn folgten. Langjährige Beziehungen, heftige Affären, platonische Flirts. Andreas, Jakob, Johannes; Thomas, Nathanael, Philipp. Am Ende sind es 12 Namen, 12 Apostel, 12 Geschichten, 12 Kapitel. Jedes könnte eine reichhaltige Kurzgeschichte für sich sein. Die Autorin verwebt sie zu einem noch dichteren Romangeflecht, in dem die Zeiten, die Geliebten und die Motive in alle Richtungen verweisen. Eins im Andern. (...). Mit einem Todesfall beginnt Schwitters Liebesreigen, der Tod bleibt in jeder Geschichte präsent. Ihm hält die Autorin die Intensität von Begegnungen, Freundschaften, Liebschaften, Schmerz, Begehren und Sex entgegen. Denn das ist, was jede Liebeserfahrung ausmacht: Ihre Lebendigkeit. Und das ist es, was beim Lesen dieses Romans so glücklich macht: Er ist so lustig und traurig, so nachdenklich und verrückt zugleich. Im Morsecode unterscheidet Lieben sich von Leben nur um zwei Punkte."

Damit setzte sich Schwitter gegen die weiteren Nominierten durch: Martin R. Dean mit "Verbeugung vor Spiegeln" (Jung und Jung Verlag), Dana Grigorcea mit "Das primäre Gefühl der
Schuldlosigkeit" (Dörlemann Verlag), Meral Kureyshi mit "Elefanten im Garten" (Limmat Verlag) sowie Ruth Schweikert mit "Wie wir älter werden" (S. Fischer Verlag). Diese erhalten jeweils 2.500 Schweizer Franken. Insgesamt wurden für den Schweizer Buchpreis 2015 90 Titel eingereicht.

Der Jury zum Schweizer Buchpreis 2015 gehörten an: Urs Bugmann (Literaturkritiker, neu), Corina Caduff (Kultur- und Literaturwissenschaftlerin, Professorin an der Zürcher Hochschule der Künste und Jury-Sprecherin), Susanne Jäggi (Buchhändlerin und Eigentümerin Buchhandlung Librium, Baden, neu), Susanna Petrin (Kulturredaktorin bei der "BZ Basel") und Heinrich Vogler (Literaturredaktor Schweizer Radio und Fernsehen SRF).

Der Schweizer Buchpreis wird vom Verein LiteraturBasel und vom Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV ausgerichtet.

Monique Schwitter stand mit "Eins im Andern" in diesem Jahr auch auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

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