Literatur-Nachrichten

Jessica Lind, Theresia Töglhofer, Andra Schwarz und Philip Krömer prämiert

Die beiden Österreicherinnen Jessica Lind und Theresia Töglhofer sowie Andra Schwarz (Leipzig) und taz-Publikumspreisträger Philip Krömer (Erlangen) sind die Gewinner des open mike 2015. Das Finale des Internationalen Wettbewerbs junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik fand am vergangenen Wochenende in Berlin statt.

Die Gewinner sind laut Mitteilung auf openmikeblog.de (nach Kategorien):

Prosa:

  • Jessica Lind (Wien): "Mama". In der Laudatio von Jan Brandt heißt es: "Eine einfache und doch existenzielle Geschichte, in einer einfachen, klaren Sprache, die Sicherheit verheißt – und dann, plötzlich, in ganz feinen Nuancen bricht das Unheimliche in diese vermeintlich geordnete Welt hinein. In einer der Figuren tut sich ein Abgrund auf, aus dem es zu uns herausleuchtet. Ein magischer Realismus, der bald zum manischen Realismus wird und eine geisterhafte, aber verbindliche Imagination schafft. Eine Frau bekommt ein Kind – und alles ändert sich, das Verhältnis zu sich und den anderen, zum Leben selbst. Selten ist der Schock, Mutter zu werden, so ungewöhnlich und subtil beschrieben worden wie in Jessica Linds Erzählung 'Mama'."

    Jessica Lind wurde 1988 in St. Pölten geboren. Mittlerweile lebt sie in Wien, wo sie als selbständige Drehbuchautorin und dramaturgische Beraterin arbeitet. Nebenbei studiert sie an der Filmakademie Wien Drehbuch & Dramaturgie im Masterstudium.
  • Theresia Töglhofer (Graz/Berlin): "Das pure Leben". In ihrer Laudatio sagt Terézia Mora: "Der eine Prosapreis geht an einen sehr gegenwärtigen Text, der es schafft, über das Heute zu erzählen, ohne sich an die Tagesaktualität oder an eine Trendigkeit anzubiedern. Der jung ist, nicht pubertär. Der sich einer genauen und verbindlichen Sprache bedient, mit der er eine hohe Spannung erzeugt. Der uns mit dem ebenso traurigen wie befreienden Gedanken versorgt, dass es kein Leben ohne 'vielleicht" gibt."

    Theresia Töglhofer wurde am 22. Februar 1985 in Graz geboren. Studium der Geschichte und der Internationalen Beziehungen in Graz und Paris, es folgten weitere berufliche Stationen in Belgrad, Brüssel, Wien und Berlin, wo sie seit 2011 lebt. Seit Oktober 2015 ist sie Lektorin des Österreichischen Austauschdienstes an der Universität Osijek, Kroatien.

Lyrik:

  • Andra Schwarz (Leipzig): "Gedichte". Laudator Klaus Merz sagt: "Den open-mike-Lyrikpreis vergeben wir für Gedichte, eigentlich einen Gedichte-Zyklus, der in überzeugender, dichter und eigenständiger Sprache den Wesen und dem Wesen eines Landstriches nachspürt – seinen Grenzen und seiner Ganzheit."

    Andra Schwarz wurde 1982 in der Oberlausitz nahe der polnischen Grenze geboren und lebt heute in Leipzig. Seit Oktober 2013 studiert sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

taz-Publikumspreis:

  • Philip Krömer (Erlangen): "der eine der andere"

    Der Autor, 1988 in Amberg geboren, studiert in Erlangen Germanistik, ist Mitgründer und Verleger des homunculus verlags sowie Herausgeber der Literaturzeitschrift "Seitenstechen". Er hat in Zeitschriften veröffentlicht und arbeitet an seinem ersten Roman.

Die rund 20 Finalisten hatten im Rahmen des open mike-Finales (6. bis 8. November) im Heimathafen Neukölln in Berlin in öffentlichen Lesungen ihre Texte präsentiert. Über die Gewinner entschied, bis auf den taz-Publikumspreis, eine Jury. Der Jury gehörten in diesem Jahr an: Jan Brandt, Klaus Merz und Terézia Mora.

Lesereise der Preisträger

Am 11. November gehen die Gewinner des open mike auf eine Lesereise − präsentieren ihre prämierten Texte und sprechen über ihre Wettbewerbserfahrung.

Zum Preis

Der open mike – Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik ist ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation. In Kooperation mit dem Heimathafen Neukölln und dem Allitera Verlag (dort erscheint am 9. November auch die Anthologie mit den Finaltexten). Er wird seit 1993 jährlich ausgeschrieben und hat sich seitdem zum wichtigsten Literatur-Nachwuchswettbewerb im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Für die Preisträger steht eine Gewinnsumme von insgesamt 7.500 Euro zur Verfügung.

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