Literatur-Nachrichten

Mit Promis auf der Piste

Könige gucken im Pulverschnee: In den alpinen Nobeldörfern Österreichs und der Schweiz wird das Sehen und Gesehenwerden zur schönsten Nebensache.

lle Winter wieder berichtet die Regenbogenpresse vom eitlen Aufgalopp im Schnee. TV-Sternchen, Hollywood-Schauspieler und sogar gekrönte Häupter geben sich ein Stelldichein in den ewig gleichen Hotspots: St. Moritz, Gstaad, Kitzbühel und Lech am Arlberg. Gar lustig schaut’s aus, auf diesen bunten Bildern – dass man sich in stiller Stunde schon mal fragt: Ja, darf denn da auch unsereins hin? Gstaad Die fünf Euro sind gut angelegt. Okay, der Cappuccino dürfte etwas kräftiger sein, aber dafür können wir in aller Ruhe russische Milliardäre und ihre jungen blonden Frauen bestaunen. Derart üppig hüllen sich die Damen in Zobel, Fuchs und Wolf, dass die prachtvolle Halle des Hotel Palace ausschaut wie ein Friedhof der Kuscheltiere. Wer keine Pelzallergie hat, kann hier Stunden ausharren. Das Palace, das mit seinen weißen Türmen wie das Schloss der Eiskönigin über Gstaad thront, ist der coolste Treff der Reichen und mehr oder weniger Schönen. Manchmal huscht auch ein bekanntes Gesicht vorbei, das dann Jil Sander, Joan Collins oder Prinz Albert gehört. Im „Gringo“, der Hotel-Disco, trifft man mit etwas Glück Supermodel Naomi Campbell. Doch Vorsicht: Nicht zu plump zum Klammerblues auffordern, die Dame ist nämlich als Zicke verschrieen. Übrigens: Skilaufen kann man in Gstaad natürlich auch. Bei Neuschnee ist der Wasserngrat unschlagbar. Carver finden zwischen Saanersloch und St. Stephan geniale Pisten vor. Lech Mette-Marit mit Pudelmütze, Maxima ganz neckisch bei der Schneeballschlacht: Willkommen im Hotel Post im österreichischen Lech. Das norwegische und das niederländische Königshaus residieren traditionell in der urigen Nobel-Herberge. Beide Familien lieben es unkompliziert. Die Hotelbar bleibt für jedermann zugänglich, und ein Bier kostet weniger als fünf Euro. Noch netter: mit Königs essen gehen. Besonders die Holländer schmausen gern deftig. Thronfolger Willem-Alexander, nicht von ungefähr genannt Prinz Pilsje, und seine königliche Mama Beatrix sprechen bevorzugt den Käseknödeln im gemütlichen „Hus Nr. 8“ zu, nur ein Paar Schritte vom Hotel Post entfernt. Die Alpen-Boller sind wahrlich nahrhaft und kosten nicht wirklich die Welt (9 Euro). Und die neu hinzugewonnenen Kalorien können dann auf der Madloch-Abfahrt abgebaut werden – bei 1000 Metern Höhenunterschied zwischen Lech und Zürs. Kitzbühel Herrgottsecken und karierte Tischdecken, Obstler und Ente mit Klößen: In „Kitz“ pflegt man eher den rustikalen Charme. Was dem Stelldichein von Stars und Sternchen aber keinen Abbruch tut. Höchste Promi-Dichte herrscht beim Hahnenkammrennen im Januar. Boris Becker, Heiner Lauterbach, Uschi Glas und die halbe deutsche Fußball-Bundesliga tummeln sich dann in „Münchens feinstem Ski-Vorort“. Beim Rennen stärken sich die VIPs im „Sonnbühel“ – bei Schweinswürstl mit Kartoffelsalat. Beim Après-Ski kommt niemand am „Stamperl“ vorbei, und Lothar Matthäus sowieso nicht. Aktivitäten für Skimuffel: Eisstockschießen auf dem Gieringer Weiher oder Rodeln auf der beleuchteten Bahn am Gaisberg. St. Moritz Die Superlative im Schnee: St. Moritz, das Dorf mit dem Flair einer Weltstadt. Glamouröser geht’s wirklich nicht. Die beste Einstimmung auf die „Snowciety“: Fünf-Uhr-Tee im Foyer des Hotel Badrutt’s Palace, dem Wohnzimmer von St. Moritz. Dort trägt sogar jeder Hund Nerzmäntelchen, derweil sich Herrchen und Frauchen streng an ihre Kaviar-Champagner-Diät halten. Die Mischung macht’s, denn irgendwann taucht hier jeder auf. Die Flicks und die Oetkers, Hugh Grant, George Clooney und sogar Rapper Eminem. Im Palace zu finden ist auch der berühmt-berüchtigte „King’s Club“. Während der Woche ist Eintritt frei. Allerdings kostet schon ein Mineralwasser 20 Euro. Einen hohen Star- und Flirtfaktor gibt’s auch im Restaurant „Casa Veglia“ in St. Moritz-Dorf. Nachteil: Die Pizza kostet 24 Euro. Schon günstiger speist man im „Steinbock“ in der Via Serlas. Hausgemachte Pasta, kräftige Engadiner Küche, Hauptgerichte um 17 Euro. Beste Adresse für den Einkehrschwung: die „Alpina Hütte“ auf 2700 Meter. Die längste Schneebar der Alpen mit dem Traumpanorama der Bernina-Kette macht locker und aufgeschlossen. Vielleicht lässt sich ja Robbie Williams auf ein Glas Champagner (10 Euro) einladen. reisetipps Wo VIPs schlafen Gstaad: Hotel Palace, Tel. 0041/ 337485000, DZ ab 395,– €. Lech: Hotel Post, Tel. 0043/558322060, HP ab 350,– €. Kitzbühel: Hotel Zur Tenne, Tel. 0043/ 535664444, DZ ab 262,– €. St. Moritz: Kempinski Grand Hotel des Bains, Tel. 0041/818383838, DZ/HP ab 271,– €. Wo es auch nett ist (und preiswerter…) Gstaad: Hotel Bären, Gsteig bei Gsaad, Tel. 0041/337551033, Ü/F 38,– € pro Person. Lech: Haus Tyrol, Tel. 0043/55832705, Ü/F ab 35,– € pro Person. Kitzbühel: Landhotel Vordergrub, Tel. 0043/535662306, Ü/F ab 60,– € pro Person. St. Moritz: Hotel Sonne, Tel. 0041/ 818330363, DZ/F ab 100,– €.

Hans Schloemer

Titel

  1. Der große Falk Skiatlas Alpen 2006
    • VerlagFalk
    • ISBN 3827904110

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  2. Winterberge - das etwas andere Wander- & Tourenbuch
    • VerlagBLV
    • ISBN 3405168503

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  3. Ich trainiere Skilanglauf
    • VerlagMeyer & Meyer
    • ISBN 3898990532

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  4. Leichte Schneeschuhtouren zwischen Allgäuer und Kitzbüheler Alpen
    • VerlagBruckmann
    • ISBN 3765442674

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  5. ADAC Ski & Snowboard 2006
    • VerlagADAC
    • ISBN 3899052552

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  6. Easy Riding - Snowboard Freestyle Book
    • VerlagTropen
    • ISBN 3932170784

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