Spannung / Wortwechsel

Jennerweins Himmelfahrt

Ein verschwundener Heißluftballon und ein Ermittler auf Abwegen: Der achte Alpenkrimi führt Kommissar Jennerwein in luftige Höhen – wo es auch Autor Jörg Maurer gelegentlich schwindelt.

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Schwindelfrei ist nur der Tod

Herr Maurer, Ihr neuer Roman heißt – schön doppeldeutig – „Schwindelfrei ist nur der Tod“. Tatsächlich wird nicht nur einigen Passagieren bei einer Heißluftballonfahrt ganz blümerant zumute, es wird auch wieder ordentlich betrogen und belogen. Was bringt Sie selbst im Alltag zum ­Taumeln – und zum Schwindeln?
Eigentlich nur große Höhen. Bergsteigen, Ballonfahrten und Bungee-Jumping. Ich bin „Pseudo­logoakrophobiker“: Ab einer gewissen Höhe beginne ich zu schwindeln. Bei 1 000 Metern sind schon die Hälfte meiner Antworten unwahr, ab 1 500 Metern schwindle ich, dass sich die Balken biegen. Und ab 2 000 Metern kann ich eigentlich nur noch Romane schreiben.

Im Rahmen seines neuen Falls muss Hubertus Jennerwein aus luftiger Höhe ermitteln. Dabei hat er gerade alle Hände voll zu tun, ein dunkles Familiengeheimnis zu bewahren …
… das ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten kann. Nur so viel: Eine Vertauschung Jennerweins als Baby mit dem Spross eines alten Adels­geschlechts, eine unglückliche Kindheit des Kriminalhauptkommissars allein im Wald unter wilden Tieren, eine Verwandtschaft mit Donald Trump – das alles ist es nicht.

Als Kabarettist lesen Sie Ihre Bücher auch selbst ein. Was ist die größere Herausforderung: die Arbeit am Schreibtisch oder im Tonstudio?
Eindeutig im Tonstudio. Manchmal versteht man da die eigenen Figuren erst richtig. In „Schwindelfrei ist nur der Tod“ schildere ich einen Bankraub; bei der Aufnahme habe ich einen der Gangster mit einer hellen Quäkstimme gesprochen. Das hat gut zu diesem fiesen Typen namens Mayr gepasst. Erst am Schluss der Aufnahme habe ich bemerkt, dass es im Text heißt: „‚Ja, ich habe die Tat begangen‘, sagte Mayr mit seiner volldröhnenden, wuchtigen Stimme.“

Wer Sie für eine Autorenlesung bucht, bekommt eine ausgefeilte Bühnen­performance. Auch als Schriftsteller können Sie nicht aus Ihrer kabarettistischen Haut, oder?
Nein, kann ich nicht. Will ich auch nicht. (Mach ich auch nicht.)

Interview: Alice Werner

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