Kunst & Leben / Im Profil

Leben in zwei Welten

In der Schule geschätzt und gefördert, zu Hause misshandelt und missachtet: Yosef Şimşek erzählt in seiner berührenden Autobiografie von seiner schwierigen Kindheit zwischen zwei Kulturen und seinem Ringen um Glück und Selbstbestimmung. 

Jetzt bestellen
Im falschen Paradies

Yosef Simsek ist erst 25 Jahre alt, aber er hat schon viel erlebt. Sein Lieblingssatz im Deutschen ist "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Ein Grundsatz, der für ihn lange nur ein Traum war. In "Das falsche Paradies" erzählt der junge Mann mit türkisch-libanesischen Wurzeln die bewegende Geschichte seines Kampfes um ein selbstbestimmtes Leben. 1990 in der Nähe von Hamburg geboren, wächst Simsek in einer zehnköpfigen Großfamilie auf. Seine strengreligiösen Eltern sind beide Analphabeten, sein ältester Bruder heiratet mit nur 17 Jahren – eine 14-Jährige.

Von Anfang an lebt Simsek zwischen zwei Welten. Sein deutsches Umfeld, vor allem die Schule, empfindet er als sicheren Hafen. Nur dort kann er sich angstfrei bewegen, wird geschätzt und gefördert. Wenn er Probleme macht, findet er immer wieder Menschen, die ihm zur Seite stehen.

Zu Hause aber leidet er unter den Gewaltexzessen seines Vaters und seiner älteren Brüder, die den sensiblen und künstlerisch begabten Jungen als Schwuchtel beschimpfen und brutal erniedrigen. Je älter er wird, desto mehr gerät er in einen Konflikt zwischen seinen eigenen Wünschen und den traditionellen Vorstellungen seines Elternhauses. Ein Konflikt, der eskaliert, als Simsek seine geliebte Mutter vor einem Übergriff seines Vaters zu schützen versucht.

Yosef Simsek möchte seine Autobiografie als wahre Geschichte eines Menschen verstanden wissen, der zwischen zwei Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, seinen Weg ins Leben finden muss – und findet. Es ist auch die Geschichte einer mutigen Mutter, die sich aus Liebe zu ­ihrem Sohn gegen archaische Traditionen auflehnt. Ein kraftvolles, lebensbejahendes Buch und ein Aufruf an alle, den eigenen Traum gegen alle ­Widerstände zu träumen und Wirklichkeit werden zu lassen.

Hannah Beil

Kommentar schreiben

Wie in Foren üblich werden sexistische Äußerungen, persönliche Beleidigungen, Drohungen, Diskriminierungen, antisemitische und rassistische Aussagen und jede Art von strafbaren Äußerungen entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und in freundlichem Ton. Netiquette
Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

Ihr Kommentar

(E-Mail wird nicht veröffentlicht)

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination. TIPP: Zwischen Klein- und Großbuchstaben müssen Sie nicht unterscheiden.

* Pflichtfeld