Literatur-Nachrichten

Wunschzettelwirtschaft. Im Weihnachtswunderkerzenschein

Von Gerhard Benigni

Jingle Bells. Jingle Bells. Es ist ein Elch entsprungen. Macht hoch die Tür. Die Tor macht weit. Türilürilürilü. Vor der Tür. Genau da. Da steht es wieder mal. Weihnachten. Hinter der Tür. Hektik. Stress pur. Marianne rotiert. Wie jedes Jahr. An Weihnachten. Außer sich. Die Marianne. Keine innere Einkehr. Außen. Auf der Tür. Ein Engel. Ein blonder. Mit lockigem Haar. Selbst gebastelt. Von Noah. Schön. Ist was anderes. Überhaupt. Weihnachten. Bei den Eichmann-Prambergers. Alle Jahre wieder. Eine schöne Bescherung.

Stets sehr besinnlich. Mehr oder weniger. Eher von Sinnen. Schon am Vortag. Vorfreude. Aufs Vorglühen. Bei Norbert. Lecker Likörfläschchen. Doch zuerst. Aufstellen. Den Baum. Putzen. Ist nicht Seins. Aufputzen schon. Ganz alleine. Am Ende. Mit sich zu zweit. Bis er nur noch Weihnachtssterne sieht. Ho, ho, ho. Ansonsten. Der Norbert. Weihnachtszuwendung. Die erwartet er sich. Nicht emotional. Von Marianne. Vielmehr finanziell. Von Tante Melitta. Schmerzensgeld. Sagt Norbert. Redlich verdient. Das restliche Jahr über. Die vielen Besuche. Die nervigen. Selbst an Weihnachten. Keine rechte Freude. Bei Norbert. Ihre Anwesenheit. Entbehrlich. Lieber Lametta als Melitta. Meint Norbert.

Tante Melitta. Inzwischen konvertierungserprobt. Mit Wachtturm-Abo. Frei Haus. Sie überlegt. Erneut konvertieren. Diesmal zu den Adventisten. Die mit den sieben Tagen. Wobei. Wenn. Dann schon ganzjährig. Nicht nur im Advent. Die Zeugen. Die schenken sich nichts. Das erweckt keine Freude. Bei Tante Melitta. Die Familie beglücken. Mit ihren Geschenken. Das muss schon sein. Da ist sie sich einig. Die Tante Melitta. Mit sich selbst. Und wieder mal typisch. Aufgeputzter als der Christbaum. Die Tante Melitta. Sie glänzt. Und funkelt. Gestern. Da war sie noch am Nadeln. Das letzte Paar. Ihr Geschenk. Für alle. Dicke Wollsocken. Gefüllt mit Kohle. Das Geld. Absolut brauchbar. Hingegen. Norberts Lieblingssatz. Wann macht sie sich endlich auf die Socken. Völlig fehlinterpretiert. Von Tante Melitta.

Kevin. Er hat ein „Stille Nacht“-Trauma. Früher. Am Heiligen Abend. Tante Hedwig. Die Großcousine seiner Mutter. Seiner leiblichen Mutter. Ein Stimmwunder. Ein altsopraner Bassbariton. „Stille Nacht“. Alle Strophen. Mehrstimmig. Sie alleine. Mit sich selbst. Im Kanon. Asynchron. Der Tenor der Familie. Ohren zu. Und durch. Dieses Mal ganz sicher. Last Christmas. Mit Tante Hedwig. Doch erst ihr Tod. Der Tod von Kevins Mutter. Der brachte die Erlösung. Seither. Kaum noch Kontakt. Der Kevin. Zu Tante Hedwig. Gesanglich. Sicher kein Verlust. Sagt Kevin. Auch sonst nicht. Tante Hedwig. Die Knausrigkeit in Person. Das Trauma. Das ist ihm geblieben. Stille Nacht. Wortwörtlich. Das ist es. Was er sich wünscht. Der Kevin.

Die Ültje. Türkische Muslimin. Immer noch. Und immer noch zusammen. Mit Kevin. Allerdings. Weihnachten. Auf Türkisch. Noel. Im Hause Yildiz. Das Weihnachtsfest. Erst am Neujahrstag. Ist so. Bei den Türken. Kevin will warten. Wenn schon feiern. Dann mit Ültje. Gemeinsam. Übrigens. Yildiz. Zu Deutsch Stern. Somit Noel Yildiz. Das perfekte Geschenk. Von Kevin. Für Schwiegermama Aishe in spe. Ganz abgesehen davon. Egal ob 24. Dezember. Oder 1. Jänner. Ültje findet. Viel zu rassistisch. Dieser Wunsch von vielen. Nach weißen Weihnachten.

Noah. Heuer erstmals Krippenspiel. Er darf den Esel geben. Besser gesagt. Er muss. Textlich nicht so anspruchsvoll. Hat sie gemeint. Die Lehrerin. Denn. Nicht die hellste Kerze. Am Weihnachtsbaum. Der Noah. Und beim Merken. Eher mau. Iah. Das sollte er hinbekommen. Auch dreimal hintereinander. Somit Esel. Nicht nur seine Ohren. Ganz geknickt war er. Der Noah. Niemand wollte tauschen mit ihm. Bis auf den Ochsen. Das wollte er nicht. Daher Esel. Möhri Christmas. Aus Frust. Der Wunschzettel. Von Noah. Ein Endlospapier. Die reinste Verschwendung. Ohnehin unleistbar. Das meiste. Von wegen. Das Geld. Es muss in die Wirtschaft. Verfluchte Wunschzettelwirtschaft. Papier ist geduldig. Sagt Norbert. Mit einer Eselsgeduld. Seine Betreuerin. Beim AMS. Verliert sie hingegen. Langsam. Aber sicher.

Ellen. Stille Zeit. Immer noch. Zwischen ihr. Und Marianne. Auch sonst. Alles ruhig. Keinerlei Stress. Die Ellen. An Weihnachten. Längst alles erledigt. Schon im Juni. Weihnachten heuer. Wie immer. Exklusiv. Sie und ihr Mann. Osterinsel. Ein Eiland. Versteckte Sandstrände. Palmen statt Tannen. Yappadappadu. Rapa Nui. Drei Wochen. Bis Dreikönig. Rechtsanwaltsgattinnenschicksal. Marianne frisst er. Der Neid. Fünf Sterne. Ihr Hotel. Oder mehr. Dekadentes Pack. Sagt Marianne. Ein Stern. Reicht völlig aus. Über Betlehem. Sowieso nur scheinheilig. Dieses Flittchen. Das restliche Jahr. Daheim. Jede Menge Hausfreunde. Die Ellen. Auch auswärts. Viele kuschelige Plätzchen. Dumme Gans. Meint Marianne. Doch Weihnachtsbraten. Das war einmal. Vor Penny. Vor Schlecker. Vor Norbert.

Selina und Gerald. Streit an Weihnachten. Sicher nicht. Es war vorgestern. Von wegen. Weihnachtsfrieden. Geflogen sind sie. Nein. Nicht in den Urlaub. Die Fetzen. Aus. Schluss. Vorbei. Getrennte Wege. Wegen Selina. Der anderen Selina. Dieser Tussi. Aus dem Piercingstudio. Metallica. Sagen alle zu ihr. Gestochen scharf. Findet Gerald. Sie. Schon länger. Nicht erst seit vorgestern. Erwischt hat sie sie. Die Selina. Den Gerald. Mit der Selina. Im Studio. Beim Stechen. Selina stöhnte. Laut. Selina tobte. Noch lauter. Gerald nahm es gelassen. Denn. Sein Oberarmtattoo. Es behält Gültigkeit. Selina forever.

Idefix. Sein Stammbaum. Promenadenmischung. Halb Pekinese. Halb Pudel. An Weihnachten. Sein Stammbaum. Die Tanne. Heimische Nordmanntanne. Illegal. Unplombiert. Selbst geaxtet. Von Norbert. Nacht-und-Nebel-Aktion. Das kümmert ihn nicht. Den Idefix. Und was stört es die Tanne. Wenn Hunde sich an ihr erleichtern. Doch mittlerweile. Gut erzogen. Kein Beinheben mehr. Früher. Stets Überschwemmung. Aquaplaning unterm Christbaum. Am Fertigteilparkettboden. Im Niedrigenergiereihenhaus. Im ersten Jahr. Noch dazu. Urindurchnässte Weihnachtsgeschenke. Großes Malheur. Idefix. Ein Unschuldslamm. Mit Dackelblick. Gleich darauf. Erneut verpisst. Für den Rest. Vom Weihnachtsabend.

Marianne. Kekse backen. Rechtzeitig. Und dann dosieren. Damit er weich bleibt. Der Lebkuchen. Doch nicht bei Marianne. Von Anfang an. Steinhart. Die Dinger. Und die Vanillekipferln. Vollkommen unrund. Mehr eckig. Aber vor allem eklig. Meckert Norbert. Die meisten. An den Spitzen. Doppelt dunkel. Mit Schoko getarnt. Darunter verbrannt. Auch auf der dunklen Seite. Der Stollen. Eher Bergwerk. Als Backwerk. Und irgendwie zäh. Wie Stollwerk. Trotzdem. Die Marianne. Dabei. Mit Engelsgeduld. Ihre Kekse. Scherzen Kevin und Selina. Vom Härtegrad her. Eindeutig Erzengel. Doch. Die Kritik. Sie prallt ab. An Marianne. Sie kontert. Wer es besser kann. Der werfe den ersten Keks.

Alles in allem. Die Vorfreude. Sie ist getrübt. Wie Norberts Auge. Von gestern. Vom Aufputzen. Zu tief geschaut. In die Fläschchen. Alkoholreste und Restalkohol. Mittägliche Fortsetzung. Am Nachglühen. Der Norbert. Am Heiligen Abend. Er lamettiert dabei. Bisher. Jedes Jahr. Alle gemeinsam. Christmette. Heuer. Sagt Norbert. Entweder. Oder. Krippenspiel. Oder Mette. Sicher nicht beides. Als Atheist. Ohnehin nur ihr zuliebe. Der Marianne.

Doch Krippenspiel hin. Mette her. Eines ist sicher. Same procedure as every year. Der Weihnachtsabend. Bei den Eichmann-Prambergers. Er wird. Wie jedes Jahr. Ein unheiliger. Ihn gilt es. Schnell abzuhaken. Der nächste Tag. Christtag. Tags darauf. Stefani. Nach den Feiertagen. Geschenke umtauschen. Oder verchecken. Auf eBay. Danach. Restdezember. Kurzes Durchschnaufen. Bis Silvester. Ins neue Jahr. Getragen. Mit Fassung. Die guten Vorsätze. Als Nachsatz. Ungeeignet. Verkorkste Situation. Zum Jahreswechsel. Wie jedes Jahr. Raclette und Raketen. Das nächste Desaster. Es steht bevor. So steht es in Blei gegossen.

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