Junge Leser / Titelgeschichte

Rat der Neun - Gezeichnet
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© Reinaldo Coddou H.

Zwei gegen eine ganze Welt

Cyra und Akos, Nachkommen zweier verfeindeter Völker, ­kämpfen gemeinsam gegen das brutale Regime, das auf ihrem Planeten herrscht. Eine berührende Liebesgeschichte, verpackt in einen actionreichen Science-Fiction-Roman.

Die amerikanische Schriftstellerin Veronica Roth, 28 Jahre alt, Autorin der international erfolgreichen Bestsellertrilogie „Die Bestimmung“, mag Harry Potter und knuffig aussehende Tiere, sie liebt Regen, überhaupt die kalten Wintermonate, schaut gern Sitcoms und trinkt dabei Tee. Und sie schreibt unglaublich gern, schon seit ihrem zwölften Lebensjahr. Am liebsten möglichst dicke Science-Fiction-Romane, mit denen man viel Zeit verbringen kann und die in auf­regende Universen entführen. Ihre eigenen Lieblings­bücher schaffen genau das: „Ich betrachte sie mehr als Zuflucht denn als Zeitvertreib. Und ich fände es wunderschön, wenn ich in ‚Rat der Neun‘ diese Art von Welt erschaffen hätte.“

Für ihren neuen dystopischen Roman, Auftakt zu einem ungeheuer spannenden Zweiteiler, hat Veronica Roth tatsächlich eine ganze Galaxie erfunden. Dort herrscht mit den grausamen Mitteln eines Schreckensregimes der Hohe Rat der Neun. Im Zentrum des Sonnensystems steht der Planet Thuvhe, der von zwei verschiedenen Völkern bewohnt wird: den friedliebenden Thuvhesi und den wilden Shotet, die seit Langem darum kämpfen, als eigenständige Nation anerkannt zu werden. Einer von drei schicksalsgesegneten Familien auf Thuvhe ist es vorherbestimmt, den Planeten zu regieren. Jeder Bewohner von Thuvhe verfügt von Geburt an über eine individuelle Lebensgabe, die sich im Teenageralter entfaltet und seine Zukunft maßgeblich beeinflusst. Für die meisten ist diese Kraft ein Geschenk, doch die Gabe kann auch zerstörerisch und quälend wirken. So wie bei Cyra, der Schwester des tyrannischen Despoten Ryzek, der sein Volk der Shotet mit eisernem Willen regiert. Cyras Gabe ist chronischer Schmerz; diese Bürde muss sie zeitlebens tragen. Sie kann die Qualen aber auch auf andere übertragen. Damit ist die junge Frau im Besitz einer gefährlichen Waffe. Der Einzige, der ihr mit selbst zubereiteter Medizin Linderung verschaffen kann, ist der gleichaltrige Akos, ein Diener Ryzeks. Der Junge stammt aus einer bedeutenden Thuvhesi-Familie. Seine Mutter ist ein angesehenes Orakel, ihre Lebensgabe schenkt ihr Visionen der Zukunft. Auch Akos und sein älterer Bruder Eijeh verfügen über Gaben, die so einzigartig sind, dass Ryzek die Geschwister entführen und versklaven ließ. 

In dieser von Machtansprüchen, Intrigen und Fehden gebeutelten Gesellschaft treffen mit Cyra und Akos zwei leidende Seelen aufeinander, die gemeinsam, als Liebende, einen neuen Weg aus der herrschenden Brutalität finden können. „Gewalt ist eine Realität, mit der wir alle leben, aus diesem Grund fließt sie auch in meine Geschichten ein“, so die Autorin. „In ,Rat der Neun‘ habe ich besondere Sorgfalt darauf verwendet, die Nachwirkungen von Gewalt deutlich zu machen, also zu zeigen, wie sie sowohl diejenigen Menschen zerstört, die Gewalttaten begehen, als auch jene, die Opfer dieser ­Taten sind. In meinem Buch gibt es gewiss grausame Personen, und es geschehen Dinge, die schwer zu akzeptieren sind, aber die Welt selbst ist wie unsere: manchmal gut, manchmal schlecht, manchmal einfach nur seltsam.“ 

Und so empfinden und handeln Cyra und Akos vom Planeten Thuvhe meist ganz ähnlich wie ihre Altersgenossen vom Planeten Erde. Dass uns die Fantasy-Welt so außergewöhnlich erscheint, vertraut und unvertraut zugleich, hat auch mit dem Entstehungsprozess des Romans zu tun: „Ich war auf einer internationalen Tournee für mein Vorgängerbuch, als ich an ‚Rat der Neun‘ gearbeitet habe. Einige Szenen habe ich in Amsterdam geschrieben, andere in Polen und Deutschland. Meine Reiseerfahrungen haben sicher Einfluss auf das Universum gehabt, das ich im Roman erschaffen habe. Vor allem wollte ich zeigen, dass keine Kultur ein Monolith ist. In jeder gibt es Varianten, regionale Unterschiede, abweichende religiöse Auffassungen. Unsere Realität ist divers. Ich hoffe, ich habe das in der Geschichte klar gemacht!“

Alice Werner

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