Junge Leser / Leseprobe

Staub, Dreck, alles!

Die Mutter von Laura hat es genauso erwischt wie die Tante von Gerti. Wer sich einen der geheimnisvollen Staubsauger der Firma Gründlich kauft, droht zum schlimmen Putzteufel zu werden. Eine aberwitzige Geschichte, die Rektor Glauber seinen Schülerinnen anfangs gar nicht glauben will. 

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Der Ratz-Fatz-x-weg 23

Leseprobe

„1 000 Euro? Es gibt keinen Staubsauger, der 1 000 Euro kos­tet“, sagte Rektor Glauber am nächsten Tag, als Laura und Gerti in der großen Pause vor ihm auf dem Lügensofa saßen.

„Doch, den Ratz-Fatz!“, behauptete Laura.

Dieses kleine Biest ist doch tatsächlich die dreisteste Lügnerin aller Zeiten, dachte Rektor Glauber. „Liebe Laura“, sagte er, „selbst wenn es so wäre … Niemand ist so verrückt, einen Staubsauger für 1 000 Euro zu kaufen!“

„Doch, meine Mama.“

Gerti packte Laura am Arm. „Und du hast mir doch auch erzählt, dass dein Vater wegen dem Ratz-Fatz ganz schön wütend war, Laura, weißt du noch?“

Laura nickte. „Klar weiß ich das noch. Das wollte ich ja gerade erzählen.“ (...) 

„Wir müssen das Ding sofort zurückgeben“, sagte Herr Pittel. Er las den Kaufvertrag, den seine Frau unterschrieben hatte, und wurde blass. Dort stand nämlich: „Der Ratz-Fatz-x-weg 23 ist absolut perfekt und geht niemals kaputt! Umtausch oder Rückgabe sind daher ausgeschlossen. Viel Spaß mit Ihrem Hochleistungsgerät wünscht Ihnen Ihre Firma GRÜNDLICH!“ Herr Pittel warf den Vertrag wütend auf den Tisch und fuhr zurück zu seiner Bank. 

Laura, Robert und Frau Pittel packten den Ratz-Fatz-x-weg 23 zusammen aus. Es war der größte Staubsauger, den sie je gesehen hatten, aber dennoch wog er kaum etwas und ließ sich federleicht bewegen. Er sah aus wie das riesige Ei eines Dinosaurierroboters aus blitzendem Chrom, und aus dem spitzeren Ende des Eis kam ein langer Ziehharmonika­schlauch mit einem Saugrohr, an das sich fünf verschiedene Düsen befestigen ließen. Außerdem gab es ein paar weitere Spezial-Aufsätze: ein Propeller-Häckselmesser, einen wirbelnden Staubwedel, einen Heckenrasierer und eine kleine Kettensäge. 

„Was machen wir bloß mit dem Karton, der ist ja riesig“, seufzte Frau Pittel. 

„Der Ratz-Fatz-Karton ist mein Haus!“, krähte Robert. „Kann ich es im Garten aufstellen und drin wohnen?“ „Kommt nicht infrage, Schatz“, sagte Frau Pittel. „Wenn du damit im Garten spielst, machst du mir die Blumen kaputt.“

Robert Pittel war Weltmeister im Kaputtmachen. Seine Spielzeuge hielten nie länger als gerade mal einen Tag. Alle seine Hosen waren an den Knien durchgescheuert, auch die neuen. Und alle seine Haustiere waren spätestens nach einer Woche gestorben. Erst der Goldfisch, dann die Rennmaus, dann der Hamster. Seitdem erlaubten Herr und Frau Pittel keine Haustiere mehr.

„Aber ihr dürft den Karton nicht wegschmeißen“, sagte Robert. „Auf keinen Fall dürft ihr den wegschmeißen! Den kann ich echt noch gebrauchen!“ Also verstauten sie den Ratz-Fatz-Karton erst einmal im Schuppen.

In den nächsten Tagen probierte Frau Pittel den Ratz-Fatz-x-weg 23 aus und war absolut begeistert. Er hatte drei Tasten. Auf der ersten stand STAUB, auf der zweiten DRECK und auf der dritten ALLES.

Die ALLES-Taste war sehr praktisch. Als Laura am Sonntag beim Frühstück aus Versehen ihr Saftglas umstieß, schimpfte Frau Pittel überhaupt nicht, sondern holte den Ratz-Fatz und saugte den Saft in null Komma nichts weg.

Zwei Tage später kam Robert heulend aus der Schule, weil er Läuse auf dem Kopf hatte. In der 1b waren bei fast der Hälfte der Kinder Läuse entdeckt worden, und Frau Blume, die Klassenlehrerin, hatte gesagt, dass sie sich alle widerlich stinkendes Läusegift in die Haare schmieren müssten, sogar die, die gar keine Läuse hatten.

Frau Pittel lachte nur, holte den Ratz-Fatz und saugte Robert die ekeligen kleinen Krabbeldinger vom Kopf. Es ziepte ein bisschen und drei Sekunden später waren alle Läuse ratzfatz weg! Robert war so begeistert, dass er sofort seinen besten Freund Lars anrief und ihn zum Entlausen einlud. 

Doch das Tollste am Ratz-Fatz war die Teleskopdüse! Das Saugrohr war nämlich verstellbar und ließ sich mithilfe von zwei Druckknöpfen am Griff ausfahren oder einziehen wie ein Fernrohr.

Laura drückte den Verlängerungsknopf und das Rohr wurde länger … und länger … und NOCH länger. So konnte Frau Pittel einfach unten am Hang stehen bleiben und von dort aus die Blätter ganz oben auf der Straße wegsaugen. Und im Garten musste sie auch nicht mehr zwischen den Beeten herumstapfen, sondern stellte sich mit dem Ratz-Fatz einfach auf die Terrasse. Dann schoss die Teleskop­düse blitzschnell hervor, schnappte sich, FLUPP, ein Blatt und zog sich ebenso blitzschnell wieder zurück, wie eine superlange, klebrige Chamäleonzunge, die Fliegen fing. 

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