Junge Leser / Wortwechsel

"Ich wäre oft gern eine Katze"

Sie unterhält sich täglich mit ihrer Katze und weiß deshalb haargenau, was die Vierbeiner umtreibt: Mirjam Pressler erzählt in „Ich binʼs, Kitty“ von den Abenteuern eines ­Haustiers. Im Interview verrät sie, wie es dazu kam, und warum sich ein Katzenleben gar nicht so sehr von unserem unterscheidet. 

Ich bin's, Kitty. Aus dem Leben einer Katze
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© Rotraud Susanne Berner

Frau Pressler, Sie schreiben nicht nur Bücher, ­sondern arbeiten auch als Übersetzerin. Nun ist die Ich-Erzählerin Ihres neuen Kinderbuchs eine Katze – haben Sie mittlerweile auch Kätzisch gelernt? 
Ich habe nicht wirklich Kätzisch gelernt, obwohl ich mich mit meinen Katzen immer sehr gern unterhalten habe und mit meiner jetzigen jeden Abend vor dem Einschlafen ein zärtliches Gespräch führe. 

Wie kam es zu dieser Buchidee? 
Ich habe immer Katzen gehabt und habe jetzt eine inzwischen ältere Katze namens Mausi. Ja, ich wäre oft gern eine Katze gewesen – früher eine Streunerin, heute, in meinem Alter, lieber eine gemütliche Hauskatze.

Kittys eigentliches Leben beginnt ja mit einer Beinahe­katastrophe, sie ertrinkt als ­kleines Kätzchen fast in einem Teich. Dann findet sie bei der alten Emma ein neues Zuhause. Sie belassen es nicht bei dieser heilen Welt, warum? 
Kitty musste unbedingt auch noch erleben, dass es nicht immer so kommt, wie man es gern hätte, und dass man sich manchmal auch bemühen muss. Auch sonst braucht Kitty einige ihrer sieben Katzenleben, als Emma erst ins Krankenhaus und dann ins Altersheim kommt. Nun muss sie viele schwierige Situationen wie Angst, ­Einsamkeit, Hunger und Kälte meistern. Durch diese Erfahrungen wird sie ­reifer, mitfühlender, klüger.

Auf ihrer Odyssee trifft Kitty Streuner und Stromer. Flecki gibt ihr Unterricht im Mülltonnen-Plündern und Mäuse­jagen, der hinkende Bruno lehrt sie Sprünge mit dreifacher Umdrehung, die beiden pflegen Kitty nach einem Fuchs-Angriff. Was ist dabei die Botschaft an Ihre jungen Leser?
Freundschaft und Solidarität helfen beim Überleben, und das gilt nicht nur für Katzen.

Nicht lange, nachdem Kitty obdachlos geworden ist, kommen Katzen in die Stadt, die vor einem Bürgerkrieg geflohen sind. Kittys Freunde sind nicht erfreut über die Fremden und befürchten, dass die Mäuse knapp werden. Greifen Sie hier aktuelle politische Zustände auf?
Auch Katzen leben in unserer Welt, die nun mal nicht immer heil ist. Immer wieder werden Kitty Geschichten erzählt: von Liebe, Abenteuern und Wundern. Es gibt Geschichten, die man gar nicht oft genug erzählen kann, weil sie Erfahrungen und Erkenntnisse widerspiegeln und dabei helfen, Mut und Vertrauen nicht zu verlieren. Kittys Lebensmotto ist schlicht: „Satt gefuttert, leicht verschlafen, leben Katzen wie die Grafen.“ 

Was ist Ihr eigenes Lebensmotto? 
Du musst dich trauen, das zu verändern, was dir nicht passt, und zugleich das akzeptieren, was sich nicht ändern lässt. 

Interview: Marion Klötzer

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