Literatur-Nachrichten

"Herausragendes Engagement für Toleranz"

Ilija Trojanow erhält den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln 2018. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 25. November im Rahmen der Europäischen Literaturtage in Spitz an der Donau verliehen.

Das teilte der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) mit. "Ilija Trojanow kennt die Erfahrung der Flucht und des Fremdseins", so die Jury in ihrer Begründung. Er kenne die Situation des ausgegrenzt Seins und weiß um die Notwendigkeit, das Verbindende in der Welt und zwischen den Menschen herauszustreichen und zu fördern. Die Jury fährt fort: "Als Mittel dafür hat er die Literatur gewählt und setzt sich in seinem Werk und durch sein Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise ein. Somit leistet er einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa und der Welt und wird damit dem Anspruch des Ehrenpreises des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln auf idealtypische Weise gerecht."

Weltenbürger Ilija Trojanow wurde 1965 geboren und stammt aus einer bulgarischen Familie, die Anfang der 1970-er Jahre über Deutschland nach Nairobi auswanderte. Er besuchte dort die deutsche Schule Nairobi, die er 1984 mit dem Abitur beendete. Danach lebte er in Paris und anschließend in München, wo er zuerst den Kyrill-und-Method-Verlag und danach den Marino-Verlag, beide auf afrikanische Literatur spezialisiert, gründete. 1999 übersiedelte Trojanow nach Indien, von 2003 bis 2007 lebte er in Kapstadt. Heute ist Ilija Trojanow in Wien beheimatet. Der vielseitige Autor verfasste unter anderem Romane und Erzählungen über seine Zeit in Indien und Afrika und genauso über die Flucht seiner Familie aus Bulgarien. 2006 erschien "Der Weltensammler" (Hanser Verlag) über den Kolonialbeamten Richard Francis Burton, der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde − insgesamt erhielt Trojanow mehr als ein Dutzend Auszeichnungen für seine Werke und sein Schaffen.

Zum Ehrenpreis

Der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 1990 vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) ausgerichtet.

Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai, Erika Pluhar, Armin Thurnher, Alfred Komarek, Brigitte Hammann, Barbara Coudenhove-Kalergi, Bischof Erwin Kräutler und Doron Rabinovici. 2017 wurde Elif Shafak mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Die feierliche Ehrung für Ilija Trojanow wird am 25. November mit einer Matinee im Rahmen der Europäischen Literaturtage (ELIT) in Spitz an der Donau stattfinden.

Kommentar schreiben

Wie in Foren üblich werden sexistische Äußerungen, persönliche Beleidigungen, Drohungen, Diskriminierungen, antisemitische und rassistische Aussagen und jede Art von strafbaren Äußerungen entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und in freundlichem Ton. Netiquette
Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

Ihr Kommentar

(E-Mail wird nicht veröffentlicht)

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination. TIPP: Zwischen Klein- und Großbuchstaben müssen Sie nicht unterscheiden.

* Pflichtfeld