Belletristik / Im Porträt

Man muss auch mal loslassen können
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© Thomas Dashuber

Anders als geplant

Eigentlich wollen Wilma, Charlotte und Jessy ihrem Leben ein Ende setzen. Gute Gründe dafür gibt es zuhauf, meinen sie. Doch ihr Plan wird unverhofft durchkreuzt. Ein unwiderstehlicher neuer Roman von Erfolgsautorin Monika Bittl.

Das Leben ist schön! Beziehungsweise: Es könnte so schön sein, wenn nicht ständig irgendwas schieflaufen würde. Wie zum Beispiel bei Jessy. Gerade noch war die 21-Jährige felsenfest davon überzeugt, in Jossip den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. Der junge Jurastudent hat ihr Selbstbewusstsein geschenkt und ihr geholfen, sich aus den emotionalen Verstrickungen ihrer schwierigen Kindheit zu lösen. Mit Jossip schienen Jessys Träume von einem glücklichen Leben endlich Wirklichkeit werden zu können. Doch dann erwischt sie ihn beim Fremdgehen, und der Traummann zeigt sein wahres Gesicht: Er ist ein richtiger Dreckskerl. Aber was nützt einem eine Erkenntnis, die einem schlichtweg das Herz bricht? Jessy will nur noch eines: sterben. Aber das bitte richtig! Sie hat im Leben schon so viel verkehrt gemacht. Da soll wenigstens bei ihrem Selbstmord alles nach Plan gehen! 

Mit ihren Romanen und erzählenden Sachbüchern trifft Monika Bittl immer wieder einen Nerv. „Ich hatte mich jünger in Erinnerung“, das sie zusammen mit Silke Neumayer verfasst hat, steht seit 2016 ununterbrochen unter den Top 20 der „Spiegel“-Bestsellerliste, und auch ihr folgendes Buch „Ich will so bleiben, wie ich war“ (2017) wurde gleich nach Erscheinen zum Bestseller. Monika Bittl schafft es einfach wie kaum eine andere, so mitreißend und amüsant von den ganz alltäglichen Lebenszumutungen zu erzählen, dass man sich als Leserin zwischen Lachen und Weinen hin- und hergerissen fühlt.

Wie nah Tragik und Komik oft beieinanderliegen, beweist Monika Bittl auch in ihrem neuen Roman „Man muss auch mal loslassen können“. Darin begegnet die junge Jessy zwei älteren Frauen, die ebenso lebensmüde sind wie sie selbst: Die 59-jährige Wirtin Wilma hat in ihrem Gasthaus gegen das Nichtraucherschutzgesetz verstoßen und dafür ein so hohes Bußgeld kassiert, dass sie pleitegegangen ist. Bei Charlotte, 44, die endlich ihren Traum von einem eigenen Roman verwirklichen wollte, wurde eine schwere Krebs­erkrankung festgestellt. Die drei grundverschiedenen Frauen beschließen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Nur ist das freilich leichter gesagt als getan. Bei dem Versuch, sich mit Schnaps einzudecken, um sich erst mal ordentlich Mut anzutrinken, ge­raten sie mitten in einen Tankstellenüberfall. Und dann kommt es, wie es im Leben immer kommt: ganz anders als geplant! Ein rasanter, kluger und urkomischer Roman über Freundschaft, Liebe und das große Geschenk, noch am Leben zu sein

Hannah Beil

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