Belletristik

Wenn alles anders kommt

Endlich hat Nele den PR-Job ergattert, den sie schon immer wollte, und auch sonst geht es turbulent zu in ihrem Leben. Für Männer und die Liebe hat sie schon deshalb gerade überhaupt keinen Nerv ... Eine Leseprobe aus dem neuen Roman der Bestsellerautorin Petra Hülsmann.

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Meistens kommt es anders, wenn man denkt

Leseprobe

"Bitte schön.“ Sie nahm mir das Stück Leberwurstbrötchen vorsichtig ab, nur um es innerhalb von Sekundenbruchteilen zu verschlingen und sich begeistert das Maul zu schlecken. „Davon kannst du doch gar nichts geschmeckt haben“, lachte ich und hockte mich hin, um sie ausgiebig zu kraulen. „Dinge, die du richtig gern magst, solltest du unbedingt genießen, verstehst du? Du weißt ja nie, wann du sie das nächste Mal bekommst. Also schließ die Augen und koste den Moment so lang wie möglich aus.“ Sally legte sich halb auf meinen Schoß und kuschelte sich so eng und vertrauensvoll an mich, dass mein Herz förmlich überquoll. „Oh Mann, du bist wirklich unfassbar niedlich.“

Sie grinste mich an, als wollte sie sagen: ‚Weiß ich doch.‘

Lachend zog ich sie noch näher an mich. „Ja, das weißt du, oder? Das weißt du ganz genau, du süßes Hundemädchen. Und so höflich und klug bist du, du hübsche, bildschöne …“

„Mach ihr besser nicht zu viele Komplimente. Das steigt ihr immer furchtbar zu Kopf“, ertönte eine tiefe Stimme von der Tür. 

Ich zuckte erschrocken zusammen, während Sally den Kopf hob und fröhlich mit dem Schwanz wedelte. Verdammt noch mal, wieso hatte ich mich derart von diesem Hund um die Pfote wickeln lassen? Ich hatte überhaupt keinen Gedanken darauf verschwendet, dass das dazugehörige Herrchen ganz in der Nähe sein musste. Das dazugehörige Herrchen, auf das ich unbedingt einen sehr kompetenten und professionellen Eindruck machen wollte. Als ich mich umdrehte, entdeckte ich einen hochgewachsenen dunkelhaarigen Mann in der Tür, der Sally und mich amüsiert beobachtete. Ich erkannte Claas Maurien sofort, immerhin waren wir einander im letzten Jahr auf einer Marketingtagung vorgestellt worden. Aber daran konnte er sich garantiert nicht erinnern. Außerdem hatte ich sein Bild etliche Male im Internet und in Branchenmagazinen gesehen. Bei meinen Bewerbungsgesprächen war er unterwegs gewesen, sodass ich ihm jetzt zum ersten Mal als seine neue Mitarbeiterin gegenüberstand, oder genauer gesagt gegenüberhockte. Fast fühlte ich mich eingeschüchtert. Er war eine echte Größe in der Branche, und ich konnte und wollte eine Menge von ihm lernen. 

Unvermittelt kniff er die braunen Augen zusammen, um mich eingehend zu mustern. „Wir kennen uns doch von dieser Tagung in Berlin.“ 

Das wusste er noch?! Ich musste mich schwer zusammenreißen, um ihn nicht anzustarren, als würde ihm ein Leberwurstbrötchen aus dem Ohr wachsen. Schnell schob ich Sally von meinem Schoß, rappelte mich vom Boden auf und ging mit ausgestreckter Hand auf ihn zu. 

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