Spannung

Die Stille des Todes
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Blick auf das spanische Vitoria© [M] SalvadorGCubells / iStock | Dilek Kraus-Yasar

Düster und voller Geheimnisse

Ein rätselhafter Doppelmord und ein verurteilter Serienkiller, der der Polizei seine Hilfe anbietet: Eva García Sáenz liefert Spannung der Extraklasse aus dem Baskenland. Sprecher Uve Teschner hat das Hörbuch eingelesen und gibt Auskunft im Buchjournal-Interview. 

Als in einer Kathedrale in der baskischen Stadt Vitoria ein ermordetes Paar auf­gefunden wird, erinnert sich Inspector Unai López de Ayala, Spitzname Kraken, sofort an eine 20 Jahre zurückliegende Mordserie: Wie damals wurden die Toten sorgfältig in einer Umarmung ­arrangiert, wie damals hat der Mörder sie an einem historischen Ort abgelegt. Und auch ihr Alter scheint eine Rolle zu spielen: Die Opfer sind 20 Jahre alt – möglicherweise eine Fortsetzung der damaligen Serie, bei der zunächst zwei Neugeborene, dann zwei Fünfjährige, zwei Zehnjährige und schließlich zwei 15-Jährige umgebracht wurden. ­Allerdings sitzt der Mörder bereits im Gefängnis, der einst angesehene Archäologe Tasio Ortiz de Zárate, der zwar nie gestanden hat, dessen Schuld aber erwiesen scheint. Ausgerechnet dieser Mann bietet Inspector Ayala nun seine Mithilfe an bei ­einem Fall, dessen Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen. 

Der Auftakt zur Romanserie um Inspector Ayala bietet alles, was das Herz des Krimifreunds höherschlagen lässt: eine klug aufgebaute, ebenso spannende wie mysteriöse Handlung, fein gezeichnete, komplexe ­Figuren und ein faszinierendes Setting. Eva García Sáenz nimmt die Leser mit in die Straßen und Gassen ihrer Heimatstadt, in Kathedralen und Kaffeehäuser und zu den traditionellen Fiestas de la Virgen Blanca. Ein bisschen erinnert ihr Vitoria an das Barcelona von Carlos Ruiz Zafón: verführerisch, düster und voller Geheimnisse. Bei der Jagd auf den Mörder muss sich Inspector Ayala mit alten Überlieferungen und seltsamen Twitter-Nachrichten auseinandersetzen. Er stößt auf Bienenzüchter, Internetfreaks und Tasios rätselhaften Zwillingsbruder, und zu ­allem Überfluss läuft er auch noch Gefahr, sich in seine Vorgesetzte zu verlieben. 

Mit großer Erzählfreude schickt Eva García Sáenz ihren Ermittler in ein Labyrinth aus Lügen und falschen Fährten, und es ist kein Wunder, dass ihre Thriller in Spanien die Bestsellerlisten stürmen. Hierzulande muss man auf den nächsten Band gar nicht lange warten: Im Oktober geht Inspector Unai López de Ayala zum zweiten Mal auf Mörderjagd in Nordspanien. 

Irene Binal

Interview mit Hörbuchsprecher Uve Teschner

"Zeug zum Bestseller"

Wie bereiten Sie sich auf eine Lesung wie die von „Die Stille des Todes“ vor?
Das Wichtigste ist natürlich, dass man das Buch vorher liest und sich Gedanken über die Grundstimmung und über die ­Atmosphäre einzelner Szenen macht. Dabei entstehen erste Ideen für die Haltungen der Charaktere und deren stimmliche Umsetzung. Das kann sich dann im Studio auch noch mal ändern, aber das Grundgerüst ­ist klar.

Uve Teschner© Michael Küpker

Der Thriller spielt im Baskenland – waren die spanischen Namen für Sie eine Herausforderung?
Marie Steinert vom Argon Verlag hat hier fantastische Vor­arbeit für mich geleistet. Ansonsten behelfen wir uns im Studio mit Forvo.com oder auch mal mit Youtube. Die Zungenbrecher entstehen meist durch den „th“-Laut im Spanischen und das wunderbare „Rrrr“. Wir haben jedoch darauf geachtet, dass ich nicht zu sehr versuche, wie ein Einheimischer zu klingen.

Eva García Saenz’ Thriller ist in Spanien sehr erfolgreich – hat er auch in Deutschland das Zeug zum Bestseller?  
Das hoffe ich doch sehr! Schließlich ist ihr Schreibstil erfrischend anders als die ganzen skandinavischen, angloamerikanischen oder deutschen Krimis und besitzt noch so einen schönen Exotenstatus. Außerdem reist man im Buch ständig zwischen Moderne und großväterlicher Vergangenheit hin und her, was definitiv der Regionalität geschuldet ist. So was findet man in Deutschland so gut wie gar nicht mehr.

Hören Sie selbst denn gern Hörbücher? Und wie kritisch lauschen Sie dabei Ihren Sprecherkollegen?  
Ich bin ein großer Hörbuchfan! Zum einen, weil ich es aus Zeitgründen kaum noch schaffe, in der Freizeit zu lesen, und so meinen Fiktionsbedarf decke, zum anderen, weil mich Stimmen und ihr Umgang mit dem Textinhalt begeistern. Ich lausche mir da auch gern mal was ab und verwende es dann in meiner eigenen Form, so wie sich ein Musiker von anderen Musikern beeinflussen lässt. Zuletzt hat mich eine phänomenale Cathlen Gawlich mit auf die Fantasiereise genommen. Sie sitzt im Pantheon meiner Sprechergötter neben „sonorigen“ Vätern wie Gert Heidenreich oder Otto Mellies und kantigen Onkeln beziehungsweise Tanten wie Udo Schenk oder Vera Teltz. Und da gibt es noch einige mehr. 
Interview: bai

Eva García Sáenz
Die Stille des Todes
Gelesen von Uve Teschner.Argon Verlag, 2 MP3-CDs,
19,95 € 

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