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Karin Schmidt-Friderichs wird neue Börsenvereinsvorsteherin

Nach einem spannenden Wahlkampf steht nun fest, wer den Börsenverein in den nächsten drei Jahren führen wird: Gewonnen hat die Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs, mit 500 von 943 abgegebenen Stimmen. "Wir haben damit zum zweiten Mal eine Frau an der Spitze des Börsenvereins", so Franziska Bickel vom Wahlausschuss bei der Verkündung des Ergebnisses in der Hauptversammlung. Schatzmeister wird Buchhändler Klaus Gravemann.

Karin Schmidt-Friderichs© Tobias Bohm

Ebenfalls für das Vorsteheramt kandidiert hatte Zwischenbuchhändler Stefan Könemann, Geschäftsführer der Barsortiment Könemann Vertriebs GmbH in Hagen. In den vergangenen Monaten hatte der Börsenverein mit den beiden Bewerbern zum ersten Mal einen intensiven Wahlkampf um das Vorsteher-Amt erlebt. 

272 Stimmen und Stimmvertretungen wurden direkt bei der Hauptversammlung abgegeben, 671 Mitglieder hatten per Briefwahl abgestimmt.

So sieht der gesamte neu gewählte Vorstand aus:

  • Karin Schmidt-Friderichs folgt auf den Buchhändler Heinrich Riethmüller, der seit 2013 Vorsteher des Börsenvereins.
  • Klaus Gravemann (Bücherhaus am Münster, Neuss) ist neuer Schatzmeister des Verbands. Er setzte sich gegen Peter Seitz von Thieme durch.
  • Annerose Beurich (stories!, Hamburg) wird im neuen Vorstand das Sortiment vertreten.
  • Felicitas von Lovenberg (Piper) wurde als Vertreterin der Verlage gewählt
  • Jens Klingelhöfer (Bookwire) als Vertreter des Zwischenbuchhandels.

Alles in allem hatten sich zehn Kandidaten für die fünf von der Hauptversammlung zu besetzenden Vorstandspositionen beworben (alle Bewerber mit Kurzporträts hier). Die Amtszeit des neuen Vorstands (2019 bis 2022) beginnt nach der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Die Vorsitzenden der drei Fachausschüsse und der Sprecher der Landesverbände komplettieren das Gremium.

Die neue Vorsteherin

Karin Schmidt-Friderichs, 58 Jahre alt, hat Architektur studiert und als angestellte und freie Architektin gearbeitet. 1992 hat sie mit ihrem Mann Bertram den Hermann Schmidt Verlag aufgebaut, den sie bis heute leitet. Schmidt-Friderichs hat von 2003 bis 2011 dem Berufsbildungsausschuss im Börsenverein vorgestanden, von 2011 bis 2016 war sie Vorstandsvorsitzende der Stiftung Buchkunst, seit 2018 vertritt sie den Börsenverein in der Deutschen Literaturkonferenz.

Bei der Vorstellungsrunde der Kandidatenriege hatte die Verlegerin viel Applaus für ihre kurze Bewerbungsrede bekommen. "Wir durchleben miteinander keine einfache Zeit", so Schmidt-Friderichs an die Adresse der Branche. Ein Vorsteher, eine Vorsteherin dürfe keine Partikularinteressen bedienen. Sie selbst führe mit dem Hermann Schmidt Verlag ein Unternehmen, dessen Ruf größer sei als die Bilanzsumme. Zugleich machte Karin Schmidt-Friderichs deutlich, was die Branche mit ihr als Vorsteherin erwarte - nämlich unter anderem "eine Optimistin, die Digitalisierung nicht als Übel versteht, sondern als Fakt".

Hohe Wahlbeteiligung© Tobias Bohm

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