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Heinz Strunk ausgezeichnet

Der Schriftsteller, Satiriker, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk erhält 2020 den "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor". Geehrt werde besonders die literarische Seite dieses "lebendigen Gesamtkunstwerks des grotesken Humors", sagte Oberbürgermeister Christian Geselle bei der Bekanntgabe des Preisträgers.

Heinz Strunk© Dennis Dirksen

Der Preis wird von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel vergeben. "Wie kein anderer verkörpert der Schriftsteller, Kolumnist, Song-Texter, Musiker, Comedian und Schauspieler Heinz Strunk als lebendiges Gesamtkunstwerk den grotesken Humor in allen seinen Formen", begründete der Stiftungsrat seine Wahl. "Literarisch führt seine postmoderne, subversive Erzählkunst auf schonungslose Weise mitten in das von der Konsumgesellschaft beschädigte Leben, so auch, wenn er selbstkritisch und ironisch als seine 'Hobbys: TV, Geld zählen, geile SMS, Bundeswehr' aufzählt." Strunks Prosa sei voller Trostlosigkeit, Scheitern, Obsessionen und Abgründe, das Peinliche wie das Böse balanciere er virtuos auf einem tragikomischen Grat zwischen Ekel und Scham. "Das Grotesk-Komische wirkt dabei als Brennglas, als Läuterung und als Schutz. Im Medium des Humors hat er mit dem 'Strunk-Prinzip' eine raffinierte literarische Sprache entwickelt, mit der er menschlichem Leid angemessen komisch und human-humorvoll zugleich begegnet", so der Stifterrat.

Über Heinz Strunk

Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Er ist Gründungsmitglied des hanseatischen Komik-Trios "Studio Braun" (mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni) und hatte auf VIVA eine eigene Fernsehshow. Seit März 2012 veröffentlicht Heinz Strunk im Satiremagazin Titanic seine Kolumne "Das Strunk-Prinzip". Sein erster Roman "Fleisch ist mein Gemüse" wurde ein Bestseller und Vorlage eines preisgekrönten Hörspiels, eines Theaterstücks und eines Kinofilms. Acht weitere Bücher sind hinzugekommen. Der Roman "Der goldene Handschuh" (2016), ebenfalls ein Bestseller und Grundlage für das gleichnamige Filmdrama von Fatih Akin, brachte Strunk den Wilhelm-Raabe-Preis ein. In der Verfilmung seines Romans "Jürgen" (2017), mit dem Strunk sich laut NDR einmal mehr als "großer deutscher Humorist" erweist, spielte Strunk selbst die Titelrolle. Zusammen mit Charly Hübner (als Jürgen Doses Freund Bernd Würmer) erhielt er 2018 eine Goldene Kamera für den besten deutschen Fernsehfilm.

Die Preisverleihung findet am 29. Februar 2020 im Kasseler Rathaus statt und eröffnet das Festival "Kasseler Komik-Kolloquium". Die Laudatio auf Heinz Strunk hält der Regisseur Lars Jessen, mit dem Heinz Strunk Filme wie "Fraktus" oder "Jürgen – Heute wird gelebt" gedreht hat.

Zur Auszeichnung

Der "Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor" wurde der Stadt Kassel von der Stiftung Brückner-Kühner zum Geschenk gemacht und erstmals 1985 vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Sprachkünstler*innen (im ersten Jahrzehnt des Preises auch Literaturwissenschaftler*innen) zugesprochen, deren Werk sich auf hohem künstlerischen Niveau durch Humor, Komik und Groteske auszeichnet. Zuletzt erhielt Sibylle Berg die Auszeichnung.

Gleichzeitig wird ein "Förderpreis Komische Literatur" in Höhe von 3.000 Euro, vergeben, gefördert von der Kasseler Sparkasse. Die Förderpreisvergabe für das Jahr 2020 ist noch offen.

Näheres zum Engagement der Literaturstiftung unter http://www.brueckner-kuehner.de.

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