Literatur-Nachrichten

Lyrik im Botanischen Garten

Den Botanischen Garten der Universität Tübingen gibt es seit 50 Jahren. Aus diesem Anlass präsentieren dessen Förderkreis und die Buchhandlung Wekenmann dort den "Literaturpfad Arboretum" − an 20 Stationen kann Lyrik über Bäume und Gehölze gelesen werden.

Ausschnitt des Flyers

Tübingen sei eine Stadt der Bücher, der Lehre und der Forschung, mit einer langen Geschichte im Bereich der Botanik. Um diese beiden Bereiche miteinander in Verbindung zu bringen, wurde im Arboretum, der Gehölzsammlung des Botanischen Gartens, ein Literaturpfad angelegt, so die Organisatoren. Dort wird an zwanzig Stationen − gekennzeichnet durch rote Schirme − Lyrik präsentiert, die von den Besuchern in der besonderen Umgebung neu wahrgenommen werden soll. Dabei wurde die Lyrik so ausgewählt, dass Literatur und Natur immer in Bezug zueinander stehen. Es finden sich unter anderem Gedichte von Friedrich Hölderlin, Hermann Hesse, Hilde Domin, Paul Celan oder Carmen Sylva.

Auf dem Literaturpfad unterwegs© Herbert Beilschmidt

Entstanden ist der "Literaturpfad Arboretum" auf Initiative und in Zusammenarbeit mit der Tübinger Buch- und Kunsthandlung Wekenmann – Bücher, Licht & mehr. Herbert Beilschmidt vom Wekenmann hat das Konzept entwickelt und die Auswahl der Lyrik getroffen.

Beilschmidt, für den es nicht der erste Literaturpfad war, den er organisiert hat, sagt zum Aufwand:"Mit Vorbereitung und Abstimmung im Botanischen Garten, der Literaturauswahl, Sponsorensuche, Werbung und Rahmenprogramm durchführen schätze ich so für mich mit ca. 50 Stunden. Hier kann ich auch falsch liegen, denn was Spaß macht, wird als weniger aufwändig betrachtet." Den ersten Literaturpfad gab es 2015. Zum Jubiläum des Botanischen Gartens habe man beschlossen, dieses erfolgreiche Konzept noch einmal zu veranstalten. Diesmal habe man neue Gehölze und Gedichte ausgewählt. "Wir haben sogar ein Gedicht über die Quitte in Auftrag gegeben und zwar bei der Tübinger Lyrikerin Eva Christina Zeller", so Beilschmidt.

Halt an einer Lyrik-Station© Herbert Beilschmidt

Mit seinen roten Schirmen soll der Literaturpfad einen Kontrast zur grünen Vielfalt der Gehölzsammlung bilden. Der Schirm sei gleichzeitig Schutz-Symbol, unter dessen "Schutz"‘ die Literatur beheimatet ist und unter dem die Besucher in der Natur-Umgebung verweilen und sich in die Literatur vertiefen könnten. Ein literarisches und musikalisches Rahmenprogramm begleitet den Literaturpfad. Am 18. September (15 Uhr) kommt Bernhard Mohl mit seiner Gitarre: "Der Songpoet nimmt die Blätter voller Baumgedichte und macht daraus bunte Lieder", heißt es im Programm.

"Die Resonanz ist groß − auch im Buchladen", sagt Herbert Beilschmidt. Zu den bisherigen Veranstaltungen seien circa 800 Besucher gekommen. Außerhalb der Veranstaltungen schätzt er die Zahl vorsichtig auf weitere bis zu 3.000 Besucher. Die Stadt Tübingen habe den Literaturpfad in ihr Sommerprogramm aufgenommen.

Termin

Der "Literaturpfad Arboretum", der im Mai eröffnet wurde, kann noch bis zum 29. September besucht werden − zu den Öffnungszeiten des Botanischen Gartens (Mo−Fr: 7.30−16.45 Uhr; Wochenende und Feiertage: 8.00−16.45 Uhr). Der Eintritt ist frei.

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