Belletristik / Interview

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Eine Familie in Deutschland

„Aus dem Dunkel des gelebten Augenblicks“

Eine Familie zur Zeit der Nazibarbarei: In zwei Bänden erzählt der große Geschichtsroman vom Schicksal der Isings zwischen Anpassung und Auflehnung.

Wie kam es zu diesem Romanprojekt?
Es ist die Verarbeitung eines Lebensthemas. Seit ich denken kann, habe ich mich mit der Nazizeit befasst und mich gefragt: Wie hättest du dich damals verhalten? Ich wollte eine Darstellung aus vielen Perspektiven, um verschiedene Lebensoptionen zueinander in Beziehung setzen zu können und ein Gefühl für diese Zeit zu bekommen. Da bietet sich der Familienroman an.

Peter Prange© Gaby Gerster

War es schwierig, auch den moralisch fragwürdigen Charakteren gerecht zu werden?
Ich kann nur Figuren beschreiben, von denen ich etwas in mir finde. Mit acht Jahren habe ich beim Ansehen der Bilder von Goebbels und Hitler eine dunkle Faszination gespürt, daher kann ich sogar eine Figur wie den nazibegeisterten Horst irgendwie verstehen. Mir ging es darum, die Figuren nicht aus der Besserwisserperspektive von heute darzustellen, sondern aus dem Dunkel des gelebten Augenblicks. 

Wie haben Sie den schweren Stoff so unterhaltsam gestaltet?  
Das funktioniert nur über emotionale Beteiligung. Egal in welcher Misere die Figuren stecken, es gibt immer wieder kleine Hoffnungslichter. So kann der Leser mitgehen, wenn er merkt, dass trotz aller Düsternis vielleicht doch noch ein schöner Moment kommt.  

Fällt Ihnen der Abschied von der Familie Ising schwer?  
Ich habe drei Jahre lang sieben Tage die Woche von morgens bis abends an den Büchern gearbeitet und könnte jetzt noch weiterschreiben; also das lebt in mir fort. 

Irene Binal

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