Literatur-Nachrichten

Als die Bücher laufen lernten

Im Kein & Aber-Cube in Halle 3.1 kann man in Bücher eintauchen – und Romanfiguren in Lebensgröße begegnen. Ein Selbstversuch von Nils Kahlefendt.

Peter Haag staunt selbst © Nils Kahlefendt

Wenn es darum geht, das, was ihn und seine Leute in der Zürcher Bäckerstraße umtreibt, auf einer Messe zu präsentieren, hat sich Verleger Peter Haag selten mit dem Nächstliegenden begnügt. Eine schlichte Koje und, zack! ein paar Buchregale, Poster und ein Kaffeeautomat – das konnte es doch wohl nicht sein? Haag schlug ein Biwak auf der Agora auf, in dem Lawrence von Arabien standesgemäß hätte untergebracht und verproviantiert werden können, er wuchtete einen Containerturm in lichte Frankfurter Höhen, den jetzt die Drucker von CPI nachnutzen. Und seit Digitalisierung und E-Book weiter und weiter in unseren Alltag vorstießen, wurde Haag gefragt, wie man denn, bitte schön, Bücher „zeitgemäß“ präsentieren solle? „Ich musste dann immer sagen: Wir sind ja keine Papierhändler oder Drucker. Wir handeln mit Inhalten!“

Wie aber lässt sich die Stimmung eines Buches ausstellen? Wie so oft half Haag der Zufall auf die Sprünge: In Zürich traf er Kommunikationsspezialisten, die sich mit der Praxis des Videomappings beschäftigen – eine neue Form von Lichttechnik mit hochauflösenden Projektoren. In Halle 3.1, Stand D 37, kann man sich vom Ergebnis inspirieren lassen: Der Kein & Aber Cube ist außen weiß und zeigt die Bücher – im begehbaren, quadratischen Innenraum wird Literatur mit Bewegtbild und Sound zum gemeinschaftlichen Erlebnis. Magische Zauberwesen fliegen einem um den Kopf, man hört Autorenstimmen, Geräusche, Musik. Ein wenig ist es, als spaziere man traumverloren durch den eigenen Kopf.

Und das Buch, das gute, alte Leitmedium der Gutenberg-Galaxis? „Das Buch ist letztlich das Gefäß, in dem man die Geschichte mit nach Hause nimmt“, sagt Peter Haag, und wischt staunend über die Benutzeroberfläche im Cube, um uns in die nächste Story eintauchen zu lassen.     

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