Belletristik

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
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Cecelia Ahern© Matthew Thompson

Griff nach den Sternen

Ihr Debüt „P.S. Ich liebe Dich“ hat Millionen Leser bewegt und machte die junge Cecelia Ahern über Nacht berühmt. Ihr neues Buch „Postscript – Was ich dir noch sagen möchte“ setzt den Bestseller fort: ein warmherziger Roman, der die großen Fragen des Lebens stellt und Mut machen will.

Sie war erst 21, als sie ein außergewöhnliches Kapitel Buchgeschichte schrieb. Damals, am Anfang der 2000er Jahre, tauchte Cecelia Ahern Tag und Nacht in ein Manu­skript ab, das ein großer Liebesroman wurde, berührend und tröstlich. Und doch spart er gerade die dunklen Seiten des Lebens nicht aus: Er erzählt von Holly Kennedy und ihrem geliebten Mann Gerry, der sehr jung an einer unheilbaren Krebserkrankung litt. Er bereitete sich auf seinen Tod vor und dachte sich für Holly etwas Besonderes aus: Gerry schrieb Briefe, die sie ein Jahr lang von ihm erhielt, als er schon nicht mehr bei ihr war. 

Als der Roman 2004 erschien, elektrisierte er Menschen über Generationengrenzen hinweg: Junge wie auch ältere Leser ließen sich von der Liebesgeschichte verzaubern und anregen, über das nachzudenken, was im Leben zählt. Nachdem dieses besondere Band zwischen Cecelia Ahern und ihren Lesern entstanden war, veröffentlichte die Autorin jedes Jahr einen neuen Titel – und überrascht jetzt mit der Fortsetzung ihres Debüts, mit einem Buch, das man aber auch als selbstständigen Roman lesen kann: „Postscript. Was ich dir noch sagen möchte“. 

Sieben Jahre sind seit Gerrys Tod vergangen. Holly arbeitet im ­Secondhandladen ihrer Schwester. Sie hat eine neue Beziehung ­begonnen, hat sich weiterentwickelt, wird aber noch einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert: Ihre Schwester bittet sie, in einem Pod­cast für ihre Kunden über Gerrys Tod und seine Briefe zu erzählen – und motiviert durch Hollys Erfahrungen, gründen einige unheilbar Kranke den „P.S. Ich liebe Dich“-Club. Sie wünschen sich, mit Hollys Hilfe Briefe an ihre Liebsten zu schreiben: mit Gedichten, Erinnerungen, Botschaften, die sie nach ihrem Tod begleiten sollen. Holly ist beeindruckt von dieser tapferen Gruppe, ist sich aber nicht sicher, ob sie sich auf den Club einlassen soll und damit auf ihre eigene Vergangenheit, die immer noch schmerzt.

Über die Kraft des Weitermachens
„Greif nach den Sternen. Einen davon wirst du bestimmt erwischen.“ Dieses wunderbare Zitat von Gerry stellt Cecelia Ahern ihrem Buch voran, einem Roman, der erneut nach der Liebe fragt und nach dem, was man hinterlassen möchte, und der doch in einer anderen Gegenwart andere Akzente als der erste Roman setzt und für Holly nach neuen Wegen in die Zukunft sucht. 

Was ist wichtig, welchen Sinn kann und soll ihr Leben haben, wer soll in ihm eine Hauptrolle spielen? Das sind Fragen, die Holly sich stellt, angestoßen durch den „P.S. Ich liebe Dich“-Club. Wie viel Raum soll die Vergangenheit bekommen? Und vor allem: Was kann, was will sie in ihrem Leben ändern? Anfangs fällt es Holly schwer, sich auf Menschen einzulassen, die sie nah an ihren eigenen Schmerz bringen. Menschen wie Ginika: Sie ist noch ein Teenager, aber schon Mutter, allein mit ihrem Baby Jewel – und todkrank. Ginika möchte ihrer Tochter, die zu klein ist, um sich später an die Mutter erinnern zu können, einen Brief hinterlassen, hat aber nicht richtig schreiben gelernt. Holly bringt es nicht über sich, Ginika im Stich zu lassen, kümmert sich um sie und Jewel – und findet in diesem Meer aus Traurigkeit berührende, Trost spendende Inseln.

„Menschen, die gerade durch eine Phase der Veränderung gehen – das ist der rote Faden, der sich durch all meine Werke spinnt“, erklärt Cecelia Ahern. „Ich schreibe oft über Verlust, über Figuren, die an etwas gescheitert sind oder sich machtlos fühlen.“ Aber ­dabei bleibt die Autorin nicht stehen: „Wie hoffnungslos auch ­immer wir uns fühlen mögen, wie dunkel das Leben sein mag – wir haben den Mut und die Kraft, weiterzumachen und die Herausforderungen zu meistern.“

15 Jahre liegen zwischen den beiden Büchern um Holly Kennedy, vieles hat sich verändert. Die Grundpfeiler aber sind geblieben: Nach wie vor mischt Cecelia Ahern Dunkelheit und Licht, Trauer und Humor und will die Geschichte an den Punkt der Hoffnung bringen. Das gelingt ihr auch in ihrem neuen Roman: Der Tod ist zwar gegenwärtig, aber mehr noch sind es Zuneigung, Wärme und Liebe, die Eltern und ihre Kinder, die Paare oder Freunde verbinden. Getragen wird „Postscript – Was ich dir noch sagen möchte“ nicht nur von der Geschichte, sondern auch von Figuren, mit denen man gern zusammen ist, über die man nachdenken mag, die auch zum Lächeln bringen.

Sabine Schmidt

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