Literatur-Nachrichten

3.700-mal lesen und debattieren

Leipzig und seine Buchmesse sind vom 12. bis 15. März wieder der Ort für Literatur, Lesung und Diskussion. Im Rahmen von Leipzig liest werden 3.600 Mitwirkende bei rund 3.700 Veranstaltungen an 500 Orten dabei sein.

© Leipziger Buchmesse / Ulrich Koch

"Neben einem starken literarischen Bücherfrühling finden sich in diesem Jahr besonders viele politische Sachbücher im Leipzig liest-Programm", erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. "Die Lesenden suchen nicht nur Informationen, sondern auch Bewertungen und Einordnungen, mit denen sie sich auseinandersetzen wollen. Zudem ist es uns gelungen, dass erstmals alle Partner der Region Südosteuropa mit einem gemeinsamen kulturpolitischen Projekt zur Literaturförderung in die Öffentlichkeit treten und dies auf der Leipziger Buchmesse."

Ausgewählte Schwerpunkte des Programms

Leipzig liest international: Von Belgien bis Ungarn
Internationale Autoren stellen dem Publikum in Leipzig ihre vielfältigen Perspektiven auf Politik und Gesellschaft vor: Sie erzählen etwa vom Brexit aus Sicht der britischen Mittelschicht, der Kolonialzeit in Mosambik aus der Perspektive einer portugiesischen Familie oder geben Einblicke in die Gefühlswelten einer belgischen Mutter, die ihr Kind nicht selbst geboren hat.

Schwerpunktregion 2020–2022: Common Ground. Literatur aus Südosteuropa
Zum ersten Mal stellen alle Länder Südosteuropas ihre Literatur und ihre Autor*innen gemeinsam vor. Unter dem Motto "Common Ground" wollen sie ein anderes, ein authentischeres Bild vom Balkan vermitteln – jenseits von Katastrophen, Klischees und Vorurteilen. Die Palette reicht von zeitgenössischer Literatur (Angel Igov, Elvira Mujčić) über Klassiker (Ivo Andrić, Danilo Kiš) bis hin zu Comics, Lyrik und Erzählbänden. Dazu mehr in dieser Meldung und der Bildergalerie

Pressekonferenz zu Leipzig liest: Claudius Nießen (detektor.fm), Oliver Zille (Direktor der LBM), Kateryna Stetsevych (Kuratorin d. Programmschwerpunkts "The Years og Change 1989-1991") und Max von Thun, Schauspieler, Musiker und Autor(von links)© Gaby Waldek
© pg

Programmschwerpunkt: "The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost und Südosteuropa 30 Jahre danach"
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) lädt zur Leipziger Buchmesse zum Mitdenken und -reden in insgesamt vier Programmen zur internationalen und nationalen Demokratieförderung ein. Im internationalen Bereich veranstaltet die bpb in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse den dreijährigen Programmschwerpunkt "The Years of Change 1989-1991. Mittel-, Ost- und Südosteuropa 30 Jahre danach" – in diesem Jahr mit dem Fokus auf dem Baltikum, Rumänien und Bulgarien. Unter anderem bringen Schriftsteller hier ihre Sicht auf die Entwicklung seit 1989 ein.

Deutschsprachige Literatur: Tiefe Einblicke in Seelen und Landschaften
Ganz nah am Menschen spielen die neuen, teils autobiografischen Geschichten deutschsprachiger Autoren: Was tun, wenn Vater, Großvater und Urgroßvater Selbstmord begangen haben? Wie umgehen mit sexuellen Übergriffen von Kirchenvertretern in der eigenen Kindheit? Andere neue Werke erlauben Einblicke in die Elite der britischen Gesellschaft, die Konflikte des Nahen Ostens oder in die ostdeutsche Provinz. Junge deutschsprachige Literatur gibt es bereits zum 15. Mal in der Langen Leipziger Lesenacht L3 in der Moritzbastei zu erleben. 

Sachbuch: Von Diktatur bis Umweltschutz
Aktuelle sozial- und gesellschaftspolitische Themen stehen im Mittelpunkt der neuen Sachbücher der Saison. Wie stabil sind die Demokratien in Europa? Was kann die Zivilgesellschaft zur Verteidigung demokratischer Werte tun oder zur Bildungs- und Gendergerechtigkeit beitragen? Wie finden wir zu einer Lebensweise, die das Wohlergehen des Planeten mit dem der Menschheit versöhnt? Diese und viele weitere Fragen greifen die aktuellen Sachbücher auf und stellen sie zum Lesefest Leipzig liest zur Diskussion, unter anderem beim neuen Format des bereits seit 20 Jahren auf der Leipziger Buchmesse stehenden Blauen Sofas.

Vom klassischen Krimi bis zum Hightech-Thriller
Ein junger Hacker manipuliert Waffensysteme, ein Politiker entdeckt eine Cyberkriegintrige, ein junger Mann strandet in einem unheimlichen Dorf und eine junge Frau in schier endlosen Wäldern – die neuen Krimis und Thriller der Saison bieten pure Spannung und kluge Unterhaltung. Zu den Highlights des Genres zählt der Leipzig-liest-Abend am 13. März in der Kongresshalle am Zoo Leipzig mit Charlotte Link unter der Überschrift "Leben und Werk der Bestsellerautorin".

Nähere Informationen zum Programm finden Sie auf den Webseiten der Leipziger Buchmesse www.leipziger-buchmesse.de/ und https://www.leipziger-buchmesse.de/Buecherleben

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