Belletristik

Die Schönheit der Frauen

Bestsellerautorin Corina Bomann entführt ins Berlin, Paris und New York der 1920er und -30er Jahre: Im Mittelpunkt ihrer Saga steht Sophia Krohn, eine junge Chemikerin, die von einer Karriere in der Kosmetikindustrie träumt – und zwischen die Fronten des „Puderkriegs“ von Helena Rubinstein und Elizabeth Arden gerät. 

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung
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Corina Bomann© Nadja Klier

Berlin, 1926: Sophia Krohn, Tochter aus gutem Hause, gebildet und weltoffen, gehört zu den wenigen Frauen an der Universität. Ihr preußisch strenger Vater duldet ihr Leben als Studentin unter der Bedingung, dass sie eines Tages das familieneigene Drogeriegeschäft übernimmt. Doch Sophia verfolgt andere Pläne: Sie will Chemie studieren, um eine Kosmetiklinie für Frauen auf den Markt zu bringen. In ihrem Eifer und mit ihren karamellfarbenen Haaren, den goldbraunen Augen, der Nickelbrille, der Schluppenbluse und dem modischen Topfhut wirkt sie ebenso apart wie klug.
Als sich ihr Dozent in sie verliebt und um ihre Hand anhält, scheint Sophies Glück perfekt. Aber dann wird sie ungewollt schwanger und ihr Leben gerät von ­einem Tag auf den anderen aus den Fugen. Vom Geliebten sitzen gelassen und vom Vater aus dem Elternhaus verstoßen, findet sich Sophia bei Henny, einer Freundin aus Kindheitstagen wieder. Gemeinsam beschließen sie, nach Paris zu gehen. In der schillernden Metropole machen sich die beiden Frauen auf die Suche nach einem neuen Leben. Während Henny als ­Varieté-Tänzerin schnell Anschluss findet, erleidet Sophia erneut einen Schicksalsschlag: Ihr Kind stirbt wenige Tage nach der Geburt. Sophia versinkt in Dunkelheit und Trauer. Erst zur Jahreswende schöpft sie neuen Mut und besinnt sich auf ihren ursprünglichen Plan, Kosmetik herzustellen:
In der Küche ihrer Pensionsmutter produziert sie ihre erste Pflegecreme. Mit den nach Minze duftenden Tiegeln in der Tasche spricht sie bei Helena Rubinstein vor, der glamourösen Pionierin der Kosmetikindustrie. Wider Erwarten stößt ihre selbst gemachte Creme auf Interesse. Und nicht nur das. Die Unternehmerin bietet ihr eine Stelle als Chemikerin in der Entwicklungsabteilung ihrer ­Fabrik an – unter drei Bedingungen: Sophia muss ihrer Mäzenin zum Firmenhauptsitz nach New York folgen und sie muss sich verpflichten, loyal zu sein und keinen Kontakt zur Konkurrenz, insbesondere zur anderen großen amerikanischen Kosmetik­unternehmerin, Elizabeth Arden, aufzunehmen. Außerdem darf sie zehn Jahre lang nicht heiraten. Sophia akzeptiert die Klauseln, fest entschlossen, sich eine eigene Karriere aufzubauen. 

Kampf um Glück und Anerkennung

Mit „Sophias Hoffnung“ legt Bestsellerautorin Corina Bomann den ersten Teil ihrer Romantrilogie „Die Farben der Schönheit“ vor. Bomann schildert die 1920er Jahre ungemein lebendig als eine Zeit des Umbruchs, des Wandels und der Modernisierung. Das sei „der ideale Stoff für eine große Geschichte“, so die Autorin im Interview. „Über drei Jahrzehnte kämpft Sophia Krohn für ihren Platz in der Welt und für ihr persönliches Glück, dabei ­passiert so viel um sie herum. Eine Wirtschaftskrise erschüttert weite Teile Amerikas und Europas, Hungers­nöte wüten, der Ton in der Gesellschaft wird rauer, und schließlich bricht der Zweite Weltkrieg aus. Und zur gleichen Zeit vergnügen Frauen sich erstmals in der Öffentlichkeit, schminken sich, tanzen und wagen sich in Männerdomänen vor.“
So wie die beiden Kosmetikunternehmerinnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden, die in Bomanns Trilogie eine zentrale Rolle spielen: „Diese beiden starken Frauen waren faszinierende Persönlichkeiten. Sie waren ärgste Konkurrentinnen, und jede versuchte stets, die andere mit neuen Entwicklungen zu übertrumpfen. Die Zeitgenossen verfolgten diesen ‚Puderkrieg‘ gebannt und mit Hochachtung. Denn Rubinstein und Arden schufen ein ganz neues Frauenbild. Ich hätte beide sehr gern kennengelernt.“ So, wie es Sophia in Corina Bomanns Roman tut: In Band zwei, „Sophias Träume“, der Ende Mai erscheint, soll sie für Elizabeth Arden in den USA die weltweit ersten Schönheitsfarmen für wohlhabende Kundinnen aufbauen, die sich über einen längeren Zeitraum mit Massagen und Bädern behandeln lassen wollen. Mit diesem Angebot gerät Sophia unversehens zwischen die Fronten der beiden Erzrivalinnen Rubinstein und Arden. Erneut stehen ihr Lebensglück und ihre beruflichen Ziele auf dem Spiel.
Bomann, die in einem gemütlichen Haus in Mecklenburg-Vorpommern lebt und schreibt, hat mit viel Fantasie auf historischer Grundlage eine großartige Frauensaga geschrieben. Ihre Empathie für Sophia und deren aufregenden Werdegang zwischen Berlin, Paris und New York schwingt in jeder Zeile mit.

Alice Werner

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