Literatur-Nachrichten

"Öffnen Sie die Buchhandlungen!"

Die Literaturhandlung Paperback in Bad König, die 2015, 2018 und 2019 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet wurde, appelliert an die an Kulturstaatsministerin, unter Auflagen umgehend eine Öffnung der Buchhandlungen zu ermöglichen.

Joachim Steiger© ©Fernando Baptista / bapfoto.de

Inhaber Joachim Steiger schreibt in einem Offenen Brief an die Kulturstaatsministerin:

"Sehr geehrte Frau Prof. Grütters,

es wird eng – es wird sogar sehr eng!

Für uns kleine unabhängige, Inhaber geführte Buchhandlungen, kann es schon in wenigen Wochen, wenn die verordneten Schließungen unserer Läden anhält, zu Ende sein.

Durch den schon jahrelangen anhaltenden Druck der Internetkraken, sind wir sowieso in die Enge getrieben und nun noch die wochenlange Schließung – das wird ein mittleres Buchhandelssterben geben. Und wer profitiert – Mr. Bezos und seine Amazonen.

Liebe Frau Grütters, Buchhandlungen sind 'geistige Tankstellen' , Bücher sind Lebensmittel.

Viele Kunden haben nun in der Phase des zu Hause Bleibens, die Muse und Ruhe ein Buch zu lesen, die Ihnen seit Jahren abhandengekommen ist – Väter und Mütter wären dankbar für einen Buchhandlungsbesuch und für den Kauf einiger Lektüre für die kleinen und mittleren Sprösslinge.

Deshalb sollte, natürlich unter Auflagen, die längere Aufenthalte in den Läden verhindern und die Anzahl der jeweils eintretenden Kunden reguliert, eine sofortige Öffnung der Buchhandlungen – wie es ja auch der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire andenkt - verordnet werden.

Werte Frau Ministerin – und jetzt wird es pathetisch: "Open this gates" – "Öffnen Sie die Buchhandlungen" – solange es sie noch gibt.

Besten Gruß

Joachim Steiger"

4 Kommentar/e

1. Karin Kling 20.03.2020 16:51h Karin Kling

Dem kann ich nur zustimmen, viele meiner Kunden sind verzweifelt, weil Ihnen der Lesestoff ausgeht und Sie eigentlich lieber in der Buchhandlung vor Ort kaufen wollen. Viele Schüler haben zum Zuhauselernen Lektüre verordnet bekommen.
Bücher sind in solchen Zeiten lebensnotwendig.

Karbener Buchhandlung

2. Erika Hladky 20.03.2020 19:57h Erika Hladky

Da die meisten (kleinen) Buchhandlungen auch einen Online-Katalog haben, in dem man blättern kann, müsste es doch möglich sein, zumindest online oder telefonisch Bestellungen bei der Buchhandlung vor Ort aufzugeben und per Auslieferung oder Abholung an der Ladentür die Ware an den Mann zu bringen, ohne dadurch gegen Auflagen zu verstoßen oder jemanden zu gefährden....

Was für eine Chance könnte die Corona-Krise für unsere Lesekultur sein....

3. Sibylle Schuster 21.03.2020 12:39h Sibylle Schuster

Buchhandlungen sind genauso wichtig wie Lebensmittel und Drogerieartikel!!!!!

4. Elisabeth Adam 21.03.2020 20:49h Elisabeth Adam

Der Online-Shop der kleinen und mittleren Buchhandlungen kann meiner eigenen Erfahrungen nach, mit Amazon nicht mithalten. Wenn man im Internet nach Büchern sucht, ist das erste Ergebnis immer Amazon. Sehr oft wird dabei der Eindruck erweckt, dass die Bücher bei Amazon billiger sind. Leider wurde in der Vergangenheit viel zu wenig der gebundene Ladenpreis betont. Das hat sich erfreulicherweise jetzt etwas geändert, aber ich fürchte etwas zu spät. Ich drücke allen Kollegen die Daumen und wünsche gute Nerven und Gesundheit.

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