Romane

bild-fuer-beissmichbild-fuer-beissmich

14.04.2008

Beiß mich!

Vampire im Anflug! Die romantischsten hat die amerikanische Jugendbuch-Bestsellerautorin Stephenie Meyer erfunden und damit einen Hype unter Teenagern ausgelöst. Mit ihrem neuen Fantasy-Roman setzt sie die Liebesgeschichte der Highschool-Schülerin Bella und dem Vampir Edward fort.

Schlagworte:

Stephenie ist mein Gott und ihre Bücher sind meine Bibel“, bekennt eine von Stephenie Meyers zahlreichen Anhängerinnen rund um den Globus ebenso lapidar wie pathetisch. Ihre Vampir-Romanze – begonnen mit den Romanen „Bis(s) zum Morgengrauen“ und „Bis(s) zur Mittagsstunde“ und nun fortgesetzt mit „Bis(s) zum Abendrot“ – hat der amerikanischen Autorin eine riesige Lesergemeinde beschert. Die Geschichte der eigentlich aussichtslosen Liebe zwischen der Sterblichen Bella und dem Vampirjungen Edward biss sich bei Millionen weiblicher Teenager regelrecht fest.
Fieberhaft tauschen sich die schwärmenden Fans im Netz aus. Sie diskutieren Wendungen der Handlung, zitieren sich gegenseitig ihre Lieblingssätze, stellen Quizfragen und gestalten Fantasiefotos und -videos. Simone etwa, eine der Edward-und-Bella-Spezialistinnen, hat sich innerhalb eines Forums bereits mehr als 600-mal zu Wort gemeldet! Zeit für Hausaufgaben dürfte da kaum noch bleiben. Wie konnte es zu diesem Hype kommen? Verantwortlich dafür ist in erster Linie Edward. Ein Prachtexemplar von Junge: überirdisch schön, mit Augen „warm wie Gold“, außerdem edel, geheimnisvoll und wohlerzogen. Nicht zu vergessen – herrlich gefährlich wegen seiner Fangzähne. Jedes Mal, wenn Bella ihn sieht, vergisst sie zu atmen. Und in schöner Regelmäßigkeit sagt er Sätze zu ihr wie: „Hast du eine Vorstellung davon, wie sehr ich dich liebe?“

Demnächst: Vampire in Ihrem Kino
Klar, dass für solch einen schnuckeligen Traumtypen „We-love-Edward-Fanclubs“ gegründet werden. Als die Besetzung für die männliche Hauptrolle der Kinoverfilmung (Filmstart in den USA ist im Dezember 2008) bekannt gegeben wurde, wollten einige der Edwardians, wie sie sich selbst nennen, schier in Ohnmacht fallen. Jede hatte sich ihr ganz persönliches Bild des Vampirjünglings gemacht. Der junge britische Schauspieler Robert Pattinson aber entsprach zunächst kaum einer der Wunschfantasien.
Auch mit Kristen Stewart, die die Bella spielen wird, waren viele erst einmal gar nicht einverstanden: Sie sah ihnen zu perfekt aus. Gerade weil Bella in den Büchern ein sehr durchschnittliches Mädchen ist, bietet sie realen Altersgenossinnen ein hohes Identifikationspotenzial. Bellas wirre Gefühlswelt kommt den Pubertierenden wohl ebenfalls ziemlich bekannt vor. Die Heldin ist ständig hin- und hergerissen. Edward hat nämlich noch einen Nebenbuhler namens Jacob … Und: Soll Bella sich wirklich beißen lassen, um als Vampirin für immer mit Edward vereint sein zu können?

Erst geträumt, dann geschrieben
Märchenhaft wie die Rezeption des voluminösen Werks erscheint auch der Wandel im Leben der 1973 geborenen Autorin aus Phoenix, Arizona. Noch vor fünf Jahren war sie eine ganz normale Hausfrau und Mutter, auf dem linken Arm meistens ein Baby, in der rechten Hand ein Buch – sechs Romane pro Woche waren ihr Lektüre-Durchschnitt. Ansonsten kämpfte sie mit den durch die Geburten der drei Söhne bedingten überflüssigen Pfunden.
Dann passierte es: Am 2. Juni 2003 wachte sie um 4.00 Uhr morgens aus einem Traum auf. Dieser Traum war so klar, dass sie ihn sofort niederschreiben musste. Auf einer Waldlichtung hatte sie ein Mädchen erblickt und einen umwerfend gut aussehenden Vampir, beide in wahrer Liebe einander zugetan. Seit diesem wundersamen Datum hat die gläubige Mormonin Meyer keinen Tag mehr ohne Schreiben verbracht. Gewissermaßen aus dem Stand heraus ist sie zum Bestsellerstar mit Millionenauf- lagen und Übersetzungen in 34 Sprachen avanciert. Seit Anne Rice hat es keine so erfolgreiche Vampirautorin mehr gegeben. Jahr für Jahr produziert Meyer ein ziegelsteindickes Buch. Der dritte Band der „Bis(s)“-Reihe erschien sinnigerweise am Valentinstag. In den USA verdrängte er bereits nach drei Wochen „Harry Potter“ von Platz 1 der Charts. Im Moment sitzt die bereits vielfach ausgezeichnete Autorin am Finale der übrigens überaus keuschen Vampir-Saga. Sie selbst findet das, was mit ihr und ihren Büchern geschieht, höchst surreal und hat die Bodenhaftung nicht verloren. „In erster Linie bin ich immer noch eine Mutter!“

Verena Hoenig

Titel
Stephenie Meyer
Bis(s) zum Abendrot
Carlsen - 22,90 € (D) / 23,60 € (A) / 41,50 sFr
Format: 640 S.
ISBN: 978-3-551-58166-2
Bestellen

Kommentar schreiben

Wir bitten um sachliche Kommentare zum Thema.

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie diese Buchstabenfolge hier noch einmal ein:. Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination. TIPP: Zwischen Klein- und Großbuchstaben müssen Sie nicht unterscheiden.

Anzeige