Belletristik

Sandra Lüpkes© privat

#Autorenbesuchen - Heute bei Sandra Lüpkes

Die Corona-Pandemie bestimmt derzeit unser Leben – und natürlich auch das von Autorinnen und Autoren. Zu Hause arbeiten ist für sie zwar nichts Neues, doch auch ihr Alltag sieht momentan oft ganz anders aus. Wir haben nachgefragt und präsentieren unter #Autorenbesuchen regelmäßig neue Antworten aus dem literarischen Homeoffice.

Sandra Lüpkes, geboren 1971 in Götting und auf Juist aufgewachsen, ist die Autorin von zahlreichen Romanen, Erzählungen, Sach- und Drehbüchern. Mit „Die Schule am Meer“ hat sie gerade einen groß angelegten Gesellschaftsroman geschrieben.

Wie sehen Ihr Alltag und Ihre Arbeit momentan aus?
Momentan stecke ich zwischen zwei Büchern, das eine ist im März erschienen, das andere in der ganz frühen Phase des Durchdenkens. Also telefoniere und maile ich einerseits viel in Sachen Pressearbeit, andererseits lese ich mich in das neue Thema ein. Und arbeite gemeinsam mit meinem Mann Jürgen Kehrer an zwei Drehbüchern. Es ist also fast wie immer. Nur die Lesungen fehlen, und das ist hart. Im ersten Halbjahr wären es über zwanzig gewesen.

Was ist die größte Herausforderung?
Beruflich: Mich nach der intensiven Arbeit an „Die Schule am Meer“ wieder voll und ganz auf einen neuen Stoff einzulassen, ohne dass ich vor Ort recherchieren und Zeitzeugen persönlich befragen kann. Privat: Mit meinem Chor proben wir online das Requiem von Verdi, zweimal die Woche zwei Stunden müssen meine Nachbarn tolerant sein, wenn ich vor dem Rechner stehend die Sopranstellen übe. Das Werk soll ...– nein, es wird im Spätherbst aufgeführt!

Worauf freuen Sie sich persönlich besonders, wenn die Krise mal vorbei ist?
Auf die Lesungen! Ich habe ein so schönes Programm erarbeitet, will Bilder von der Schule am Meer zeigen und von meiner Recherche erzählen. Und privat freue ich mich sehr darauf, meine Töchter und meine Eltern wieder zu sehen, die ich sehr vermisse.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„Das Mädchen mit der Leica“ von Helena Janeczek, es erzählt die Geschichte einer der ersten Kriegsfotografinnen der Welt, die aus Deutschland stammte und den Spanischen Bürgerkrieg dokumentierte.

Welches Buch sollten Buchjournal-Leser*innen jetzt oder später unbedingt lesen?
„Wilsberg - Sag niemals Nein“ - vom meinem Mann Jürgen Kehrer, der ja der geistige Vater des Münsteraner Privatdetektivs ist und in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen feiert: 30 Jahre Wilsberg, der 20. Roman, 25 Jahre einer der beliebtesten Ermittler im ZDF. In diesem Fall verschlägt es Wilsberg unter anderem nach Beirut, wo er einen verschollenen Kriegsberichterstatter sucht. An Wilsbergs Seite: die fünfzehnjährige Emma, Tochter des Vermissten. Kurzweilig, spannend, politisch – und das sage ich nicht nur, weil das Buch von meinem Mann ist. 

Was macht für Sie ein gutes Buch aus?
An erster Stelle muss mich die Sprache überzeugen, ein gewisser Wortwitz, ungewöhnliche Vergleiche, lebendige Dialoge. Wenn das passt, muss noch nicht einmal unbedingt viel passieren.

Welches Buch würde in Ihrer Bibliothek niemand erwarten?
Momentan ist das „Kalle Komet“, geschrieben von Susanne Glanzner, illustriert von Anja Grote. Das lesen mein Mann und ich unserem fünfjährigen Nachbarsjungen vor. Jeden Tag ein Kapitel, im Treppenhaus, er macht es sich auf dem Zwischenpodest gemütlich, wir sitzen auf Kissen vor unserer Wohnungstür, mehr als drei Meter dazwischen. Er hat das Originalbuch, damit er die tollen Bilder anschauen kann, wir haben uns den Text kopiert. Ein Corona-Ritual, das für uns alle eine Bereicherung ist.

Wie sieht für Sie (in normalen Zeiten!) ein gelungener Tag aus?
Das, was mich rundum zufrieden macht, kann ich zum Glück auch jetzt – fast ohne Einschränkungen – tun: Mit meinem Mann spazieren gehen, wo wir vorher noch nie gewesen sind. Wir wohnen seit zwei Jahren in Berlin und erlaufen uns seitdem die große Stadt an jedem Sonntag. Bei jedem Wetter. Auch die schmuddeligen Ecken. Und anschließend essen wir Kuchen.

Welche geheime (oder weniger geheime …) Leidenschaft haben Sie?
Ich liebe es, Ikea-Regale zusammen zu bauen. Aber nur mit geladenem Akkuschrauber.

Eine Eigenschaft, die Sie bewundern?
Geduld.

Wofür sind Sie dankbar?
Es ist ein großes Geschenk, sowohl privat als auch beruflich von ganz wunderbaren Menschen umgeben zu sein, auf die ich mich felsenfest verlassen kann. 

Hier entlang geht's zur Empfehlung von Sandra Lüpkes Roman "Die Schule am Meer".

Titel

  1. Die Schule am Meer
    • VerlagROWOHLT Kindler
    • Preis 22,00 €
    • ISBN 9783463407227

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  2. Die Schule am Meer
    • VerlagArgon
    • Preis 19,95 €
    • ISBN 9783839817742

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  3. Inselfrühling
    • VerlagROWOHLT Taschenbuch
    • Preis 9,99 €
    • ISBN 9783499272264

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