Literatur-Nachrichten

Sechs AutorInnen ziehen nach Lüneburg

Mietfrei im Heine-Haus und ein Stipendium gibt‘s dazu: Das Land Niedersachsen und die Stadt Lüneburg  vergeben sechs Stipendien an: Jan Böttcher, Yannic Han Biao Federer, Barbara Marković, Katharina Mevissen, Philipp Stadelmaier und Stephan Thome. Die Stiepndien gelten für einen Aufenthalt von jeweils drei Monaten und für die Jahre 2021 und 2022.

Heine-Haus in Lüneburg© T&W

Die Stipendiaten wohnen mietfrei in der Wohnung im Anbau des Heinrich-Heine-Hauses und erhalten vom Land Niedersachsen ein Stipendiumsgeld in Höhe von 1.400 Euro monatlich. Die Auszeichnung wird für bisherige Veröffentlichungen und zur Förderung des weiteren schriftstellerischen Schaffens vergeben. Bei der aktuellen Ausschreibung sind über 80 qualifizierte Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Literaturbüro Lüneburg eingegangen, so der Literarische Beirat. Die drei Mitglieder des Literarischen Beirats, der über die Vergabe entscheidet, sind: Dr. Janet Boatin, Lektorin Wallstein Verlag, Dr. Tilmann Lahme, Leuphana Universität Lüneburg und Martina Sulner, freie Journalistin.

15.01. bis 14.04.2021

Jan Böttcher, 1973 in Lüneburg geboren, lebt seit 1993 in Berlin. Er stu­dierte Neuere deutsche Literatur und Skandinavistik in Berlin und Stockholm. 2003 erschien sein literarisches Debüt, die Erzählung „Lina oder: Das kalte Moor“. Böttcher war von 1998-2006 Texter, Sänger und Gitarrist der Band Herr Nilsson. Seine Bühnenauftritte sind oftmals Lesekonzerte. Mit einem Auszug aus dem Romans „Nachglühen“ gewann er 2007 den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Mit „Das Kaff“ (Aufbau Verlag) erschien 2018 sein fünfter Roman.

01.05. bis 31.07.2021

Barbara Marković, geboren 1980 in Belgrad, studierte Germanistik in Belgrad und Wien. Sie war als Lektorin für den Belgrader Verlag Rende tätig. Seit 2009 lebt sie in Wien. 2011/12 war sie Stadtschreiberin in Graz. 2009 erregte ihr Thomas Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“ (Suhrkamp Verlag) viel Aufsehen. Es folgten Kurzgeschichten, Theaterstücke und Hörspiele. Ihr Roman „Superheldinnen“ (Residenz Verlag 2016) wurde mehrfach ausge­zeichnet und 2018 als Theaterstück im Volkstheater Wien aufgeführt.

01.09. bis 30.11.2021

Katharina Mevissen, 1991 geboren, ist bei Aachen aufgewachsen. An der Universität Bremen hat sie Kulturwissenschaft und transnationale Literatur­wissenschaft studiert und in Berlin eine Drehbuch-Ausbildung absolviert. 2019 erschien ihr Romandebüt „Ich kann dich hören“ im Verlag Klaus Wagenbach. Für das Romanmanuskript hatte sie 2016 das Bremer Autorenstipendium erhalten. Das Buch wurde mit dem Kranichsteiner Litera­turförderpreis ausgezeichnet. Mevissen lebt als freie Autorin in Berlin, zudem leitet sie die von ihr mitgegründete gebärdensprachliche Literaturinitiative „handverlesen“.

15.01. bis 14.04.2022

Philipp Stadelmaier, 1984 in Stuttgart geboren, studierte Komparatistik und Romanistik in Frankfurt a.M. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung und für das Filmbulletin. 2016 erschien im Verbrecher Verlag der Tagebuch-Essay "Die mittleren Regionen. Über Meinung und Terror", geschrieben in Paris nach den Anschlägen vom Januar und November 2015, ausgezeichnet 2018 mit dem Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg. 2017 entstand mit der grotesken Komödie "Vanishing Points" sein erstes Theater­stück. 2019 erschien sein Debütroman „Queen July“ beim Verbrecher Verlag. Er lebt in Wien.

01.05. bis 31.07.2022

Stephan Thome, geboren 1972 in Biedenkopf/Hessen, studierte Philoso­phie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. Sein Roman „Grenzgang“ gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman „Fliehkräfte“ – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans „Grenzgang“ den Grimme-Preis. Zuletzt erschien 2018 der Roman „Gott der Barbaren“ (Suhrkamp Verlag).

01.09. bis 30.11.2022

Yannic Han Biao Federer, geboren 1986, wuchs in Südbaden auf. Er studierte Germanistik und Romanistik in Bonn, Florenz und Oxford und promovierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Derzeit arbeitet er im Literaturhaus Köln. Erste Erzählungen erschienen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Sein Debütroman „Und alles wie aus Pappmaché“ erschien 2019 bei Suhrkamp Nova. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt 2019 wurde ihm der 3sat-Preis zugesprochen.

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