Ratgeber

krebskrebs

13.06.2008

Es kann jeden treffen

Krebs ist längst zur Volkskrankheit geworden. Aber kampflos hinnehmen muss man sie nicht: Jeder kann etwas dagegen tun. David Servan-Schreiber, Neurologe und vor 15 Jahren selbst an einem Gehirntumor erkrankt, erklärt, wie man durch Ernährung, Veränderung des Lebensstils und bestimmte pflanzliche Wirkstoffe sein Immunsystem unterstützt und so dem Krebs entgegentritt.

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„Sie haben Krebs.“ Die Diagnose ist ein Schock und kommt fast immer völlig unerwartet. Die Welt bricht aus den Angeln. „Wieso gerade ich?“, fragt sich wohl jeder Betroffene. An Krebs kann jeder erkranken. Wir alle – Sie, Ihr Nachbar, ich – tragen Tausende von inaktiven Krebszellen in uns. Was diese zum Erwachen bringt, weiß noch immer niemand so genau. Hat sich ein Tumor erst einmal gebildet, ist der Weg klar vorgegeben: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie. Das muss sein. Bessere Möglichkeiten, das Tumorwachstum zu bremsen, kennt die Medizin noch nicht.
Normalerweise mobilisiert unser Körper seine Abwehrzellen und unterbindet die Entwicklung eines bösartigen Tumors. Doch nicht immer tut der Körper verlässlich seine Arbeit. Deshalb sollte eine Krebserkrankung den Betroffenen wachrütteln. Unser Körper hat SOS gefunkt. Unser Immunsystem, die stärkste Waffe gegen entartete Zellen, braucht Unterstützung. Wer seine Abwehrmechanismen versteht, kann sie aktiv nutzen, um Tumoren bereits im Vorfeld den Nährboden zu entziehen. Für Erkrankte bedeutet das: Dem Krebs keine zweite Chance geben.
Für alle anderen: Aktiv daran mitarbeiten, gesund zu bleiben.
Denn entgegen der gängigen Meinung hat Krebs primär nichts mit Vererbung oder Veranlagung zu tun. Gene, so schätzen Wissenschaftler, sind gerade mal zu 15 Prozent an einer Krebserkrankung schuld. Zu 85 Prozent sind Umwelt, Ernährungsgewohnheiten, mangelnde Bewegung und psychische Belastung verantwortlich. Vor diesem Hintergrund sollte jedem klar werden: Ich habe es in der Hand, was mit mir passiert. Und: Ich sollte mich informieren. Lohnendes liefert David Servan-Schreiber: verständlich, fundiert, praxisnah und nicht zuletzt einfühlsam.
Der französische Medizinprofessor an der Universität Pittsburgh, selbst ein Krebsopfer, hat alle wissenschaftlich belegten Erkenntnisse über den Zusammenhang von Lebensstil und Tumorerkrankung zu einem „Anti-Krebs-Buch“ zusammengefasst. Es ist ein wichtiges, aufrüttelndes Buch. Scheuklappen zu tragen wäre falsch. Jeder Vierte in der westlichen Welt stirbt heute an einer Krebserkrankung – Tumore breiten sich epidemieartig aus. Doch wie der Statistik entkommen? Vielleicht, indem man einige Grundregeln beherzigt:

1. Ruhen Sie in sich
Klar, es gibt Antibiotika und fantastische Chirurgen, Bestrahlung, Chemo. Alles wichtig, um die Krankheit in Schach zu halten. Darüber aber sollten wir unseren inneren Heiler nicht vergessen. Wer Körper und Geist in Balance hält, in sich ruht, bei dem funktionieren die Immunzellen erheblich besser. Meditation, Beten, Yoga, Singen oder ein Gespräch unter Freunden kann zu innerer Zufriedenheit führen und damit zu Stabilität. Versuchen Sie, die Stressfaktoren in Ihrem Leben zu eliminieren und durch positive Erlebnisse zu ersetzen. Statt rund um die Uhr zu funktionieren, sollten Sie sich feste Ruhepole schaffen, einfach mal faulenzen.

2. Ernähren Sie sich ausgewogen
Mittlerweile sehen viele Forscher die Zunahme der Krebsfälle der letzten 50 Jahre unter dem Aspekt unserer veränderten Ernährung: Unser Konsum von raffiniertem Zucker ist angestiegen, Pestizide und Düngemittel gelangen in unsere tägliche Nahrung, Kühe und Hühner erhalten statt Grünfutter Mais und Soja, wir essen zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse. Setzen Sie bewusst auf Lebensmittel, deren Anti-Krebs-Wirkung wissenschaftlich belegt ist: Grüner Tee, Kurkuma und Linsen gehören dazu. Ersetzen Sie Zucker durch Agavendicksaft, greifen Sie bei Obst und Gemüse, möglichst aus Bio-Anbau, beherzt zu.

3. Kommen Sie in die Gänge
Wer sich jeden Tag 20 bis 30 Minuten bewegt, macht es richtig. Joggen oder stramme Spaziergänge, eine Radtour und Schwimmen bringen nicht nur das Herz-Kreislauf-System auf Trab, sondern mobilisieren auch das Immunsystem. Sport ist mittlerweile ein wichtiger Baustein in der Krebstherapie und -prävention.

4. Gefühle zeigen
Lernen Sie, die eigenen Gefühle anzunehmen, auch Angst, Trauer oder Verzweiflung. Emotionen gehören zum Leben dazu. Wer sie ständig unterdrückt, staut Unverarbeitetes auf. Mit wachsender psychischer Belastung steigt das Krebsrisiko. Sorgen Sie für einen Freundeskreis, tauschen Sie sich jeden Tag mit anderen Menschen aus. Einsamkeit macht krank.

5. Genussgifte meiden
Finger weg von Zigaretten und Drogen; Alkohol in Maßen und wenn, dann nur zu den Mahlzeiten trinken. Es gilt als gesichert, dass Rauchen und Alkohol das Krebsrisiko bis um das 20-Fache steigern.

Sandra Schulte

Titel
David Servan-Schreiber
Das Anti-Krebs-Buch
Kunstmann - 360 S.
Format: 24,90 € (D) / 25,60 € (A) / 44,00 sFr
ISBN: 978-3-88897-513-4
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Sophie van der Stap
Heute bin ich blond
Droemer - 16,95 € (D) / 17,50 € (A) / 29,90 sFr
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ISBN: 978-3-426-27443-9
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David Servan-Schreiber
Die Neue Medizin der Emotionen
Goldmann - 9,95 € (D) / 10,30 € (A) / 18,90 sFr
Format: 320 S.
ISBN: 978-3-442-15353-4
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