Kinder- und Jugendbuch

Drachen im Kopf

20.11.2008

Drachen im Kopf

Mit 15 Jahren zum Weltbestseller-Autor: Der unglaubliche Erfolg des Christopher Paolini, dessen dritten „Eragon“-Roman Scharen von Fans sehnsüchtig erwartet haben.

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Ein Junge namens Eragon, der auf einem Drachen namens Saphira durch die Lüfte fliegt, ist ohne Zweifel eine faszinierende Angelegenheit. Noch faszinierender liest sich allerdings die Geschichte des Christopher Paolini. Das wiederum ist der Junge, der sich die Sache mit Eragon und dem Drachen ausgedacht hat. Immerhin kommt es so oft nicht vor, dass ein 15-Jähriger einen Weltbestseller landet.
Christopher Paolini wird am 17. November 1983 in Südkalifornien geboren. Er wächst in Paradise Valley im US-Bundesstaat Montana auf. Eine öffentliche Schule besucht er nie. Stattdessen wird Christopher von seinen Eltern unterrichtet. Offenbar recht erfolgreich, denn er beschreibt sich selbst als „jemanden, der Bücher verschlingt, mit einer uner-sättlichen Gier nach neuem Wissen“. Hingerissen liest er J.R.R. Tolkien, Raymond Feist, die nordischen Heldensagen – und erschafft – gerade mal 15 ist er da – eine ganz eigene, komplexe Fantasy-Welt: Alagaësia. Bevölkert mit Fabelwesen ist sie und durchwirkt von Magie.
„Obwohl ich mich sehr für Bücher interessierte, wäre mir nie in den Sinn gekommen, eines Tages selbst Autor zu werden“, sagt Paolini. „Eigentlich wollte ich nur die Geschichten, die mir im Kopf herumspukten, mit anderen teilen.“
Und was spukte da genau? „Ich sehe Echsen vor mir. Nicht irgendwelche winzigen Eidechsen, auch nicht so groß wie Alligatoren – nein, ich habe gigantische, majestätische Flugdrachen vor Augen. Ständig sehe ich sie vor mir: unter der Dusche, wenn ich mich auf der Couch rekle oder im Auto sitze ...“
Manchmal stecken sie auch in einem Ei. Eragon, der Held der Geschichte, hat das Alter seines Schöpfers. Als er auf der Jagd einen blauen Stein findet, ahnt er noch nicht, dass dieser Fund sein Leben verändert: Der Stein entpuppt sich als Drachenei. Als das Tierchen endlich schlüpft, entsteht eine magische Verbindung zwischen den beiden, welche sie zu Drache und Drachenreiter werden lässt. In der Folge wird Eragon zum Helden der Widerstandsbewegung gegen den bösen König. Es ist auch sonst von Vorteil, ein schlagkräftiges Team zu sein, denn in Alagaësia leben ziemlich üble Gestalten wie die Urgals oder die Ra’zac, die sich von Menschenfleisch ernähren.
Kämpfen müssen junge Helden aber nicht nur gegen Monster. „Der erste Schritt beim Schreiben war ein rein kreativer Akt“, erinnert sich der junge Autor. „Aber dann kam die Schufterei, das Manuskript in lesbaren Stoff zu verwandeln. Erst da lernte ich, gefällig und grammatikalisch korrekt zu formulieren.“
Für den ersten Entwurf brauchte Paolini ein Jahr, ein weiteres, um ihn anständig zu überarbeiten. Der Shootingstar gesteht: „Anfangs hatte ich keinen blassen Schimmer von dem, was ich da tat.“
Als er das Buch seinen Eltern zum Lesen gibt, sind diese derart beeindruckt, dass sie das Manuskript im kleinen Eigenverlag der Familie drucken. Im darauffolgenden Jahr ziehen die Paolinis durch die USA, um das Buch in Schulen, Bibliotheken und Buchläden bekannt zu machen. Im Sommer 2002 wird Carl Hiaasen, ein amerikanischer Journalist und Schriftsteller, auf das Werk aufmerksam. Er zeigt es seinem Verleger Alfred Knopf, der die Rechte an „Eragon“ sofort kauft.
Gleich nach Erscheinen der amerikanischen Buchhandelsausgabe im Herbst 2003 stürmt „Eragon“ an die Spitze der Bestsellerliste in der „New York Times“ und stellt damit sogar „Harry Potter“ in den Schatten. Innerhalb von sechs Monaten werden eine Million Bücher verkauft.
Die literarische Welt zeigt sich erstaunt, wie fantasievoll, spannend und detailgenau der junge Autor erzählen kann. Hollywood ersteht die Rechte und verfilmt den Stoff in der Slowakei, Ungarn und Kanada. Christopher Paolini erhält mehrere 100?000 Dollar Vorschuss für den zweiten Teil. Als „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ in die Buchläden kommt, sind die Kritiker vollends aus dem Häuschen. „Ein großartiges Werk“, lobt die „New York Times“. Und die deutsche Zeitschrift „Brigitte“ verleiht allerhöchste Weihen: „Wenn einer das Prädikat ‚Der neue Tolkien‘ verdient, dann ist es dieser Christopher Paolini.“
Inzwischen ist dieser Christopher Paolini 25 geworden und legt den nächsten Teil der „Eragon“-Saga vor: „Die Weisheit des Feuers“. Die Figuren sind wieder sehr überzeugend gezeichnet, die Handlungsentwürfe so aufregend und farbenprächtig wie zuvor. Aber man merkt, dass Paolini als Schriftsteller gewachsen ist. Er geht überlegter bei der Anlage seines Romans vor, was der Spannung keinen Abbruch tut.
Denn wieder brauen sich die dunklen Wolken des Krieges über Alagaësia zusammen. Elfen und Zwerge brauchen Eragons magische Fähigkeiten so dringend wie nie zuvor. Aber der Drachenreiter hat den Schwur, den er seinem Cousin Roran gab, nicht vergessen: Im Helgrind, dem Unterschlupf der grausamen Ra’zac, wartet Rorans geliebte Katrina auf ihre Rettung. Ungeahnte Gefahren lauern dort, doch sie sind erst der Beginn einer abenteuerlichen Reise, die Eragon und seinen Drachen Saphira bis über die Grenzen des Königreichs führt …

Hans Schloemer

Titel
Christopher Paolini
Eragon
cbj - 24,95 € (D) / 25,70 € (A) / 43,90 sFr (UVP)
Format: 1.024 Seiten
ISBN: 978-3-570-12805-3
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Christopher Paolini
Eragon – Die Weisheit des Feuers
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Format: 24 CDs
ISBN: 978-3866043619
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