Sachbuch

Richard David Precht: <br>Der etwas andere Philosoph© Bild: Oliver Rüther

01.04.2009

Richard David Precht:
Der etwas andere Philosoph

Er wollte seine Leser anregen, intelligenter über sich nachzudenken – und schrieb das erfolgreichste Sachbuch des Jahres 2008. Jetzt geht es Richard David Precht um Intelligenz ausgerechnet in Liebesdingen.

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Er trägt einen blauen Pullover, Jeans und Stiefel mit Blumenmuster. Und er wirkt entspannt, als er morgens um zehn Uhr die Tür seiner Kölner Wohnung öffnet. Richard David Precht ist studierter Philosoph, erscheint aber anders als die meisten seiner Artgenossen. Der 44-Jährige sieht gut aus, wirkt lebensnah, und er kommt bei einem großen Publikum an. Sein Buch „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“, ein unterhaltsamer Streifzug durch die Philosophiegeschichte, wurde – bis jetzt – 700 000-mal verkauft und in 16 Sprachen übersetzt.

Der große Erfolg kam, nachdem Elke Heidenreich seine „philosophische Reise“ im Januar 2008 in ihrer Sendung „Lesen!“  empfohlen hatte. Daraufhin wurde Precht in die Talkshows eingeladen, und sein Buch vertrieb Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ von Platz 1 der Bestsellerlisten. Jetzt ist „Liebe“ erschienen, und wieder ist der Starautor Gast in den Talkshows.


Mit dem Rummel um seine Person geht er gelassen um. Klar: Der Buchjournal-Fotograf kann ihn in einem Hemd haben. „Wenn es ein weißes sein soll, müssten wir allerdings noch bügeln“, sagt er. Er ist seit Wochen unterwegs und hat Vorträge gehalten, Haushaltskram ist liegen geblieben. Wir einigen uns auf ein lachsfarbenes Hemd, das knitterfrei auf dem Bügel hängt. Precht rasiert sich auch noch. Und er gibt dem Fotografen Zeit, die er eigentlich nicht hat. Er pendelt zwischen Köln, wo sein fünfjähriger Sohn zu Hause ist, und Luxemburg, wo seine Frau, die Fernseh-moderatorin Caroline Mart, und seine drei Stiefkinder leben. In den letzten Wochen hatte er nur wenig Zeit für die Familie und will nun endlich nach Luxemburg. Aber er harrt aus: für die Fotos und für ein Gespräch über sein neues Buch. „Das gehört dazu“, sagt er. Nicht dazu gehört für ihn, dass von ihm Aufnahmen gemacht werden, die ihn wie ein Benetton-Model aussehen lassen: „Das ist mir einmal passiert, und diese Fotos habe ich nicht freigegeben.“ Er geht locker mit den Medien um, verbiegen lässt er sich nicht.
Über seine Bücher reden wir an einem großen Tisch in der Küche. Hier ist alles aufgeräumt und gepflegt – anders als in der Wohnung seiner Eltern vor 30, 40 Jahren. Über die Zeit damals hat er ein Buch geschrieben, „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“. Und aus der autobiografischen Erzählung hat er 2007 einen Film gedreht: über seine Kindheit in Solingen und seine Eltern, die politisch sehr weit links standen. Spießig ging es bei Prechts nicht zu. Und eben auch nicht allzu ordentlich, erinnert sich Richards Schwester in dem Film...

 

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Sabine Schmidt

Titel
Richard David Precht
Liebe - Ein unordentliches Gefühl
Goldmann - 19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 34,90 sFr. UVP
Format: 400 S.
ISBN: 978-3442311842
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Richard David Precht
Liebe
Random House Audio - 19,95 € (D) / 20,60 € (A) / 34,90 sFr. UVP
Format: Gelesen von Richard David Precht und Caroline Mart
ISBN: 978-3866049864
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