Ratgeber

Allein in unendlichen Weiten

23.06.2009

Allein in unendlichen Weiten

Man muss sich nicht schnell von einem Ort zum nächsten bewegen. Man kann auch entschleunigt unterwegs sein: durch die Wüste wandern, um die Welt segeln, in den USA Rad fahren. Und bei sich selbst ankommen.

Schlagworte:

Es heißt, wer die Wüste einmal betreten hat, kommt nie mehr von ihr los; denn hier, inmitten einzigartiger Urlandschaften, verliert sich die Bedeutung von Raum und Zeit. Hier reduziert sich das Leben auf das Wesentliche. Und hier, in absoluter Stille und Einsamkeit, wird der Mensch dorthin zurückgeworfen, wohin er gehört – zu sich selbst.“ Das sagt der Wüstenwanderer Achill Moser.
Er war 17, als er der Wüste zum ersten Mal begegnete. Heute ist er 54 und immer noch von ihr gepackt. Mehr noch: In mehr als drei Jahrzehnten ist sie für ihn zu einer Art Droge geworden und geblieben. Es ist ein Rausch, ein Kick, der den Hamburger immer wieder in die Wüsten dieser Welt treibt. Und dazu, seine Frau, seine beiden Söhne, sein bürgerliches Leben für ein paar Monate hinter sich zu lassen.

Als erster Mensch hat Moser 25 Wüsten der Welt bereist, unter ihnen in China die Wüste Gobi, in Ägypten die Wüste Sinai, in Alaska die Kobuk-Wüste, in Island die Wüs­­­te Odadahraun. Zuletzt, 2008, hat er das größte Sandmeer der Welt durchquert: die Sahara. 5 535 Kilometer. Zu Fuß. Allein. Ein Spaziergang war das nicht. 15 Kilo Gepäck trug er auf seinen Schultern, unterwegs war er in den Monaten Juni bis November. „Tags steigt die Temperatur zwar auf 50 Grad, dafür gefriert mein Trinkwasser nicht in den kalten Nächten des Wüstenwinters. Ich habe mir angewöhnt, morgens von fünf bis zehn Uhr und abends von sechs bis zehn Uhr zu laufen. Tags raste ich im dürftigen Schatten meines Zeltes“, berichtet er nach seiner Rückkehr.
Warum tut Moser sich das an? Es ist Abenteuerlust, ein bisschen wohl auch heute noch der Protest gegen den Stiefvater, der seine Wüstenflausen nicht verstehen konnte. Vor allem aber ist es die Faszination außergewöhnlicher Landschaften, die Stille und das Alleinsein, das Gehen als eine der wenigen Fortbewegungsarten, bei denen die Seele Schritt halten kann. In seinem Buch „Das Glück der Weite“ nimmt Moser seine Leser mit auf seine Entschleunigungstouren, zu grandiosen Urlandschaften, in Einsamkeit und Unberührtheit, und lässt sie etwas ahnen von seiner „Urform der Meditation“.
Was Achill Moser in den Wüsten sucht, sucht Wilfried Erdmann auf den Meeren. Er war der erste Deutsche, der – 1967/68 – allein um die Welt segelte. Danach hat ihn bei vielen seiner Törns seine Frau Astrid begleitet, zum ersten Mal 1969, gleich nach ihrer Hochzeit. „Robinson Cove, Moorea. Hier erlebte ich, was Wilfried mir beim Bootskauf versprochen hatte“, erinnert sie sich: „direkt am Ufer den Anker fallen lassen, achteraus ins knietiefe Wasser springen und die Heckleine an einer Palme festmachen.“ Aber so schön ist es nicht immer. An manchen Tagen ihrer vielen Segeltörns peitscht der Wind um die Yacht, die Gischt kommt über, die Segler werden nass bis auf die Haut. Die Yacht stampft durch die Wellen, Astrid Erdmann ist oft seekrank. Es ist kalt, ungemütlich, anstrengend, Komfort ist ein Fremdwort an Bord – und eines Tages hat Astrid Erdmann eine Fehlgeburt auf See. Sie hat sie überlebt, wie auch den Orkan auf dem Nordatlantik, den schlimmsten Sturm, dem sie jemals ausgesetzt war. ...

 

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Sabine Schmidt

Titel
Achill Moser
Das Glück der Weite
Malik - 19,95 € (D) / 20,60 € (A) / 34,90 sFr. UVP
Format: 320 S.
ISBN: 978-3455501063
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Astrid Erdmann
Die Weltumseglerin
Delius Klasing - 22,90 € / 23,60 € / 39,90 sFr. UVP
Format: 288 S.
ISBN: 978-3768825962
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Dirk Rohrbach
Americana: In 180 Tagen mit dem Rad einmal um die USA
Malik - 19,95 € (D) / 20,60 € (A) / 35,90 sFr. UVP
Format: 256 S.
ISBN: 978-3890293622
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