Romane
Wie sieht der Tag von Amelie Fried aus, bevor sie um 10 Uhr das erste Interview gibt?
Amelie Fried: Ich sitze seit 8 Uhr am Schreibtisch, habe zwei Texte und mehrere E-Mails geschrieben: normaler Büroalltag. Die Zeitung lesen mein Mann und ich schon zum Frühstück, und über den Tag schaue ich noch mal in die Online-Ausgaben. Wenn ich allerdings an einem Buch schreibe, ziehe ich mich ganz zurück und gehe auch nicht ans Telefon.
Ab Juli moderieren Sie mit Ijoma Mangold die Nachfolgesendung von Elke Heidenreichs Lesen!“ im ZDF. Wie viel Zeit widmen Sie der Buchlektüre?
Viel, momentan komme ich wöchentlich auf etwa fünf Bücher, manchmal eines an einem Abend.
Warum ziehen Sie das Moderatorendoppel vor?
Ich denke, dass wir ein gutes Team bilden: Ijoma kommt aus der klassischen Literaturkritik, ich verkörpere eher die Figur der leidenschaftlichen Leserin. Und da wir in Alter und Geschlecht verschieden sind, ergeben sich interessante Kombinationen unserer Blickwinkel.
Sie stellen pro Sendung sechs bis acht Bücher vor und haben einen Gast. Wie ausführlich kann dabei das einzelne Buch gewürdigt werden?
Wir haben eine halbe Stunde Sendezeit. Es gibt Bücher, die kann man in wenigen Minuten gut vorstellen. Andere Bücher brauchen mehr Raum, den wollen wir ihnen auch geben. Schwerpunkt ist die Belletristik, aber es kann durchaus mal ein gutes Sachbuch sein, ein tolles Jugendbuch, ein Krimi.
Wie verträgt sich die Rolle der Bestsellerautorin mit der neuen Rolle der Kritikerin?
Wer selbst Schriftsteller ist, hat vielleicht eine größere Sensibilität für Kritik. Mein Umgang mit Büchern wird immer respektvoll kritisch sein, denn die Arbeit von Monaten oder Jahren in die Tonne zu treten, finde ich, steht niemandem zu.
Was sind Ihre Kriterien für ein richtig gutes Buch?
Es muss Herz und Hirn gleichermaßen beschäftigen. Ich möchte nach der Lektüre das Gefühl haben, dass sich mein Lebenshorizont ein Stück erweitert hat.
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Elisabeth Grün
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