Romane
Ein halbes Jahr lang war Frank Schätzing abgetaucht in eine andere Welt. Termine, Freizeit, Freunde – alles war auf das Notwendigste reduziert. Seine ganze Energie galt dem Mond, besser: der Fertigstellung seines neuen Thrillers „Limit“, ein 1300-Seiten-Wälzer, in dem der Erdtrabant die zentrale Rolle spielt.
Immer noch ein wenig blass um die Nase, aber sichtlich entspannt sitzt Schätzing nach getaner Schreibarbeit in Jeans und David-Bowie-Shirt auf der Terrasse einer Bar am Kölner Rheinauhafen und genießt die Sommersonne. Träge schippern Lastkähne und Ausflugschiffe vorbei, Jogger schwitzen auf der Uferpromenade. „Vielleicht gehe ich heute Nachmittag auch noch eine Stunde Laufen“, sinniert Schätzing und nippt an einer Tasse Tee.
Von seiner Wohnung in der Kölner Südstadt ist es zwar nur ein Katzensprung zum Rhein, mit dem Joggen könnte es aber heute knapp werden. Denn anders als für andere Autoren, die nach Manuskriptabgabe plötzlich alle Zeit der Welt haben, geht für Schätzing die Arbeit weiter. Aber was heißt schon Arbeit? „Ich tue nur noch Dinge, die mir Spaß machen.“ Etwa nachher mit einer Verlagsmitarbeiterin über die Gestaltung der Mondkarte für „Limit“ diskutieren. Oder nachmittags mit einem Freund am Internet-Trailer weiterbasteln. Außerdem will er heute noch ins Tonstudio, denn die Musik für die Multimedia-Show für „Limit“ komponiert er wie beim „Schwarm“ natürlich selbst. Schätzing, das Multitalent, der Hansdampf in allen Gassen, der kreative Kraftkerl, der seine Energie aus der eigenen Produktivität zieht.
„Klingt fast so, als sei ich Workaholic“, sagt der 52-Jährige breit grinsend und macht es sich auf dem Lounge-Sofa noch ein wenig bequemer. „Falsch. Ich kann auch wunderbar nichts tun, kann drei Wochen Urlaub machen und dabei nur Löcher in die Luft starren. Mir macht es aber einfach wahnsinnig Spaß, kreativ zu sein und gemeinsam mit Freunden Ideen umzusetzen.“ Auf dieses Wir-Gefühl hat Teamplayer Schätzing lange verzichten müssen. Seit August 2007 schrieb er in seinem Kölner Büro am neuen Thriller, die letzten sechs Monate davon in selbst verordneter Klausur. „Wenn ich etwas fertig bekommen will, arbeite ich sehr kompakt, fange gegen zehn Uhr an zu schreiben und mache, wenn es gut läuft, weiter bis tief in die Nacht.“ Zur Entspannung greift Schätzing zwischendrin zur Gitarre. „Während der Arbeit an ‚Limit‘ habe ich nebenher 20 Songs komponiert, die ich mit meiner Band demnächst aufnehmen will.“ Oder er liest ein paar Seiten in einem Roman oder – als bekennender Donald-Duck-Fan – in den gesammelten Werken von Carl Barks. „Das ist unglaublich krampflösend.“ …
Lesen Sie weiter im aktuellen "Buchjournal", das Ihr Buchhändler für Sie bereithält!
Eckart Baier
| Titel | |
|---|---|
|
Frank Schätzing Limit Kiepenheuer & Witsch - 26,00 € (D) / 26,80 € (A) / 44,50 sFr (UVP) Format: 1.312 Seiten ISBN: 978-3-462-03704-3 Bestellen |
|
|
Frank Schätzing Limit Der Hörverlag - 49,95 € Format: 20 CD ISBN: 978-3867175326 Bestellen |
|


