Medien
05.12.2011Lehmkuhl verzichtet auf "Vorerst gescheitert"
Guttenberg sorgt für Presse
Scharenweise hätten ihm am Samstag seine Kunden gratuliert, berichtet Lehmkuhl-Buchhändler Marc Schürhoff der "tz". Freitag nämlich hatte der ZDF-Comedian Oliver Welke in seiner "Heute Show" über den Verzicht der Buchhandlung auf den Guttenberg-Bestseller berichtet. "Guttenbergs Buch ist ähnlich peinlich wie das von Bohlen", findet Schürhoff. Und bei Bohlen habe man sich auch gegen den Verkauf des Buches entschieden.
- 02.12.2011
- Herder Verlag: Ärger um Guttenberg-Buch


1. Kopfschüttler 05.12.2011 17:19h
Schade nur das man mit vielen warmen Händedrücken keine Miete für einen Laden bezahlen kann...
2. Markus Groß 05.12.2011 17:26h
Genau wie beim Sarrazin Buch machen wir das auch bei zu Guttenberg so: Das Buch wird von uns nicht geführt oder auf Lager vorrätig gehalten, aber direkte Kundenbestellungen führen wir natürlich durch. Bisherige Bestellungen: NULL...wir haben halt kluge Kunden...
Die Miete für den Laden bezahlen wir mit dem Verkauf all der anderen guten Bücher
Markus Groß
AUREL Buchhandlungen
Nideggen Kreuzau Daun
3. Miss Geschick 05.12.2011 21:17h
Leider hat sich bei der Erstauflage des Guttenberg-Buches im Titel ein Druckfehler eingeschlichen, der beim Nachdruck wieder korrigiert wird. Das Buch heißt korrekt: "Definitiv gescheitert". Bis dahin sollten die Buchhändler den Titel überkleben.
4. Bookseller 06.12.2011 10:16h
Gratulation! Dann laßt doch das Geschäft mal wieder Amazon machen. Platz 1 im Bereich Politik/Gesellschaft und Platz 18 im Gesamtranking.
Der Buchhändler als erzieherisches Element mit Sendungsbewußtsein. Diese Branche wird nie dazu lernen.
5. Markus Groß 06.12.2011 11:03h
@4
Egal! Ich will niemanden erziehen, deshalb besorge ich Kunden die bestellen das Buch. Ich muß aber dafür keine Werbung machen indem ich es hinlege und ich will so einen Mist nicht in meinem Laden haben.
Wie nennt Johan Schloeman in der Zeit von heute was zu Guttenberg da treibt: "...eine populistisch-cäsaristische Selbstüberhöhung, die sich in Demutsgesten verkleidet. Widerlich." Warum sollte ich dazu Beihilfe leisten?
6. Thomas Wich 06.12.2011 11:51h
@1+4: Wozu die Aufregung? Bei Lehmkuhl funktioniert's. Mein Käsehändler führt auch keinen Analogkäse. Und der würde ihn noch nicht einmal bestellen, wenn ich's wollte...
Viele machen vieles falsch in der "Branche", hier wie überall, aber das stereotype, oft selbstgerechte Bashing ("veraltetes Geschäftsmodell", "wehe, wenn ich auf die Musikindustrie blicke", "Servicewüste" etc.) ist ermüdend.
7. Leser 06.12.2011 12:35h
@6 Der Käsehändler hat auch kein "Verzeichnis lieferbaren Käses" und der Käse ist nicht preisgebunden.
Aber der Käsehändler darf und soll sagen, wenn er etwas Käse findet.
So zum Beispiel den Käse "Vorerst verschimmelt"
8. Buchhändlerin 06.12.2011 14:26h
Jeder Händler entscheidet, womit er sein Geschäft macht. Und wenn sich ein Händler entschließt auf etwas zu verzichten, dann ist es eine Sache, die er mit sich und seinen Kunden abmachen muss.
So ist es nunmal auch im Buchhandel. Und wenn sich ein Buchhändler entschließt, dass ein bestimmtes Buch nicht seinem Sortiment / Programm / Anspruch entspricht, dann gut so. Das zeigt mir nur, dass er sich ganz klare Gedanken macht, wo er sich positionieren möchte und wofür er steht.
Nicht jeder Buchhändler muss alles verkaufen. Und damit richten sie weder sich noch all ihre Kollegenschaft zu grunde.
Und so wie ich Lehmkuhl einschätze, wird der Laden daran nicht zugrunde gehen, dass dieses Buch dort vermutlich ohnehin keiner gesucht hätte.
9. B.Klak 07.12.2011 09:13h http://www.randomhouse.de/webarticle/webarticle.jsp?aid=33135
Ich empfehle natürlich gerne ein anderes Buch: "Guttenbergs Fall" von Tanjev Schulz und Roland Preuß: Alles über die Hintergründe und die Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft. Anschließend kann man getrost das "gescheiterte" Buch lesen, der richtige Titel zum Buch wäre aber wahrscheinlich eher "Verblendung" ...
10. Max 08.12.2011 13:07h
hm, ich denke der erzielte Werbeeffekt ist einfach unbezahlbar. oder waren Sie mit ihrer Buchhandlung schon mal im ARD-Nachtmagazin ??
11. Jule 09.12.2011 07:27h
@4 + 7 Jetzt wird einem tatsächlich der eigene Kopf schon zum Vorwurf gemacht. Unfassbar. Unfassbar dämlich. Niemand braucht Guttenberg um zu überleben.
12. Leser 09.12.2011 08:54h
@jule da haben Sie aber meinen Kommentar unter 7 gründlich falsch verstanden.
Käsehändlerkopf finde ich gut!
13. Jule 09.12.2011 21:26h
Verzeihung.
14. swallow 12.12.2011 21:29h
ad 2: Sie haben schon recht: Zensur ist immer auch eine Möglichkeit.
15. Max 12.12.2011 22:56h
ad 14
nein, keine zensur.
ich z.b. bin mit einer "ausländerin" verheiratet, ich konnte, durfte dieses machwerk von herrn sarrazin gar nicht verkaufen.
in meiner buchhandlung gab es diesen titel nicht einmal auf bestellung.
aber die einbussen hielten sich doch in grenzen.
die freiheit, ob ich hier titel verkaufe oder nicht, die muss ich noch behalten. ich verkaufe hier auch nicht bücher wie die "auschwitz-lüge" oder ähnliches. nein. auch nicht auf bestellung.
nennen sie es zensur, es ist keine....diese bücher sind erhältlich, aber eben nicht bei mir. punkt.
16. Mapfox.de 13.12.2011 09:08h http://www.mapfox.de/9783451305849.php
Als wir als Landkartenhändler beschlossen, auch die aktuellen Bestseller ins Programm zu nehmen, war uns zunächst nicht bewusst, dass es theoretisch möglich sein könnte, dass es der Schund des Herrn KTzG auf diese Liste schafft.
Wer bei uns den Titel online bestellen will, spendet stattdessen an einen gemeinnützigen Kindergartenverein. In diesem Kindergarten lernt unser Nachwuchs z. B., wie man fremdes Eigentum achtet und sich sein Schamgefühl bewahrt. Das Machwerk gibt´s natürlich nicht bei uns - auch nicht auf explizite Bestellung.
17. swallow 13.12.2011 20:20h
ad 15: Was an Sarrazins Buch "Machwerk" sein soll, leuchtet mir nicht ein. Haben Sie es gelesen? Ich schon. Durchaus kein an Kleist oder Lessing geschulter Ductus, aber nüchtern und klar formuliert. Die einzig unglückliche Stelle hinsichtlich gewisser genetischer Eigenheiten wurde in der zweiten Auflage stilistisch korrigiert. Dieses Kapitel stützt sich übrigens wesentlich auf einen (von einem Amerikaner jüdischen Glaubens verfaßten) Artikel im "Scientific American".
Nein, nein: die meisten ideologischen Probleme mit uns Deutschen haben wir selbst.
Und warum, mit Verlaub (ich möchte Ihnen wirklich nicht zu nahe treten), sollte eine "Ausländerin", also etwa eine Italienerin, Portugiesin, Schottin, Norwegerin, Japanerin, Mongolin, Brasilianerin, Argentinierin etc. etwas dagegen haben, daß Ihre Buchhandlung den fraglichen Band führt?