Ratgeber
Eyes of Paris - Paris im Spiegel der Fotografie. Ausstellung von 130 Fotobüchern in den Deichtorhallen in Hamburg© Gianni Berengo Gardin
29.12.2011Bildbände
Ab ins Museum
Die Metropole als Modell
Stadt der Liebe, Stadt der Mode – und selbst Model wie keine andere Metropole der Welt. Zahllose Fotografen haben Paris, die Geburtsstadt der Fotografie, vor die Linse genommen, Bildbände aus ihren Blicken auf die Stadt gestaltet.
Rund 130 der wichtigsten Fotobücher über Paris von 1890 bis heute sind noch bis zum 8. Januar 2012 in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen – zugleich eine Schau berühmter Fotografen aus aller Welt von Brassai über André Kertész, Man Ray, Robert Doisneau bis Thomas Zacharias. Begleitend zur Ausstellung ist ein Fotobuch über die 130 Fotobücher entstanden, das mit atemberaubenden Aufnahmen noch viel mehr ist als nur eine opulent-visuelle Liebeserklärung an die pulsierende Weltstadt im Wandel der Zeit. Der Band erzählt zugleich die Geschichte der Fotografie, des Fotobuchs als narrative, eigenständige Kunstform und der sich verändernden Bildästhetik im Spiegel der Zeit.
Salvador Dalí: Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen – Vorahnung des Bürgerkriegs Öl auf Leinwand, 100×100cm© 2011, Fundació Gala-Salvador Dalí / ProLitteris, Zürich
Ausflug in Traumwelten
Eingezwängt in ein seltsames Gestell, die Arme ausgestreckt, den Mund weit aufgerissen, schwebt die Frau in bedrohlicher Schräglage über einem dunklen Abgrund: Max Ernsts Bild „La femme chancelante“ fasziniert und verstört – und gehört zu den großartigen Vorbildern einer Kunstepoche, die vor knapp 100 Jahren nichts Geringeres wollte, als die Welt zu verändern. „Es ist die Kraft der Bilder, welche die wahren Revolutionen zustande bringen könnte“, schrieb der Schriftsteller und Kunsttheoretiker André Breton und meinte damit die Kunst der Surrealisten, die die Welt mit einem Rausch der Bilder aus den Angeln heben wollte. Künstler wie Giorgio de Chirico, Max Ernst, Yves Tanguy, Joan Miró, Marcel Duchamp oder Salvador Dalí formierten sich um 1920 in Paris als Reaktion auf die sinnlose Tragödie des Ersten Weltkriegs. Sie schufen begeisternde, wilde Kunstwerke des Traums, der Halluzination und des Unbewussten, die in der Ausstellung „Dalí, Magritte, Miró – Surrealismus in Paris“ in der Fondation Beyeler in Basel noch bis zum 29. Januar 2012 zu sehen sind. Die surrealistische Bewegung wird hier – und im dazu erscheinenden Bildband – nicht nur in Kunstwerken, sondern auch in Manuskripten, Dokumenten, Essays und Fotografien beleuchtet: ein faszinierender Ausflug in Traumwelten.
Gigant zu Füßen der Göttin Artemis, Detail aus dem Ostfries des Pergamonaltars 180 - 160 v. Chr.© Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius
Zeitreise in die Antike
Beseelt von seiner Mission machte sich der deutsche Ingenieur Carl Humann am 9. September 1878 mit 14 Arbeitern ans Werk und begann, was heute als Erfolgsgeschichte der klassischen Altertumskunde gilt: die Ausgrabung der antiken Metropole Pergamon an der türkischen Westküste. Keine ist so genau erforscht, hat so viele Schätze preisgegeben wie sie. Im Berliner Pergamonmuseum ist sie wieder auferstanden und bei einer Sonderschau (bis zum 20. September 2012) so plastisch zu erleben wie nie zuvor. Mit auf eine Zeitreise in die aufregende Polis nimmt auch der Begleit-Bildband, dokumentiert dabei detailreich Ausgrabungen und den Stand der Forschung.
Augenblicke des Flaneurs
Er ging nie ohne Kamera aus dem Haus, war fasziniert vom pulsierenden Leben auf den Straßen Berlins in den 1920er Jahren, vom neuen Selbstbild der Frauen, die sich sportlich, keck, selbstbewusst gaben, war begeistert von Tieren und ihren Besuchern im Zoo, die er in ungewöhnlichen Momentaufnahmen und witzigen Gegenüberstellungen festhielt. Friedrich Seidenstücker war ein Flaneur, der, neu für seine Zeit, den Alltag in Szene setzte, der mit dem Auge fürs Detail und liebevoll-ironischem Blick auf Mensch und Tier wie beiläufig gesellschaftlichen Wandel und Zeitgeist erzählte – bis zu den Trümmerlandschaften nach dem Krieg und dem Wiederaufbau in den 50ern. Die erste Retrospektive zu seinem umfangreichen Schaffen ist noch bis zum 6. Februar 2012 in der Berlinischen Galerie zu sehen.
Gysbrecht Lytens, Winterlandschaft mit lagernden Zigeunern, 1. Hälfte 17. Jh.© Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie
Der Winter in der Kunst
Hätten Sie gewusst, dass schon 1610 Eishockey gespielt wurde? In dem opulenten Kunstband „Wintermärchen“ treten gleich mehrere Gemälde den Beweis dafür an. Überhaupt gibt es im Katalog zur Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien (bis 8. Januar 2012; vom 10. Februar bis 29. April in Zürich) unglaublich viel zu entdecken. In allen Facetten wird die kalte Jahreszeit betrachtet: sinnliche Allegorien, zarte Landschaften, Napoleons zerlumpte Soldaten in Schneewehen, Schlittenfahrer, Frierende, Eisschollen … Blätternd verliert man sich in den mehr als 200 Bildern vom Mittelalter bis 1910, begleitet von höchst sachkundigen Texten ausgewiesener Experten.
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Hans-Michael Koetzle (Hrsg.) Eyes on Paris. Paris im Fotobuch 1890-2010 Hirmer - 49,90 € (D) / 51,30 € (A) / 66,90 sFr Format: 400 S. ISBN: 978-3-7774-4131-3 Bestellen |
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Surrealismus in Paris
Hatje Cantz - 49,80 € (D) / 51,20 € (A) / 66,50 sFr Format: 290 S. ISBN: 978-3-7757-3160-7 Bestellen |
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Pergamon - Panorama der antiken Metropole
Michael Imhof Verlag - 39,95 € (D) / 41,10 € (A) / 53,90 sFr Format: 592 S. ISBN: 978-3-86568-693-0 Bestellen |
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Friedrich Seidenstücker. Von Nilpferden und anderen Menschen
Hatje Cantz - 39,80 € (D) / 40,90 € (A) / 53,90 sFr Format: 328 S. ISBN: 978-3-7757-3131-7 Bestellen |
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Wintermärchen
DuMont - 39,95 € (D) / 41,10 € (A) / 53,90 sFr Format: 432 S. ISBN: 978-3-8321-9393-5 Bestellen |
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