Krimi
Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt: "Der Mann, der kein Mörder war" (Rowohlt Polaris)
Über weite Strecken dieses 600-Seiten-Krimis gerät der Fall, um den es geht – der brutale Mord an einem Jugendlichen –, ziemlich in den Hintergrund. Denn beim Debütroman des schwedischen Autorenduos, das bisher Drehbücher geschrieben hat, fesselt vielmehr der Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann. Der Mann ist einfach sensationell – brillant, zynisch, selbstverliebt. Ein Mann oder besser: ein Kotzbrocken, mit dem man keine Stunde zusammenarbeiten wollte, der stets sein eigenes Süppchen kocht, Kollegen auflaufen lässt und jede Frau, die ihm über den Weg läuft, ins Bett bugsieren will. Vielversprechender Auftakt zu einer neuen Krimiserie, die 2012 bereits im Fernsehen laufen wird. Eckart Baier
Horst Eckert: "Schwarzer Schwan“ (Grafit)
„Black Swan“ kennen Cineasten als dunkle Moritat aus dem Ballett-Milieu. „Schwarzer Schwan“, Horst Eckerts jüngster Roman, ist zwar in Milieus angesiedelt, in denen mehr laviert als getanzt wird, stellt aber auch ein düsteres Stück Kunst dar. Es geht um Machenschaften der Finanzwelt im Verbund mit der Politik. Und um die Bankerin Hanna Kaul, die sich bereits als Siegerin in einem Übernahmepoker fühlt, als ihre Welt aus den Fugen gerät: Der Deal platzt, Kaul erfährt, dass sie observiert wurde – und dann wird auch noch ihre Nichte gekidnappt. Ihre Misere wird zur Chance für Dominik Roth, der sich nicht nur im Betrugsdezernat profilieren will. Sein Pech, dass er stärker in den Fall verwickelt ist als zunächst angenommen. Eckert ist ein an Spannung und Überraschungen reicher Roman gelungen, der zudem ein engagierter Zwischenruf zu den Verheerungen der Finanzkrise ist. Hendrik Werner
Sandra Lüpkes: "Taubenkrieg“ (dtv)
Ganz harte Jungs sind da am Start. Schließlich handelt es sich bei den Devil Doves und den gegnerischen G-Point-Gangsters um Motorrad-Clubs mit sämtlichen Männerbund-Ritualen und strikten Hierarchien. Wer ausschert oder gar seine Kumpel verrät, hat mit brutalen Konsequenzen zu rechnen. Doch die Ermittler, die in diese Welt eindringen, nachdem ein Clubhaus zerstört worden und trotz Blutlache die Leiche eines Staranwalts unauffindbar ist, zeigen gute Nerven und geben Gas – vor allem Profilerin Wencke Tydmers, die sich in die gefährliche Szene einschleust und im „Taubenkrieg“ allerhand riskiert. Sandra Lüpkes erzählt aber auch eine Familiengeschichte, die bis in DDR-Zeiten zurückreicht. Sie macht zudem in ihrem flott erzählten und solide recherchierten Krimi plausibel, warum echten Rockern der Club mitunter wichtiger ist als die leibliche Familie. Petra Mies
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Michael Hjorth, Hans Rosenfeld Der Mann, der kein Mörder war. Ein Fall für Sebastian Bergman Rowohlt Polaris - 14,95 € Format: 592 S. ISBN: 978-3-86252-019-0 Bestellen |
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Horst Eckert Schwarzer Schwan Grafit - 19,99 € Format: 383 S. ISBN: 978-3-89425-667-8 Bestellen |
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Sandra Lüpkes Taubenkrieg dtv - 14,90 € Format: 320 S. ISBN: 978-3-423-24858-7 Bestellen |
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