Hörbuch
Und jetzt geht es in der Tat weiter: In „Die Corleones“ schildert Puzo, wie der Don zum Don wurde. Er berichtet vom Aufstieg Vito Corleones im New York der frühen 1930er Jahre, von Bandenkriegen, von Überfällen und von Söhnen, die beginnen ihre eigenen Wege zu gehen. Puzo selbst hat noch das Drehbuch zur Vorgeschichte seines „Paten“ geschrieben, Edward Falco hat dann einen Roman daraus gemacht. Stephan Benson, der als Synchronsprecher seine Stimme neben anderen auch Kenneth Branagh und Daniel Craig leiht, liest die frühe Mafiageschichte mit aller gebotenen Kälte und Überlegenheit. Ihm gelingt es, die typische mafiöse Flachheit der Stimme anzudeuten, ohne in eine Karikatur des flüsternden Paten und seiner Männer zu verfallen. Seine Stimme strahlt oftmals große Nachdenklichkeit und Ruhe aus – was die Spannung nur noch erhöht. Und spannend ist die Geschichte des Aufstiegs von Vito Corleone zum Paten fast immer. Im Ganzen: ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.
Mario Puzo, Edward Falco: "Die Corleones“. Gelesen von Stephan Benson. Der Audio Verlag, 8 CDs, 24,99 Euro
Auf Glückssuche in Berlin
Die Werke Hans Falladas haben seit dessen Tod 1947 mehr als eine Renaissance erlebt. Die jüngste im vorigen Jahr, als sein Roman „Jeder stirbt für sich allein“ zum internationalen Bestseller avancierte. 1978 war es sein Roman „Ein Mann will nach oben“, der durch die 13-teilige Verfilmung mit Mathieu Carrière, Ursela Monn und Harald Juhnke im Fokus stand. Nun also die erste Hörbuchfassung von Falladas 1941 entstandenem Buch, dessen Erscheinen 1953 er nicht mehr erlebt hat. Die Geschichte vom jungen Karl Siebrecht, der nach Berlin zieht, um dort sein Glück und viel Geld zu machen, liest – vielstimmig und virtuos berlinernd – der in Süddeutschland geborene und aufgewachsene Ulrich Noethen. Für seine Aufnahme von „Jeder stirbt für sich allein“ ist er übrigens für den Deutschen Hörbuchpreis 2012 nominiert.
Hans Fallada: „Ein Mann will nach oben“. Gelesen von Ulrich Noethen. Osterwoldaudio, 8 CDs, 24,99 Euro
Leben im Einklang mit der Natur
Im Frühjahr 1845 baute sich Henry David Thoreau am Waldensee, nahe seinem Wohnort Concord in Massachusetts, ein Blockhaus. Zweieinhalb Jahre lebte der Philosoph dort und schrieb danach ein Buch, mit dem er sich zu einer Art Urvater der Ökobewegung machte: „Walden oder Leben in den Wäldern“. Auch wenn er es mit dem einfachen Leben im Wald nicht ganz so genau nahm und er seine Wäsche regelmäßig nach Concord brachte, Thoreaus Idee eines alternativen, besseren Lebens im Einklang mit der Natur findet bis heute viele Anhänger. Auszüge aus seinem Buch, dessen Gedanken auch noch im 21. Jahrhundert modern und bedenkenswert erscheinen, lassen sich auf dieser CD nachhören. Besonnen und nachdenklich gelesen von Burghart Klaußner.
Henry David Thoreau: "Wo und wofür ich lebte“. Gelesen von Burghart Klaußner. Diogenes, 17,90 Euro


