Romane
Die Berliner "Tageszeitung" wirft im Artikel "Das braune Kapitel", der am Samstag erschienen ist, dem Luchterhand Verlag vor, dass der damalige Verleger Heinz Luchterhand und sein Prokurist Eduard Reifferscheid die Druckerei von Otto Heinrich Scholz in Berlin möglicherweise durch unlautere Mittel zu einen niedrigen Preis übernommen hätten. Scholz und seine jüdische Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Meta Müller waren aufgrund massiver Repressalien der Machthaber nach England geflohen - Luchterhand zunächst als Partner in Deutschland eingestiegen. Danach hätte Luchterhand ein Ausbürgerungsverfahren angestrengt und Scholz so vollends aus seiner Druckerei gedrängt. Das Ehepaar prozessierte nach 1945 wegen einer Entschädigung, aber erst 1961 kam es zu einem Verglech. Der Luchterhand Verlag habe dieses Kapitel seiner Geschichte bislang nicht aufgearbeitet, so die taz.
Der Luchterhand Literaturverlag hat daraufhin eine "rückhaltlose Aufklärung" seiner Geschichte in der NS-Zeit angekündigt, schreibt der "Tagesspiegel". Sollten die Taz-Vorwürfe zutreffen, "wäre dies extrem bestürzend und zutiefst beschämend", habe Luchterhand-Verleger Georg Reuchlein in einer Rundmail an die Verlagsautoren mitgeteilt.


