Verlage

Alexander Bob hat die Organisationsstruktur der Franz Cornelsen Bildungsgruppe gestrafftAlexander Bob hat die Organisationsstruktur der Franz Cornelsen Bildungsgruppe gestrafft© Tobias Bohm

21.03.2013Umbau und Stellenabbau in den Cornelsen Schulverlagen

"Das Schulbuch der Zukunft kommt von uns"

"Eine digitale Strategie, die die richtige Antwort auf die Erfordernisse von Schülern, Lehrern und Schulen gibt" – dies ist für Cornelsen-Holding-Chef Alexander Bob, seit kurzem zugleich Geschäftsführer im operativen Schulbuchgeschäft der Franz Cornelsen Gruppe, der Kern der Restrukturierung in den Cornelsen Schulbuchverlagen, die bis Ende 2014 mit einem Stellenabbau von rund 200 Vollzeitkräften verbunden sein wird.

Jeder fünfte Mitarbeiter des Bildungsmedienanbieters (rund 1.000 Mitarbeiter) wird also seinen Arbeitsplatz in den kommenden Monaten räumen oder verlieren. Gleichzeitig werden Bob zufolge neue Stellen geschaffen, die vor allem mit IT-Fachkräften und digitalen Produktmanagern besetzt werden sollen.

Die Hälfte der einzusparenden Stellen soll durch natürliche Fluktuation (z. B. Nichtbesetzung freiwerdender Stellen), Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen abgebaut werden. Für alle, die freiwillig ausscheiden, so Unternehmenssprecher Klaus Holoch, werde eine großzügige Regelung getroffen. Die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen soll weniger als 100 betragen, so Holoch. Bis Ende dieses Jahres werden etwa rund 50 Stellen eingespart.

In den vergangenen Monaten hat die Verlagsgruppe sämtliche Prozesse im Unternehmen untersucht, auch bei der Produktion gedruckter Schulbücher. Um Workflows effektiver zu gestalten und Abläufe zu bündeln, die bisher parallel in den einzelnen Verlagen angesiedelt waren, will das Verlagshaus nun in digitale Prozesse und Systeme investieren. Und dabei geht es, wie Bob sagt, "um hohe IT-Investitionen".

Die Rationalisierung geschieht vor dem Hintergrund eines schrumpfenden Schulbuchmarkts und im Zeichen der wachsenden Digitalisierung des Schulunterrichts und der privaten Lernumgebung. Dass Cornelsen erst jetzt diesen strategischen Schritt geht, hat mit der Vorgeschichte des Schulbuchsegments zu tun: "Die Cornelsen Schulverlage sind ja erst in den Jahren 2009 / 2010 durch die Zusammenführung der einzelnen Verlagshäuser – Cornelsen, Duden, Paetec, Oldenbourg:bsv, Volk & Wissen etc. – erschaffen worden", erläutert Bob. "Damals haben wir bewusst auf Kündigungen verzichtet."

In einem zweiten Schritt habe man die Verlagsleitungen durch Verlagsbereichsleiter ersetzt, die die Programme (beispielsweise für die Grundschule) markenübergreifend planen.

Die digitale Strategie, die man nach dem Verkauf des Studienkreises, der Wissenschaftsverlage Akademie und Oldenbourg sowie des Kinder- und Jugendbuchsegments (Sauerländer etc.) nun anpacken könne, bedeute eine Abkehr von der Praxis der vergangenen 15 Jahre, Einzelprodukte zu entwickeln, mit denen man allenfalls den Markt testen konnte. "Das waren allenfalls wirtschaftliche Fingerübungen", so Bob. 

Mit der durchgehenden Digitalisierung der Produktion und dem Aufbau eines digitalen Portfolios verfolgt Bob das Ziel, auch in Zukunft "Marktführer im schulischen Bereich" zu bleiben. "Wir wollen auch in einem schrumpfenden Markt weiter Marktanteile erobern." Und: "Das Schulbuch der Zukunft kommt von uns."

 

roe

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46 Kommentar/e

1. Franz Lehrer 21.03.2013 13:24h Franz Lehrer

Herr Bob! Setzen! Sechs!

2. Shamponiertes Haar 21.03.2013 13:44h Shamponiertes Haar

"Für alle, die freiwillig ausscheiden, so Unternehmenssprecher Klaus Holoch, werde eine großzügige Regelung getroffen"........

Och, gegen ne' satte Abfindung hätte ich nichts einzuwenden :-)

3. Der Spirit 21.03.2013 14:25h Der Spirit

Franz Cornelsen würde sich im Grab umdrehen so wie jetzt mit den Mitarbeitern umgegangen wird.

4. Cicero 21.03.2013 15:41h Cicero

Herr Bob verschweigt, dass die "wirtschaftlichen Fingerübungen" seines "Bildungskonzerns" aufgrund eines über Jahre konzeptlosen Managements zahlreiche Traditionsverlage und -marken in den Ruin oder in die Hände von Investoren getrieben haben, die diese Verlage in absehbarer Zeit komplett "integrieren" und damit verschwinden lassen werden. Herrn Bobs Aussage zeugt nicht nur davon, dass das Cornelsen-Management bis heute nicht verstanden hat, welch schweren Schaden der "Bildungskonzern" durch seine langjährigen "Fingerübungen" der deutschen Verlagsbranche insgesamt zugefügt hat, sondern dass diesem Management offenbar jede Wertschätzung für über Jahrzehnte gewachsene Verlagsprogramme und die engagierten Mitarbeiter, die sie entwickelt haben, abgeht. Das Schlimmste ist, dass diesen "Fingerübungen" jetzt 200 Stellen zum Opfer fallen, während das verantwortliche Management seine "Markttests" fortsetzen darf.

5. Ensetzter 21.03.2013 16:16h Ensetzter

Es bleibt die Frage, wie es ein einzelner Akteur schaffen konnte, eine an sich gesunde Verlagsgruppe kaputt zu sanieren, mit einer wachsenden Schar abgebrühter Ja-Sagerum sich herum, und dabei Millionen für unseliges Management-Geschwafel auszugeben...
Das BB hat den Prozess m.E. deutlich vernachlässigt in der Berichterstattung ... jede geschlossene Thalia-Filiale macht mehr Wirbel ... dranbleiben und aufdecken!

6. Gaius Iulius 21.03.2013 16:28h Gaius Iulius

@ Cicero

Da braucht man doch nichts großartig zu "verschweigen". Die Entwicklung folgt der üblichen heutigen Richtung, und zwar bergab, und wird mit "Managerneusprech" schöngeredet. Jeder, der einigermaßen die Augen offen hält, was in der jetzigen Krisenzeit allgemein und auch im Buchhandel passiert, sollten solche Neuigkeiten nicht überraschen.

7. Michael Nardelli 21.03.2013 16:41h nardelli-verlag.de Michael Nardelli

Der Beitrag bietet nur das allfällige Manager-Blabla. Kann da mal jemand die viele Luft rausnehmen und konkreter werden? Wie also sieht die "digitale Strategie" aus? Und wie lautet die "richtige Antwort auf die Erfordernisse von Schülern, Lehrern und Schulen"? Bin gespannt....

8. Schnarch 21.03.2013 17:00h Schnarch

@ Michael Nardelli

Das tägliche Manager-Blabla ermüdet mich auch immer mehr. Lernt man sowas in VHS-Kursen?
Nur soviel sei verraten... die "digitale Strategie" wird vermutlich digital sein ;-)

9. Anno Nym 21.03.2013 20:24h Anno Nym

Herr Dr. Bob hat zwei Verlage zu Grunde gerichtet, tatkräftig unterstützt vom strategischen Elfenbeinkopf Dr. Daniel. Es ist unfassbar, dass 200 Leute eines gesunden Verlages für die Fingerübungen dieser beiden Sogenannten Manager büßen müssen. Herr Bob ist auch noch so frech, ein Interview zum Schulbuch der Zukunft zu geben.

10. Anno Nym 21.03.2013 20:25h Anno Nym

Herr Dr. Bob hat zwei Verlage zu Grunde gerichtet, tatkräftig unterstützt vom strategischen Elfenbeinkopf Dr. Daniel. Es ist unfassbar, dass 200 Leute eines gesunden Verlages für die Fingerübungen dieser beiden Sogenannten Manager büßen müssen. Herr Bob ist auch noch so frech, ein Interview zum Schulbuch der Zukunft zu geben.

11. Maria Baumgartner 21.03.2013 23:05h Maria Baumgartner

"Wer dein Haus zur Ruine macht, möchte sicherlich, dass du den Himmel siehst." [Robert Louis Stevenson]

12. Herr Taschenbier 22.03.2013 00:28h Herr Taschenbier

Sind mit „digitalen Produktmanagern“ eigentlich Menschen gemeint oder handelt es sich hierbei um eine Software?

13. Sparrow 22.03.2013 09:41h Sparrow

@shamponiertes Haar: die Abfindungen werden garantiert nicht so üppig ausfallenn, wie sich die betroffenen das wünschen würden.
Insgesamt wurden diejennigen, die den größten Anspruch auf Abfindung hätten schon vor Anlaufen des Sozialplans "rausgeworfen". Schicke Taktik.

14. Bücheronkel 22.03.2013 10:00h Bücheronkel

@Der Spirit: Gleiches würde sicher auch Rudolf Oldenbourg tun. Schließlich ist der Käufer - namentlich De Gruyter - gerade dabei sein Lebenswerk aufzulösen. Auch in diesem Fall hat es Cornelsen aus Profitgier versäumt, für einen Bestandsschutz der Mitarbeiter zu sorgen - mit Folgen. Und wo bleibt hier die kritische Berichterstattung des BB!?

15. Printi 22.03.2013 10:03h Printi

Zitat: "Dass Cornelsen erst jetzt diesen strategischen Schritt geht, hat mit der Vorgeschichte des Schulbuchsegments zu tun: "Die Cornelsen Schulverlage sind ja erst in den Jahren 2009 / 2010 durch die Zusammenführung der einzelnen Verlagshäuser – Cornelsen, Duden, Paetec, Oldenbourg:bsv, Volk & Wissen etc. – erschaffen worden", erläutert Bob."

Selten so einen Schwachsinn gehört. Was hat dagegen gesprochen, Abteilung wie Buchhaltung, Personalwesen, Marketing, Werbung, IT, Controlling (äh, sorry, das gibt es ja erst seit kurzem) zu bündeln? Dann hätte z. B. Oldenbourg schon 2004 sinnvoll integriert werden können, die anderen Zukäufe entsprechend später. Aber mein, jetzt fallen einem die Fehler der Vergangeheit alle auf ein mal auf die Füße.
Aber der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Vor allem die Stiftung bzw. der Verwaltungsrat der Stiftung hat seine Aufsichtsfunktion nicht ausgeübt. Vielleicht auch mangels Sachkenntnisse nicht ausüben können. Da fängt der eigentliche Skandal an. Hätte das Kontrollinstrument funktioniert, hätten es Dr. Bob und Kollegen gar nicht so weit treiben können. Dies beinhaltet auch diverse Vorgänger, die schon nicht mehr im Haus sind.

Grundlegende strukturelle Ursachen liegen jedoch schon mind. 10 - 15 Jahre zurück. Fehlende Investitionen in IT, Systeme, Controlling...
Dafür musste es dann das Millionengrab SAP sein, an dem man jahrelang rumdoktert. Für Unternehmen dieser Größenordnung hätte es sicher geeignetere Software gegeben.

16. Brutalstmögliche Aufklärung 22.03.2013 10:50h Brutalstmögliche Aufklärung

Letztlich trifft Cornelsen das, was alle Verlage über kurz oder lang treffen wird. Mehr und mehr Geschäft wird über den elektronischen "Kanal" generiert. D.h., Print und die damit verbundenen Prozesse verlieren an Bedeutung. Und da das elektronische Geschäft mit wesentlich weniger Personal als das Print Geschäft zu handhaben ist, werden in den nächsten Jahren mehr und mehr Verlage "personalmäßig" schrumpfen. Es werden für das elektronische Geschäft einfach weniger Mitarbeiter gebraucht. Somit wird in den nächsten Jahren noch einiges an Personal aus den Verlagen freigesetzt werden.

17. Autor 22.03.2013 11:25h Autor

Tja, das Personalkarussell betreibt Cornelsen ja schon länger in hoher Geschwindigkeit. Bei jedem Cornelsenkontakt als Autor habe ich inzwischen jemand anderen, der zuständig ist. Informiert wird man über den Wechsel nicht und andere Kommunikationsprobleme ("da bin ich nicht zuständig", "das weiß ich nicht, da muss ich nachfragen"...) gehören zum Alltag.

18. Conrad 22.03.2013 11:27h Conrad

Liebes Börsenblatt,
falls Sie sich für unabhängige Journalisten halten, dann drucken Sie doch bitte nicht einfach alle paar Monate die Ansichten des Herrn Bob und seiner Pressesprecher ab, sondern beziehen Sie kritisch Position!
Vor einigen Jahren durfte Herr Bob an dieser Stelle verkünden, er hätte das digitale Lexikon der Zukunft. Seinen Erfolg kann man an der traurigen Geschichte des BI messen. Warum nun ausgerechnet er nun ausgerechnet das digitale Schulbuch zu haben glaubt ist mehr als schleierhaft.
Inhaltlich ist seine Strategie vor allem dadurch gekennzeichnet, dass Sie in 2014 wieder eine ganz andere sein wird.

19. @Printi 22.03.2013 11:28h @Printi

Lieber Kollege,
SAP ist an sich kein Millionengraben: das sind vielleicht die viele Prozessschleifen und Sackgassen, in der Art und Weise wie bei Cornelsen gearbeitet wird, die Verantwortungslosigkeit und Kurzsichtigkeit eines Teils des Managements und dabei noch sicherlich das Versagen, den Markt und dessen Entwicklung zu verstehen.

20. Entsetzter 22.03.2013 11:43h Entsetzter

Mit brutaler Arroganz und Selbsgerechtigkeit werden in diesem Haus Schneisen der Verunsicherung, Angst und Demotivation geschlagen.
Der Schaden, der durch innere und reale Kündigungen und Abgänge entsteht ist in Zahlen gar nicht darstellbar, aber er ist immens.
Ich hoffe nur, dass das BB endlich aufwacht und die neuen (Führungs)Strukturen unter die Lupe nimmt. Hier sind Doppelfunktionen und damit Allmachts-Ansprüche entstanden, die unternehmerisch höchst bedenklich sind.

21. Printi 22.03.2013 11:57h Printi

Zitat: "Lieber Kollege,
SAP ist an sich kein Millionengraben: das sind vielleicht die viele Prozessschleifen und Sackgassen, in der Art und Weise wie bei Cornelsen gearbeitet wird, die Verantwortungslosigkeit und Kurzsichtigkeit eines Teils des Managements und dabei noch sicherlich das Versagen, den Markt und dessen Entwicklung zu verstehen."

Ich habe zuvor lange Zeit in einem Verlag bearbeitet, der sich seinerzeit ganz bewusst gegen SAP entschieden hat. Und das aus gutem Grund (teuer, Anpassungsaufwand, Experten sind/waren rar und teuer...).
Für Cornelsen hätte es sicher auch Alternativen gegeben, die die Prozesse der Branche von Grund auf besser abbilden.
Die eingangs zitierten Gründe mögen nun bei Cornelsen noch hinzukommen.

22. Demian 22.03.2013 12:12h Demian

Die Bilanz dieses Managements besteht u.a. aus mehreren untergegangenen oder beschädigten Traditionsverlagen, Entlassungen und vielen gescheiterten, aber immer vollmundig angekündigten 'innovativen' Projekten, d. h. in erster Linie aus Abbruch, Zerschlagung, Zurückrudern und Auflösung (was in der Manager-Sprache natürlich 'Prozess-Optimierung' oder 'Strategierevision' heißen würde...). Welche tragfähigen verlegerischen Entwicklungs- und Aufbauleistungen stehen diesem destruktiven Erbe aber gegenüber? -- Insofern ist diese Bilanz eine verheerende.

23. Schnittlauchsüppchen 22.03.2013 12:16h Schnittlauchsüppchen

@ Entsetzter

"Ich hoffe nur, dass das BB endlich aufwacht und die neuen (Führungs)Strukturen unter die Lupe nimmt..."

Und dann? Was meinen Sie was passieren soll/wird, nachdem das Börsenblatt die (Führungs)Strukturen bei Cornelsen unter die Lupe genommen hat?

24. @Printi 22.03.2013 12:22h @Printi

Es gibt täglich Kunde, die sich für oder gegen SAP entscheiden. Es gibt aber genug Verlage und/oder Unternehmen aus der Media Brache, die mit SAP arbeiten und in einer besseren finanziellen Lage als Cornelsen sind. Nach wie vor sehe ich keinen Zusammenhang zwischen SAP und der heutigen Situation bei Cornelsen.

25. Merfelle 22.03.2013 13:07h Merfelle

@ Printi Thread # 24

Ein Zusamenhang zwischen dem Einsatz von SAP und den Schwierigkeiten bei Cornelsen ist natürlich Unfug. Da könnte man genauso sagen, alle Unternehmen die mit Microsoft arbeiten sind Pleitebedroht.

26. Printi 22.03.2013 17:25h Printi

@Merfelle

Der Vergleich mit MS hinkt aber doch und außerdem habe ich nie behauptet, dass allein SAP für die derzeitige Situation verantwortlich ist --> Thread 15 bitte genau lesen.

Wenn sich jedoch die Einführung einer Software über x-Jahre hinzieht, dann kann das
1. nicht billig,
2. für die Mitarbeiter nicht befriedigend und
3. nicht effizient sein.
Die kritischen Stimmen kommen übrigens auch aus dem Hause Cornelsen, von betroffenen Mitarbeitern. Die müssen es doch am besten wissen.

27. Merfelle 22.03.2013 17:52h Merfelle

@ Printi

Neinnein, Sie mißverstehen mich. Ich bin bei Ihnen! Natürlich ist die Einführung einer Software i.d.R. nicht Ursächlich für eine kritischen Situation in einem Unternehmen. Es sei denn, MS entwickelt eine absolut untaugliche Software, die keiner kaufen will ;-)

28. Skeptisch 22.03.2013 20:49h Skeptisch

Als Antwort auf die Frage, was ihn so sicher macht, dass seine augenblickliche Strategie richtig ist, verweist Herr Dr. Bob gern auf seine Erfahrungen beim Bibliographischen Institut & Brockhaus. Da läuft es gerade den ehemaligen Duden-Mitarbeitern in den Cornelsen Schulverlagen, die sich noch gut an ihre Zeiten beim BI erinnern, eiskalt den Rücken herunter. Und sie fragen mit Recht, ob es tatsächlich als besondere Qualifikation gelten kann, dass man schon andere renommierte Verlage an die Wand gefahren hat.

29. Rizzo 23.03.2013 00:18h Rizzo

...jetzt haben Sie wieder Restrukturierungen erlebt, es wird wieder Machtkämpfe geben bis jeder seinen Claim abgesteckt hat das dauert 1-2 Jahre, diese Zeit wird inhaltlich und technologisch nichts passieren dann hat man wieder so viel verschlafen. Ob sich das Unternehmen mit 25% Wissensverlust und Manpowerverlust schlagartig effizient, wandelt und dabei den Turnaround in Crossmedia, Rechte und Contentmanagement mit der treffenden Schulbuchvision 2020 macht scheint mir unwahrscheiinlich.
Die Erfahrungen werden im Unternehmen bewußt entlassen um mit neuen Leuten mehr macht zu haben, das führt zu teuren Wiederholungen bei Fehlern.

Vermutlich werden weitere Miarbeiter verheizt wenn das auch nicht fruchtet und dan kauft jemand den Käufer.

...ich sehe nicht viel Zukunft.

30. heuschrecke 23.03.2013 09:12h heuschrecke

vielleicht wird die Braut auch nur hübsch gemacht für den Verkauf an private equity oder an einen internationalen Verlagskonzern.

31. Friedrich 23.03.2013 10:58h Friedrich

Das einzige Ziel dieser Strategie ist die Senkung der Personalquote. Der angebliche Aufbau von IT-Knowhow ist Quatsch, schließlich werden auch im separaten IT-Bereich "Franz Cornelsen Corporate Services GmbH" Fachkräfte entlassen.
(siehe http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2013/03/21/auf-kleinerem-fuss-1.htm)

32. Kassandra 23.03.2013 12:29h Kassandra

@skeptisch: Leider scheint so etwas an der Tagesordnung zu sein, dass jemand, der mit gesundem Menschenverstand beurteilt seine mangelnde Qualfikation bereits bewiesen hat, irgendwo eine neue Chance bekommt, Verheerungen anzurichten. Dr. Bob scheint mir der Mehdorn der Bildungsmedienbranche zu sein.
Insgesamt sehe ich es auch so, dass die Verlags- und Buchbranche einen Riesenwandel durchmacht, weil digitale Medien und Onlinegeschäft sich immer rasanter durchsetzen. Darauf passende Strategien zu entwickeln ist sicher nicht einfach und dass Arbeitsplatzverluste damit einhergehen, sehe ich auch als unvermeidlich. Mein Beruf der Buchhändlerin ist quasi am Aussterben. Welche Antworten aber Cornelsen auf die berechtigten Fragen der dort Beschäftigten gibt, ist geradezu grotesk. Pseudointellektuelles Geschwafel über angeblich durchdachte Zukunftsstrategien dargebracht von Geschäftsführern, denen man nicht mehr glauben kann, selbst wenn man es gerne möchte. Schade!

33. klartext 23.03.2013 18:28h klartext

Deutlich weniger Kinder bedeutet deutlich weniger Schulbücher. Und die können, erst recht bei zunehmender Effizienz durch IT, von deutlich weniger Menschen "gefertigt" werden. Punkt!!. Das saudumme Typen in diesem und anderen Ländern an den entscheidenden Positionen das Sagen haben, ist klar und höchst bedenklich, aber; - Das Heer der Schafe meckert erst immer dann rum, wenn es von den Wölfen umstellt wurde, solange aber der Grasvorrat auf der Weide scheinbar grenzenlos ist, nehmen nur die von den schon streunenden Wölfen Gerissenen die fehlende Solidarität und die bornierte Tatenlosigkeit der Herde wahr.
Oder anders ausgedrückt: Schon auch selbst ein wenig schuld.

34. Unendlich schade! 25.03.2013 23:52h Unendlich schade!

Bob: "Die Cornelsen Schulverlage sind ja erst in den Jahren 2009 / 2010 durch die Zusammenführung der einzelnen Verlagshäuser – Cornelsen, Duden, Paetec, Oldenbourg:bsv, Volk & Wissen etc. – erschaffen worden", erläutert Bob. "Damals haben wir bewusst auf Kündigungen verzichtet."

Interessante Aussage! Ein Kind lebt nicht erst mit seinem Namen. Die breite Kauflust begann doch schon vor mindestens 10 Jahren. Erst viel später gab man den Kindern EINEN Namen. Parallel stellte man fest, dass man sich mit der Einkauferei übernommen hatte und begann zu verschmelzen, zu verkaufen, abzustoßen, outzusourcen ... Allein durch diese Maßnahmen wurden zahlreiche Stellen eingespart. Stellen nicht nachzubesetzungen, Verträge nicht zu entfristen sind natürlich keine Kündigungen. Es ist aber de facto Personalabbau und somit fallen weitaus mehr, als die genannten 200 Stellen in dem Gesamtkonstrukt "Cornelsen Schulverlage" weg. Managementfehler führen zu ständig wechselndem Führungspersonal. Einzig Dr. Bob hält sich beharrlich an der Spitze - ebenso wie die schlechten Nachrichten.

35. Holgi 26.03.2013 11:09h Holgi

@ Kassandra

"Mein Beruf der Buchhändlerin ist quasi am Aussterben"

-> da haben Sie Recht.

"Welche Antworten aber Cornelsen auf die Fragen der Beschäftigten gibt, ist geradezu grotesk. Pseudointellektuelles Geschwafel über angeblich durchdachte Zukunftsstrategien dargebracht von Geschäftsführern, denen man nicht mehr glauben kann"

-> Wen interessieren die Aussagen der Geschäftsleitung, warum gekündigt wird? Gekündigt ist gekündigt. Ich verliere meinen Arbeitsplatz. Als betroffener Angstellter interessieren mich dann keine Gründe und "durchdachten Zukunftsstrategien" mehr, sondern man redet über Geld!

36. Leser 26.03.2013 11:32h Leser

@Daniel: Setzen, nicht genuegend. Geschichtklassen wiederholen.

Nehmen Sie sich nicht zu wichtig - es gibt groessere Stellenstreichungen als diese hier.

37. Bezugslos 26.03.2013 17:24h Bezugslos

Die obenstehende Mail kann ich nicht verstehen?

Sind wir hier in der Schule oder nur bei Herrn Oberlehrer zu Hause?

Nehmen Sie doch den Hut wenn Sie das nicht trifft nach über 10 Jahren Betriebszugehörigkeit mit wenig Chance auf einen neuen Arbeitsplatz herausgesetzt zu werden.

Lehrer werden überall gesucht - Oberherer vielleicht besonders. ;-)

38. Leser 26.03.2013 18:41h Leser

Hallo Bezugslos,

meine Mail/meinen Kommentar koennen Sie nicht verstehen, weil der Beitrag, auf der er sich bezog (Gott sei Dank) geloescht wurde.

Darin wurden die Kuendigungen mit der Judenvernichtung gleichgesetzt. Und bei allem Verstaendnis fuer die Betroffenen der Kuendigungen - das ist ja wohl nicht tragbar.

Ich finde das Vorgehen von Cornelsen auch mehr als fragwuerdig und heisse es keineswegs gut. Aber es mit einem der groessten Verbrechen des letzten Jahrhunderts gleichzusetzen ist wohl mehr als uebertrieben und unpassend.

Ich hoffe, hiermit meinen vorigen Kommentar erklaert zu haben und Ihr Gemuet etwas beruhigt zu haben.

39. Janowski 27.03.2013 09:17h Janowski

Es ist schon verwunderlich, wie das große Verlags-unternehmen Cornelsen langsam aber sicher den "Bach" runtergeht! So stellt sich m. E. seit einiger Zeit dar. Man könnte annehmen, der Verlag wird "hübsch" gemacht für einen Verkauf an einen Investor. Ausgeschlossen? Da gibt es in letzter Zeit doch Analogien, die dies bestätigen können. Was aber stutzig macht ist doch auch folgendes: Wenn sich schon eine "Führungskraft" im Hause Cornelsen derart aus dem Fenster lehnt und meint, mit fragwürdigen Parolen die Verlagslandschaft aufzumischen, muss sich nicht wundern, dass die Stimmung im Hause nicht gerade die Beste ist. Vielleicht sollten sich mal die diejenigen zu Wort melden, die dem Verlag Cornelsen in der Vergangenheit den Stempel eines erfolgreichen Verlages aufgesetzt haben und dem Treiben des Herrn Bob
ein Ende bereiten! Nur Mut!

40. ITler 27.03.2013 11:30h ITler

"durchgehenden Digitalisierung der Produktion"
Ist bekannt welche Software hierfür zum Einsatz kommen soll?

41. Vera Vision 30.03.2013 19:56h Vera Vision

@ITler

Software = "Der digitale BOB"

42. Labtec 30.03.2013 21:12h Labtec

@ Janowski
"Die Bestimmung unseres Lebens ist nicht der Erfolg, sondern heroisches Versagen"...(Zitat)

43. Vera Vision 30.03.2013 21:24h Vera Vision

Alexander der Große: "Grundsätzlich aber sehen sie in dem Eroberer Alexander primär einen Zerstörer, dessen Fähigkeiten sich auf Militärisches beschränkten. Politisch sei er an seinen Fehlern gescheitert. Er habe impulsive, irrationale Entscheidungen getroffen und sich mit den Säuberungen unter seinen Vertrauten und Offizieren schließlich in die Isolation manövriert, da er niemandem mehr vertrauen konnte." (Wikipedia)

44. Labtec 30.03.2013 21:43h Labtec

@ klartext
"Das Heer der Schafe meckert erst immer dann rum, wenn es von den Wölfen umstellt wurde, solange aber der Grasvorrat auf der Weide scheinbar grenzenlos ist, nehmen nur die von den schon streunenden Wölfen Gerissenen die fehlende Solidarität und die bornierte Tatenlosigkeit der Herde wahr."

Ist damit das Management oder die Mitarbeiter gemeint?

45. Cranhart 11.04.2013 22:42h Cranhart

Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.[Bertolt Brecht, Exil, III]

46. Britannia 27.05.2013 15:13h Britannia

Bei weiteren Nachforschungen zu B's Unternehmens-"strategien" sollte man vielleicht berücksichtigen, inwieweit dieser Manager ein Glaubensanhänger von Beratern wie F. Malik und deren kybernetisch begründete (im Kern sozialdarwinistisch einzuordnende) Ideologie ist.

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