Literatur-Nachrichten

Fit sein ohne Muckibude

Viele Frauen stöhnen unter der Last des Alltags. Sport nach Feierabend bleibt da häufig auf der Strecke. Wir verraten Ihnen, wie Sie effektiv, zeitsparend und kostengünstig Ihren Körper in Schwung bringen.

Was geben Sie dafür aus, in einem schicken Fitnessclub Gewichte stemmen, auf dem Fahrrad strampeln oder Aerobic treiben zu dürfen? 60, 80 Euro pro Monat? Und wie oft reicht die Zeit nicht für den Sporttermin, kommt etwas dazwischen oder fehlt einfach die Lust? Geben Sie Ihr Geld lieber für andere Dinge als für teure Muckibuden aus, empfiehlt der Trainer Mark Lauren in „Fit ohne Geräte für Frauen“. 

Laurens Bodyweight-Methode ist spartanisch, spart aber viel Zeit und kostet keinen Cent. Trainiert werden kann überall, egal ob im Wohnzimmer, in der Küche oder im Büro. Statt teurer Sportgeräte genügt das Gewicht des eigenen Körpers; beim Klimmzug an der Tür wird für einen komfortableren Griff allenfalls ein Handtuch untergelegt. Das Sofa fungiert als Ablage für die Füße, damit Liegestützen noch effektiver werden; unter dem Tisch liegend wird die Tischplatte zur Kraftmaschine, an der man sich hochzieht, um den Bizeps zu kräftigen. Die meisten Übungen für die verschiedenen Körperpartien sind einfach im Bewegungsablauf, aber hocheffektiv – wenn sie richtig ausgeführt werden.

Hatte Mark Laurens erstes Buch „Fit ohne Geräte“ (2011) in erster Linie männliche Kundschaft im Blick, richtet sich sein neuer Ratgeber speziell an die körperlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Frauen. Ob Liegestützen, Klimmzüge und Kniebeugen allerdings jeder Frau immer ausreichend Spaß am Sport bescheren, sei dahingestellt. Dass Laurens Übungen an Kasernenhof erinnern, ist kein Zufall: Im wahren Leben bringt der Amerikaner Elitesoldaten der US-Army in Form. 

Sport in den eigenen vier Wänden ist bequemer und billiger, meint auch Kelly Thompson in „Personal Fitness Trainer“. Ihre Methode, Frauen zu besserer körperlicher Fitness zu verhelfen, haben mit Boot Camp allerdings weniger gemein. Zunächst geht es darum, das Fitnessniveau und die individuellen Bedürfnisse zu ermitteln. Soll für einen Stadtlauf, die Radtour im Sommer trainiert oder der Körper für den Strand in Form gebracht werden? 75 Intensiv-Workout-Programme sind der Schlüssel zum Erreichen dieser Ziele – wer allein im Wohnzimmer trainiert, muss dafür nur noch den inneren Schweinehund aufs Kreuz legen.

Darüber hinaus erläutert Kelly Thompson verständlich und übersichtlich, welchen Nutzen Ausdauersportarten wie Jogging, Schwimmen, Radfahren oder Aerobic haben und wie einzelne Muskelpartien effektiv trainiert werden können.

Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt dagegen die Psychotherapeutin und Fitnesstrainerin Pat Zapletal-Murphy in „Act. Fit und happy mit 40“. „Sich annehmen wie man ist“, lautet ihr Credo. Die Österreicherin plädiert dafür, dass frau sich mehr auf die Intuition und das eigene Körpergefühl als auf Gewichtstabellen und dubiose Diätprogramme verlassen soll. „Eine 40-jährige Frau hat nun mal keinen Körper wie ein 16-jähriges Model. Das müssen wir gelassen akzeptieren lernen.“

Lebenslust, Vitalität und Wohlbefinden sind die Grundprinzipien ihrer Act-Methode (Acceptance and Commitment Therapy), die aber auch durchaus schweißtreibend ist. Doch gemach: Zehn Minuten intensives Üben pro Tag genügen, meint Zapletal-Murphy, um alle wichtigen  Muskelgruppen zu kräftigen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Ein „Ernährungs-Einmaleins“ rundet das gelungene Buch ab, das auch Frauen Mut zur sportlichen Bewegung macht, die vor dem Jugendwahn unserer Gesellschaft bereits kapituliert haben.

Aber brauchen Frauen denn überhaupt ein anderes Training als Männer? Ja, weil sie mit anderer Motivation Sport treiben, schreiben die Sportwissenschaftler Jörg Birkel und Doreen Reymann in ihrem „Lauf-Guide für Frauen“. Frauen laufen, um abzunehmen, um die Gesundheit zu erhalten oder um Stress abzubauen. Bei Männern stehe dagegen eher der Wettkampfgedanke im Vordergrund, so die Autoren.

Ihr Buch, das speziell auf Bedürfnisse und Fragestellungen von Frauen abgestellt ist, erläutert zunächst die positiven Effekte eines regelmäßigen Trainings. Dabei räumen die Autoren auch gleich mit Vorurteilen auf: So ist ein abwechslungsreich gestaltetes Lauftraining weder langweilig noch schlecht für die Knie. Muskeln, Sehnen und Bänder werden gestärkt, und selbst Übergewicht darf kein Grund sein, auf Sport zu verzichten – man muss die Sache nur ruhiger angehen. Es folgen Übungen zum Aufwärmen, zur Dehnung und Kräftigung von Muskelpartien und schließlich das eigentliche Thema: Grundlagen des Laufens, Lauftechniken und Trainingspläne für alle Bedürfnisse. Fazit: ein rundum gelungenes Buch, das Einsteigerinnen, aber auch geübten Läuferinnen Motivation und vielfältige  Anregungen bietet.

Eckart Baier

Titel

  1. Fit ohne Geräte für Frauen
    • Verlagriva
    • Preis 16,99 €
    • ISBN 978-3-86883-250-1

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  2. Personal Fitness Trainer
    • VerlagDorling Kindersley
    • Preis 16,95 €
    • ISBN 978-3-8310-2325-7

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  3. Act ? Fit und happy mit 40
    • VerlagOrac
    • Preis 14,90 €
    • ISBN 978-3-7015-0544-9

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  4. Der Lauf-Guide für Frauen
    • VerlagBLV Buchverlag
    • Preis 19,99 €
    • ISBN 978-3-8354-1023-7

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