Literatur-Nachrichten

Ermittlungen hart am Wind

Im vergangenen Jahr eroberte Jean-Luc Bannalecs Kommissar Dupin die Herzen der Leser. Nun ist der zweite Fall erschienen: "Bretonische Brandung" führt Dupin auf die Inselgruppe der Glénan, wo drei Leichen angeschwemmt wurden. Wir haben für Sie die Fakten in Kürze.

Wer ist Jean-Luc Bannalec?, fragte sich im vorigen Jahr die Buchwelt, als sein Krimidebüt „Bretonische Verhältnisse“ zum Überraschungserfolg avancierte. Das Geheimnis um den Autor ist bis heute nicht gelüftet. Bannalec ist das Pseudonym eines Autors, der in Deutschland und im südlichen Finistère zu Hause ist. Mehr will der Verlag nicht verraten. Nun erscheint Band zwei: „Bretonische Brandung. Kommissar Dupins zweiter Fall“ – hier die Fakten in Kürze.  

Zwangsversetzt in die Bretagne: Seit vier Jahren ist Kommissar Dupin, ein „genuiner Pariser des sechsten Arrondissements“, Chef der Polizei von Concarneau an der französischen Küste. Als „Verbannung in die Provinz“ bezeichnet Dupins resolute Mutter, die Paris so gut wie nie verlässt, die Versetzung ihres Sohns in die Bretagne.

Drei Tote auf den Glénan-Inseln: Ausgesprochen übellaunig macht sich Dupin auf den Weg auf die Glénan. Zum einen, weil ihn die Nachricht von den drei Leichen beim Frühstück erreicht hat und er morgens mindestens drei „café“ benötigt. Zum anderen, weil er am Meer zwar den Strand schätzt, sich aber höchst ungern in ein Boot setzt.

Die Îles de Glénan: Zehn Meilen vor der bretonischen Küste liegt die Gruppe der Glénan, bestehend aus 22 Inseln und Inselchen, die größte, Le Loc’h, gerade einmal einige Hundert Meter lang. „Das Wasser war unfassbar klar. Jede Muschel, jedes Steinchen war zu sehen. Ein Schwarm winziger hellgrüner Fische huschte vorbei. Sie lagen vor der Nordseite von Le Loc’h. Nichts als blendend weißer Sand, türkisfarbenes flaches Wasser, das Meer lag vollkommen still in der Kammer. Dazu noch ein paar Kokospalmen – wohl die einzige Palmenart, so kam es Dupin vor, die in der Bretagne nicht wuchs –, und durch nichts wäre dieses Bild von der Karibik zu unterscheiden gewesen.“

Das Verbrechen: Die Glénan sind der Urgewalt des Atlantiks, dem wil­desten aller Weltmeere, nahezu schutzlos ausgesetzt. Wurden die drei Männer Opfer eines schlimmen Unwetters, das in der Nacht über dem Archipel tobte? Die Polizei tappt im Dunkeln – bis der Gerichtsmediziner Savoir (!) starke Beruhigungsmittel im Blut der Opfer findet. Es war also Mord.

Das Hauptquartier: Das kleine Café Les Quatre Vents auf Le Loc’h wird zum Hauptquartier für die Polizei – weil Kommissar Dupin hier seinen lebensnotwendigen „café“ und bretonische Spezialitäten wie die Cotriade bekommt: „Der Fischtopf – niemals durfte man Fischsuppe sagen – duftete unbeschreiblich. Dupin erkannte all seine Lieblingsfische: Lotte, Seebarsch, Rotbarbe, Dorade, Pollack, Kabeljau, Seehecht und Seezunge, seine Lieblingsmuscheln: Praires, Jakobsmuscheln, Miesmuscheln, Palourdes Grises und besser noch – Palourdes Roses –, dazu Langoustines in verschiedenen Größen sowie Krebse.“

Die Ermittlungen: Kommissar Dupin ist ein grundsolider Polizist alter Schule mit Sinn für gutes Essen und Abneigung gegen seinen Chef, der ihn ständig – und vergeblich –  versucht, telefonisch zu erreichen. Das bretonische Pendant zu Donna Leons Brunetti sozusagen. Wer Action mag, sollte die Finger von Bannalec lassen. Reden, Fragen stellen, mit dem Boot kreuz und quer durch die Glénan schippern: So nähern sich Dupin und sein Team dem Fall, den Inselbewohnern und den Gästen, die im Meer nach Schätzen tauchen. Die ideale Lektüre für  den Urlaub – nicht nur in der Bretagne.

Eckart Baier

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