Literatur-Nachrichten

Mit Phantasie und Fleiß

Die Jury hat entschieden: Sieger des Buchjournal-Schreibwettbewerbs 2014 ist Aeric Winter und seine Geschichte "Diskreter Betrachter". Beeindruckt hat die Juroren auch der Text der 16-jährigen Alexandra Bex, die einen der beiden Nachwuchs-Sonderpreise erhält. Beide Autoren können sich über ein Schreibseminar der Bastei Lübbe Academy als Preis freuen.

Das Thema "Verwandlung"  hat bei den Leserinnen und Lesern des Buchjournals jede Menge Phantasie freigesetzt: Rund 600 Texte wurden bis Ende Mai eingeschickt, unter denen die sechsköpfige Jury dann die 20 besten Geschichten in der Erwachsenen- und zwei in der Nachwuchs-Kategorie prämierte.

Die Preise für die beiden Sieger Aeric Winter ("Diskreter Betrachter") und Alexandra Bex ("Spring Schneewittchen"): Schreibseminare der Bastei Lübbe Academy, die auch in diesem Jahr den Buchjournal-Schreibwettbewerb als Medienpartner unterstützt. Zudem wird der preisgekrönte Text von Alexandra Bex in Heft 5 des Buchjournals abgedruckt (erscheint am 7. Oktober).  

Wie in jedem Jahr werden die Siegerinnen und Sieger bei der Frankfurter Buchmesse geehrt, und zwar am Samstag, 11. Oktober um 14 Uhr am Messestand des Bastei Lübbe-Verlags (Halle 3.0, C 83). Alle Buchjournal-Leser sind herzlich eingeladen!

Und hier finden die prämierten Autoren, deren Texte Sie unter dem jeweiligen Link nachlesen können:

1. Platz
Aeric Winter: Diskreter Betrachter

2. Platz
Marita Mogall-Thiesler: WG-Zimmer

3. Platz
Thomas Steierer: Der urbane Dorfdepp. Oder: Blind brother is watching you


4.-20. Platz
(in alphabetischer Reihenfolge)

Wilfried Abels: Fehler mit Folgen
Marika Bergmann: Goldene Sterne auf Blau
Martina Berscheid: Purpur
Nadine Bonnard: Der Prinz
Jenni Follmann: Die Nachbarn
Bettina Forbrich: Die Wandlung der Elfie B.
Inga Grüneklee: Zwischenwelt
Jonis Hartmann: Café Perspektive
Birgit Jennerjahn-Hakenes: Feuer und Flamme für die Integration
Utta Kaiser-Plessow: IFO 27
Conny Kammler: Nachts leuchten die Sterne
Gerhard Koll: Fluchtversuch
Edith Kramer: Das grüne Labyrinth
Petra Kroner: Wer hätte das gedacht?
Franziska Lange: Solange die Spieluhr sich dreht
Barbara Peters: Die rettende Tür
Britta Schneemann: Die Verwandlung


Sonderpreise Nachwuchs

Alexandra Bex: Spring Schneewittchen
Katharina Lukas: Bauer? Kuh!

 

Die Jury

  • Eckart Baier (Buchjournal)
  • Cordelia Borchardt (S. Fischer Verlage)
  • Nadja Einzmann (Buchjournal)
  • Caterina Kirsten (Literaturagentur Copywrite)
  • Ann-Kathrin Schwarz (Bastei Lübbe Academy)
  • Ines Thorn (Schriftstellerin)
 

 

 

Informationen zur Bastei Lübbe Academy finden Sie hier!

 

4 Kommentar/e

1. Jasper Smith 02.09.2014 21:52h 
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Liebes Buchjournal-Team und lieber Aeric,
die Siegergeschichte ist eine schöne Geschichte, die aber meines Erachtens einer "Creepypasta" einer kurzen Gruselgeschichte mit Namen "The Girl in the photograph " extrem ähnelt um nicht zu sagen
den exakten Plot besitzt
Die Geschichte findet sich im Internet; beispielsweiße hier Link:
http://www.creepypastaindex.com/creepypasta/the-girl-in-the-photograph (Erstellungsdatum 11 April 2013( !) )
Zudem wurde die Geschichte schon im Jahre 2012 als Hörspiel auf Deutsch vertont von dem Youtube Channel GermanCreepypasta.
https://www.youtube.com/watch?v=WbQU6gbPwH4

Einen Plot so zu kopieren erfüllt meiner Meinung nicht die Forderung nach Kreativität und den Leistungsanspruch für Platz 1.

2. Aeric Winter 04.09.2014 19:50h 
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Hallo Jasper!
Ich muss zugeben, ich bin beim Öffnen des Links fast vom Stuhl gekippt. Der Kern des Plots ist meinem wirklich verflucht ähnlich.
Ich weiß nicht, ob Du mir glauben wirst, aber ich kannte weder die Creepypasta noch das Video. Ich vermute aber, sie und meine Geschichte haben den gleichen Ursprung.

Meine Geschichte basiert auf einer Erzählung, die vor über zehn Jahren an meiner Uni nach dem Doppelsuizid einer Studentin und ihres Freundes die Runde machte. Ein Kommilitone erzählte, dass ein Foto der Studentin kursierte, dessen Besitz den Tod brachte. Auf diesen Bildern zählte sie an Händen ab, wie viele Menschen sie noch umbringen würde. Erst winkt sie (5 Finger) ganz harmlos und am Ende hält sie nur 4 Finger hoch.
Obwohl die Erzählung gut war, fragte ich "Häh? Und warum bringt sie die um?“ Ich sagte dem Erzähler, dass man das als vernünftige Kurzgeschichte formulieren müsse und er meinte, ich sollte das mal tun.
Dass diese Erzählung wahrscheinlich gar nicht von ihm stammte und mittlerweile als Creepypasta in die Internet-Folklore Einzug gehalten hat, wusste ich nicht als ich sie nach all den Jahren wieder ausbuddelte. Dass die Finger hoch- und nicht runterzählen habe ich geändert, weil man so die Tragweite erhöht (wie viel könnte sie noch umbringen?) und zwei Finger zu nehmen lag bei einer Asiatin sehr nahe (ich hätte sonst 2 Hände gebraucht). Ich dachte, ich hatte wirklich eine originelle Idee in den Händen, die Verwandlung gut thematisiert. Ich habe viele Tage Arbeit investiert um möglichst knapp darzustellen, welche Missstände an einer technischen Universität herrschen und was das in einer fiktiven Welt, in der makroskopische Quantenphänomene herrschen, für Konsequenzen haben kann. Und nun muss ich mir den Vorwurf anhören, das sei alles nur kopiert. Tja.
Vielleicht bin ich nicht der Einzige, der diese Idee hatte. Aber den anderen kannte ich nicht und meine Geschichte ist nicht dessen Geschichte.
Dir bin ich auch nicht böse, Jasper. Ich kann deinen Eindruck verstehen. Und, wie gesagt, ich kann auch verstehen, wenn Du mir nicht glaubst. Aber so ist es gewesen.

Ich denke, die Jury hat jetzt alle Informationen auf dem Tisch. Wenn sie meine Eigenleistung anzweifelt, ziehe ich die Geschichte vom Wettbewerb zurück. Jeder der anderen 19 hätte den Sieg sicher auch verdient.

3. Christine Vogl-Kordick 15.09.2014 18:43h 
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Vielen Dank, lieber Jasper. Ich finde deinen Hinweis sehr wichtig und hoffe doch, dass sich die Jury damit beschäftigen und auseinandersetzen wird. Gerade im Zeitalter des Internets ist das Thema Originalität bzw. Plagiat doch auf allen Ebenen und in allen Bereichen mit entsprechenden Konsequenzen auf dem Prüfstand.
Lieber Aeric, es ist doch wirklich sehr komisch, dass diese ganz große Ähnlichkeit da ist, wie du ja auch bemerkst. Ich finde es sehr gut, dass du dich in deinem Kommentar erklärst und deine Reaktion spricht für dich.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Kommentar der Jury? Für alle Teilnehmer und für die Reputation des Wettbewerbs wäre es sicherlich wichtig, die Sache gründlich zu prüfen und hierzu ein Statement abzugeben. Das spiegelt auch meine Erwartungshaltung wider.

4. Buchjournal-Redaktion 02.10.2014 11:34h 
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DerJury war die Geschichte "The Girl in the photograph" nicht bekannt, dies hätte für die Preisvergabe aber auch keine Rolle gespielt. Dass bekannte Stoffe immer wieder neu erzählt werden, ist nicht ungewöhnlich in der Literatur. Und keinesfalls handelt es sich ja um ein Plagiat im Sinne, dass Aeric Winter Sätze oder längere Passage wörtlich übernommen hätte. Die Jury war von der Story, ihrem Aufbau und der sprachlichen Ausgestaltung überzeugt und setzte Winters Geschichte daher auf Platz eins. Zudem ist seine Erläuterung, wie er auf die Idee für seine Geschichte gekommen ist, absolut nachvollziehbar.
Übrigens: Am Samstag, 11. Oktober, 14 Uhr, findet die Preisverleihung bei der Frankfurter Buchmesse statt! Wo? In Halle 3.0 am Stand C 83 der Bastei Lübbe Academy, die den Schreibwettbewerb unterstützt. Buchjournal-Leser sind herzlich eingeladen!
Viele Grüße,
Ihre Buchjournal-Redaktion

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