Spannung / Im Porträt

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Die dritte Stimme

Hohe Krimikunst

Ihr Debüt „Die Springflut“ war ein Paukenschlag. Mit „Die dritte Stimme“ setzen Cilla und Rolf Börjlind nun ihre Krimiserie fort und untermauern mit dem neuen Roman, dass sie nicht nur als Drehbuchautoren Extraklasse sind.

Wenn jemand weiß, wie Spannung geht, dann diese beiden: Cilla und Rolf Börjlind schrieben die Drehbücher für 26 Kommissar Beck-Krimis, für die Verfilmungen von Arne Dahls Thriller und für einige TV-Adaptionen von Mankells Wallander-Romanen. Ihre Skripte machten die beiden Autoren, die auch im normalen Leben ein Paar sind, in Schweden berühmt und den Skandinavien-Thriller zum Exportschlager. Doch Film und Fernsehen waren Cilla und Rolf Börjlind nicht genug: 2013 erschien ihr erster, hochgelobter Roman „Die Springflut“, zugleich Auftakt für eine Krimiserie, die nun mit „Die dritte Stimme“ fortgesetzt wird.

Erzählen als Herausforderung
„Das Verführerische daran, einen Roman zu schreiben, bestand für uns darin, dass wir dabei die totale Kontrolle über unsere Arbeit haben“, sagt Rolf Börjlind. Kein Produzent, der ihnen hineinredete, kein Regisseur und auch keine Schauspieler, die Extra­wünsche anmelden. Doch selbst Schreibprofis wie die Börjlinds müssen sich ins fiktionale Genre erst einfinden, schließlich bestehen 90 Prozent eines Drehbuchs aus Dialogen. „In einem Roman musst du dich auch um Sachen kümmern, die im Film andere Menschen übernehmen: Wie schauen die Leute aus? Wie sind sie angezogen? Wie schaut die Umgebung aus und so weiter.“

Das schwedische Autorenduo hat die Herausforderung mit Bravour bestanden: Ihr Debüt und nun auch der Folgeroman „Die dritte Stimme“ begeistern Leser und Kritiker, und das nicht nur wegen des raffinierten Aufbaus, höchster Spannung und der messerscharfen Beschreibung von gesellschaftlicher und sozialer Wirklichkeit in ihrer Heimat. Bemerkenswert ist auch das Personal, das Cilla und Rolf Börjlind aufbieten. Statt eines toughen Kommissars oder eines der üblichen Ermittlerteams stehen in ihrer Krimiserie gleich mehrere Personen im Mittelpunkt: die junge Polizeianwärterin Olivia Rönning, die übergewichtige, ältere Kommissarin Mette Olsäter und der abgestürzte Ex-Hauptkommissar Tom Stilton.

„Die dritte Stimme“ nimmt die Fäden des Vorgängerkrimis nahtlos auf, doch auch Leser, die erst mit Band zwei einsteigen, sind sofort mittendrin im Geschehen: Olivia, die ihrer Polizeikarriere den Rücken kehren will, mischt sich zum Ärger von Mette in eine Mord­ermittlung ein. Und Tom muss seinem Freund Abbas zur Seite stehen, der in Marseille den Mord an einer Freundin rächen will. Wie die Autoren die Handlungsstränge, die zunächst nichts mitein­ander zu tun haben, verknüpfen, ist die hohe Kunst des Schreibens – und garantiert erneut ein außergewöhnliches Lesevergnügen.

Eckart Baier

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