Kunst & Leben / Unterwegs im Buch

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Künstlerhäuser

Blick ins Künstlerleben

Bodo Plachta und Fotograf Achim Bednorz bitten in Wohnhäuser und Ateliers von Künstlern – und erzählen damit eine Kulturgeschichte von der Renaissance bis zur Moderne.

Sie sind der Genius Loci, an dem Kunst entsteht. Die Orte, wo sich privates Leben und Arbeit verbinden und offenbaren: Künstlerhäuser. Häufig sind sie steinerne Autobiografie und Medium für Zeitgeist, Kunstschaffen und für den Künstler selbst. Seit der Antike sind die Wohn- und Arbeitsstätten von Malern und Bildhauern Anziehungspunkte, werden verehrt und dokumentieren das Bild des Kunstschaffenden in seiner Zeit. Mehr als 40 Künstlerhäuser haben der Autor Bodo Plachta und der Fotograf Achim Bednorz quer durch Europa bereist und sie als kulturhistorisches Phänomen ausgemacht, das sich von der Renaissance bis in die Gegenwart verfolgen lässt und neben der Kunst den Künstler selbst inszeniert.

Viele sind mit komplettem Inventar erhalten und als Museen zugänglich: Dürer in Nürnberg, Cézanne in Aix-en-Provence, de Chirico in Rom, Liebermann in Berlin, die Meisterhäuser von Kandinsky, Klee oder Schlemmer in Dessau – alle erzählen ihre je eigene Geschichte von Künstlerbildern und Kunstrichtungen. Demonstrieren als Palazzo gesellschaftliches Ansehen, sind Refugium beim Rückzug in die Natur, inneres Exil, Zuflucht vor Verfolgung, zeugen von Ateliergemeinschaften, künstlerischen Aufbrüchen, neuen Lebenskonzepten oder sind selbst Kunstwerk – stilbildend für Architektur und Design. Sie alle laden zur spannenden Reise durch die Kulturgeschichte ein, die Plachta und Bednorz uns beeindruckend authentisch in Worten und Bildern nahebringen.

Giverny, Frankreich: Die berühmten Seerosenbilder entstanden am Teich in seinem Garten in Giverny. 1883 wurde „Le Pressoir“, die alte Kelter, Refugium für Claude Monet und seine zehnköpfige Patchworkfamilie – und der Garten zur Inspirationsquelle seines Spätwerks, das die Darstellung von Landschafts- und Naturerfahrungen zum Höhepunkt führt. Seit 1980 empfängt „Monets Giverny“ Besucher so, als wäre der Künstler bloß mal kurz aus dem Zimmer gegangen.
Son Abrines, Mallorca: Er wollte Platz. Nicht nur zum Malen, auch für Bildhauerei, Keramik, Druckgrafik. 1954 ließ Joan Miró von dem Architekten Josep Lluís Sert sein eigenwilliges Atelier erbauen; mit geschwungenen Dächern und den landestypischen Materialien Ziegel, Bruchstein, weißer Beton. Das Innere gestaltete Miró mit mallorquinischen Stühlen, Wandmalereien, Fotos und Fundstücken als Kunstwerk – zum Arbeiten.
Dessau, Deutschland: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“, schrieb Walter Gropius 1919 im Bauhaus-Manifest. Architektur als Gesamtkunstwerk sollte alle Kunstgattungen verbinden und die Grenze zum Handwerk überwinden. Seine Meisterhaus-Siedlung mit Doppelhäusern im Baukastenprinzip ist ein Meilenstein der Moderne und inspirierte ihre Bewohner, wie Feininger, Klee oder Kandinsky, zu enormer Produktivität.
Anita Strecker

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