Suche nach Schlagwort: Schreibwettbewerb 2012

Die Entscheidung ist gefallen – und die 20 besten Geschichten beim Buchjournal-Schreibwettbewerb 2012 stehen fest. Sieger wurde Sven Opitz mit seiner Erzählung "Schutzengels Alptraum". Zum Thema "Gut gemeint" haben die Redaktion mehr als 1.000 Beiträge erreicht. Am Samstag, 13. Oktober, 14 Uhr, werden auf der Frankfurter Buchmesse die Autoren geehrt. Kommen Sie vorbei in Halle 4.0 Stand D1339!

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Schreibwettbewerb 2012 - Die Siegergeschichte

Schutzengels Alptraum

Von Sven Opitz„...sometimes i dream where all the other people dance...“ (The Cure)Wissen Sie, was das Blöde an der Unsterblichkeit ist? Man hat nichts zu tun! Gar nichts. Also, nichts richtiges.

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Schreibwettbewerb 2012

Doppelt gut gemeint

Von Annegret Koerdt Nach der Magenentleerung war der Fall klar. Das Opfer war an einer Blausäurevergiftung gestorben. Bereits der starke Bittermandelgeruch des Mageninhalts ließ diese Schlussfolgerung zu. Da war der Cyanidnachweis durch die chemische Analyse nur noch reine Formsache.

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Schreibwettbewerb 2012

Der Bote

Ilija MatuskoIch kam gerade aus der Postgasse und ging in die Maingruberstraße, vorbei am alten Postamt, ein mit dunklen Schindeln bedachtes Gebäude, das der schiefen Kopfsteinstraße in meinem Rücken ihren Namen gab, als mir Benthofer, mit dem ich fast an der Biege zur Reuterstraße zusammenstieß und der mein Erdkundelehrer bis zur zehnten Klasse gewesen war, beinahe ausdruckslos den Tod von Hilmer mitteilte. Ein Draht sei gespannt worden, sagte er.

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Schreibwettbwerb 2012

Im Winter am Teich

Von Lena HachSaskia holte mich mit dem Rad ab, wir fuhren zum Teich und dort machte sie mit mir Schluss. Den Teich hatte ich ihr überhaupt erst gezeigt, kurz, bevor wir zusammengekommen waren. Wir hatten uns zum Picknick treffen wollen und ich hatte gesagt, Ich weiß wo.

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Schreibwettbewerb 2012

Erzähl mir was!

Von Eva ScalaLieber würde ich sie im Garten herumführen, sie vorne im Rollstuhl und ich hinten für mich allein mit ein paar Gedanken und - in Bewegung. Aber es nieselt heute, ein endloses graues Novembernieseln. So muss ich halt reden:„So viel erleb ich auch nicht. Die Arbeit und die Wochenenden – ja. Oskar ist auch viel unterwegs. Er hat ein neues Auto gekauft. Und der nächste Urlaub – der ist noch weit entfernt.“

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Schreibwettbwerb 2012

Laras erster Tag

Von Karen ErbsWenn der fremde Mann sie noch einmal anfasste, würde sie laut schreien, dachte Lara und suchte zitternd Schutz in der Zimmerecke. Summend senkte sie den Kopf zwischen ihre Schultern. Presste ihren dünnen Körper an die Wand. Schamröte erhitzte Laras Wangen, als sie spürte, dass sie sich gerade aus Angst in die Hose pinkelte. 

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Schreibwettbewerb 2012

Hartmut

Von Susanne WeigelPlötzlich stand er neben ihm. Sein langer schwarzer Mantel berührte das Waschbecken, in das Hartmut gerade die letzten Zahnpastareste gespuckt hatte. Es war Freitag, drei Minuten vor neun und er sah aus, wie Hartmut ihn sich immer vorgestellt hatte. Hartmut versuchte ihn zu ignorieren, indem er die Zahnbürste zurück in den grünen Becher stellte und das Waschbecken sauber machte. Es war ihm unangenehm, dass ihm jemand bei seiner täglichen Morgenputzaktion zusah. Hartmut zupfte sich an seiner gestreiften Schlafanzughose. Es war ihm besonders unangenehm, dass er zusah.

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Schreibwettbwerb 2012

Gut gemeint

Von Christine AmmannAls die Tür mit leisem Summen aufschwingt, tritt Avatar 10110 ein. Außer ihm ist noch niemand zu sehen. Er dreht sich einmal um seine Achse und scannt den Raum, dann kippt er den Kopf in den Nacken und vermisst die Decke.

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Schreibwettbewerb 2012

Australien, 1947

Von Blanca Ehms Ein Mischling zu sein bedeutet meistens, das Resultat einer Vergewaltigung zu sein, die von einem weißen Mann an einer schwarzen Aborigine-Frau verübt wurde. Ich denke, im Grunde weiß das jeder, aber darüber geredet wird nicht. Es ist sogar verboten darüber zu reden, und manchmal habe ich das Gefühl, dass es verboten ist, auch nur daran zu denken.

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Schreibwettbwerb 2012

Die Geschichte von der Losigkeit

Von Juliette Bensch"Regentropfen, die an dein Fenster klopfen.“ Sie wusste nicht mehr, wie das Lied weiterging. Sie hörte genau die knarzige Männerstimme, die die Zeilen sang. Dann und wann ein Knistern einer imaginären Nadel auf einer Schallplatte.

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Schreibwettbewerb 2012

Farbe und Papier

Von Annick RietzDie Musik im Hintergrund säuselte etwas von Freiheit, Glück und Liebe, die Farbe auf dem Papier schrie nach mehr. Ich hatte nicht viel geschafft, in der Zeit. Aber es war mir egal. Nicht wichtig. Ich drehte den roten Fineliner zwischen den Fingern und schaute auf meine Hände. Wie sie sich bewegten, nur mir gehorchten. Ich nahm den Stift fest in die Hand und setzte ihn an meinen linken Handrücken.

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