Belletristik

Teufelskrone
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Rebecca Gablé© Olivier Favre

"Er ist ein typischer Waringham"

Die Königin des historischen Romans kehrt mit „Teufelskrone“ ins englische Mittelalter zurück: zu den Waringhams, die Rebecca Gablés Fans besonders lieben – und zu einem bis heute bedeutenden historischen Moment. 

Im Mittelpunkt von „Teufelskrone“ steht ein Waringham. In Ihrem neuen Roman erzählen Sie aber auch die Geschichte von Richard Löwenherz und seinem Bruder John. Bekannt ist sie vor allem durch die Robin-Hood-Verfilmungen. Warum rollen Sie diese Geschichte neu auf?
Die Legende und die Verfilmungen sind weit von der Historie entfernt, und es war mir ein Anliegen, ein paar Dinge richtigzustellen. Vor allem: Richard Löwenherz war ein erbarmungsloser Schlächter und vollkommen empathieunfähig. Darum war er militärisch meistens erfolgreich, und das hat seinen Ruhm begründet. 

Sein Bruder und Nachfolger John gilt als der schlechteste König, den England je hatte. Ist dieses Image verdient?
Es gab schlimmere – zum Beispiel Richard. Aber ich habe John vor allem als historische Hauptfigur gewählt, weil seine Biografie so viel unbekannter ist als die des schillernden Bruders. Gereizt hat mich auch die skurrile Tatsache, dass Johns größte Leistung eine unfreiwillige war: die Unterzeichnung der Magna Charta, die ihm 1215 abgerungen wurde – sie gilt als Geburtsstunde des Rechtsstaats und der parlamentarischen Demokratie. Ich fand es spannend zu erzählen, wie es dazu gekommen ist.

Die Hauptfigur Ihres neuen Romans ist Yvain of Waringham. Was hat Sie an ihm vor allem gereizt?  
Er ist insofern ein typischer Waringham, als er immer Gefahr läuft, sich um Kopf und Kragen zu reden. Diese Aufrichtigkeit mag ich an ihm genauso wie an seinen Verwandten. Yvain ist ein typischer Vertreter der normannischen adligen Oberschicht im England des frühen 13. Jahrhunderts und in den Konventionen seiner Klasse gefangen. Aber manchmal kann er sie aufbrechen, denn er hat eine Schwäche für Außenseiter. Diese anarchische Neigung, die Yvain oft in Schwierigkeiten und auch in Johns Nähe bringt, hat mir die Figur besonders sympathisch gemacht. 

„Teufelskrone“ spielt in England und auf dem Kontinent. Gibt es einen Ort, der Ihnen besonders wichtig ist?
Der bewegendste Schauplatz, den man heute noch besichtigen kann, ist Runnymede, die Wiese am Ufer der Themse: Dort hat John die Magna Charta unterzeichnet. Denkmäler und Kunstwerke erinnern an diesen Meilenstein der Menschheitsgeschichte. Aber sie wären nicht nötig, um die Einzigartigkeit des Ortes zu betonen; man spürt sie auch so. 

Das gekürzte Hörbuch erscheint bei Lübbe Audio. Gelesen von Detlef Bierstedt.
12 CDs, 28,- €

Interview: Sabine Schmidt

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