Spannung

Tote Hand
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© Van-Den / iStock

Der Tote von der Mangfallmühle

Polizist Leo Kreuthner und seine Freunde wollen die rechte Hand eines Kumpanen beerdigen – und finden eine Leiche. Andreas Föhrs achter Tegernsee-Krimi ist erneut ein Volltreffer. Und Sprecher Michael Schwarzmaier macht die Hörbuchfassung zum Erlebnis.

Ein „Solo-Sie“ ist das Traumblatt jedes Schafkopf-Spielers. Und weil ­Johann Lintinger genau diese Karten einst in seiner Rechten hielt, kann sein Kumpel, Polizeiobermeister Kreuthner alias „Leichen-Leo“, nicht hinnehmen, dass man die Hand ganz unbeachtet entsorgt. Lintinger hat sie sich nämlich bei einem Unfall mit der Schrottschere abgetrennt und das Angebot der Ärzte abgelehnt, sie zu replantieren. Um der Hand die letzte Ehre zu erweisen, holt Kreuthner sie aus der Klinik und will sie zusammen mit seinen Saufkumpanen hinter dem Wirtshaus „Zur Mangfallmühle“ beisetzen. Ausgerechnet neben der „Kapelle zur toten Hand“, versteht sich. Doch die Grabstätte ist bereits belegt: Kreuthner und seine Freunde stoßen beim Schaufeln auf eine Leiche.

Andreas Föhr© Jana Kay

Das Schlitzohr Kreuthner verschafft dem neuen Tegernsee-Krimi wie üblich nur die halbe Würze: Sein Vorgesetzter, Kommissar ­Clemens Wallner von der Kripo Miesbach, macht die Sache rund. Denn anders als der Bayern-Anarcho bleibt der Chefermittler meist brav auf der gesetzestreuen Spur. Wallner und Kreuthner haben es bei der Leiche mit einem Frankfurter Unternehmensberater zu tun. Was trieb den Mann nach Miesbach? 

Andreas Föhr schafft es auch im achten Roman seiner Kultserie, humorvoll wie auch hintersinnig-klug zu unterhalten. Und sogar Missstände wie häus­liche Gewalt versteht er differenziert anzuprangern.

Michael Schwarzmaier wurde 1940 geboren und machte sich als Theater- und Filmschauspieler einen Namen. Daneben arbeitet er seit vielen Jahren als Synchronsprecher und hat mehr als 100 Hör­bücher eingelesen.© Dennis König

Michael Schwarzmaier liest

Tatort Miesbach

Spannung und Komik, brutale Verbrechen und schräger Humor: Das sind die Markenzeichen von Andreas Föhrs Alpenkrimis. Zusammen mit dem kräftigen Schuss Lokalkolorit und der bayerischen Mundart könnte eine Lesung im Nullkommanichts zum Klamauk werden. Allerdings nicht, wenn Michael Schwarzmaier am Werk ist. Auch in „Tote Hand“, dem neuen Fall des Ermittlerduos Wallner & Kreuthner, gelingt dem Föhr-erfahrenen Hörbuchsprecher diese Gratwanderung spielend. In der Welt der Kripo Miesbach fühlt er sich hörbar pudelwohl.

Souverän wechselt Schwarzmaier zwischen Hochdeutsch und Dialekt, verleiht selbst den schrulligsten Typen mit seiner markanten Stimme Charakter und Tiefe, ohne sie zu parodieren. Die Geschichte um Lintingers rechte Hand und eine halb verweste Leiche im Erdreich hinter der Mangfallmühle macht Schwarzmaier zum packenden Hörerlebnis, bei dem sieben Stunden wie im Flug vergehen.

Andreas Föhr Tote Hand Gelesen von Michael Schwarzmaier. Argon Verlag, 7 CDs, 19,95 €
pms

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