Spannung / Wortwechsel

"Ein Vergnügen, Kutscher zu lesen"

Als gebürtiger Berliner ist er der ideale Sprecher für Volker Kutschers Gereon-Rath-Serie: Im Interview gibt David Nathan ­Auskunft über die speziellen Herausforderungen dieser Krimis. 

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Lunapark

Was ist für Sie das Besondere an den Kriminal­romanen von Volker Kutscher?
Es sind zwar klassische Kriminalfälle im Sinne von „Kommissar löst Fall“, das ­Besondere ist aber die Zeit, in der die Romane spielen, also die 30er Jahre in Deutschland, kurz nach der Machtergreifung Hitlers. Mich persönlich interessiert diese Zeit übrigens auch sehr. 

Wo liegen für Sie als Sprecher die speziellen ­Herausforderungen der Gereon-Rath-Krimis?
Es gibt viele Figuren, die mit starkem, altmodischem Berliner Akzent sprechen. Das ist gewiss eine Herausforderung, aber wer wäre dafür besser geeignet als ich, der ich als gebürtiger Berliner den Dialekt aus dem Effeff beherrsche? (lacht) Diesen leicht proletarischen Akzent gibt es fast nicht mehr; er hat aber im Osten, wo ich aufgewachsen bin, überlebt.

Lesen Sie die Krimis als gebürtiger Berliner mit besonderem Interesse? 
Ich lese sie mit besonderem Interesse, weil ich ein Faible für die Zeit der 1920er und 1930er Jahre habe, und die Handlung spielt eben in Berlin – einem Berlin, das zwar damals schon so groß und voll war wie heute, aber noch ohne den Verkehr. Als Berliner hat man zu dem Setting der Bücher daher wohl einen besonderen Bezug, es geht schließlich um meine Stadt. In den Kutscher-Krimis erstaunt es mich immer, wenn Orte beschrieben werden, die heute immer noch genauso aussehen wie damals. Die Beschreibungen von Volker Kutscher sind so lebendig, detailreich und gut recherchiert, dass es für mich ein Vergnügen ist, die Krimis zu lesen.

Wie bereiten Sie sich auf eine Lesung wie „Lunapark“ vor?
Für mich besteht die Vorbereitung darin, das Buch einmal komplett durchzulesen. Die Hauptarbeit und die Recherche hat ja bereits der Autor gemacht, meine Aufgabe ist es, das Buch stimmlich mit Leben zu füllen. 

Kinogänger kennen Sie als die deutsche Stimme von Johnny Depp. Welcher Job macht mehr Spaß – Bücher einlesen oder Filme synchronisieren?
Da gibt es bei mir keine Gewichtung – mir macht beides gleich viel Spaß, besonders auch die Abwechslung, die beides bietet. Abgesehen von Mikro und Studio sind das zwei völlig verschiedene Arbeitsfelder. Beim Hörbuch habe ich mehr Freiheiten und entscheide selber, wie ich einen Charakter anlege oder den Text vortrage. Beim Synchron spiele ich nach, was der Schauspieler bereits geleistet hat – es ist eine Spiegelung dessen, was bereits da ist. Das ist wieder eine andere Herausforderung.

Hier finden Sie mehr zu Volker Kutscher und zu seinem neuen Krimi "Lunapark"! 

Eckart Baier

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