Rat & Wissen

Herkunft und Heimat

Ali Can bezeichnet sich selbst halb im Scherz als „Asylbewerber Ihres Vertrauens“. Tatsächlich ist er einer der tatkräftigsten Integrationsbeauftragten der deutschen Zivilgesellschaft.

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Mehr als eine Heimat

Der kurdische Alevit Ali Can, der 1995 nach Deutschland kam, kämpft unermüdlich gegen Intoleranz und Rassismus. Unter dem ­Motto „Und nun gehen wir raus und machen die Welt ein Stückchen besser“ tritt der Sozialaktivist in Workshops, Talkshows und seinem Youtube-Kanal „Alimania“ für Respekt und Vielfalt ein. Auf dem Höhepunkt der Pegida-Bewegung initiierte er die viel beachtete „Hotline für besorgte Bürger“, 2019 gründete er das Essener VielRespektZentrum. Zuletzt brachte Can unter dem Hashtag MeTwo Migranten dazu, sich nach dem Vorbild der MeToo-Bewegung über ihre Diskriminierungserfahrungen zu äußern. 

In seinem neuen Buch „Mehr als eine Heimat. Wie ich Deutschsein neu ­definiere“ zieht er eine MeTwo-Bilanz: in Anekdoten, Analysen und Gesprächen mit Betroffenen und Experten. Can ist in Deutschland angekommen, ohne seine Herkunft zu verleugnen, und dieses Kunststück traut er jedem zu. Alle Menschen, so seine These, können (und müssen manchmal) heute „mehr als eine Heimat“ haben.

Die zwei Herzen, die dann in ihrer Brust schlagen, müssen sich nicht gegenseitig aus dem Takt bringen, sondern können sich sogar stärken. Heimat, wie Can sie selbstbewusst neu definiert, ist keine fixe, konservative Idee, sondern die Gesamtheit der Werte, die Einheimische und Migranten teilen. Deutschsein ist daher keine Frage von Blut und Boden mehr: Vielfalt ist „das neue Made in Germany“. Cans Plädoyer für Heimat im Plural ist ein optimistisches Mutmacher-Buch zur rechten Zeit – Devise „Rausgehen und loslegen!“. 

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