Rat & Wissen / Vorgestellt

In die Zukunft denken

Im April wird Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder 70 Jahre alt. In seinem neuen, streitbaren Buch analysiert er Deutschlands Stärken und Schwächen – und sagt, wie der Weg in eine erfolgreiche Zukunft aussieht.

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Klare Worte

In der politischen Arena war Gerhard Schröder ein Schwergewicht: Er sagte, was er meinte. Schröder wusste auf populäre Weise unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen. Auch gegenüber den USA, denen er die Gefolgschaft im Irakkrieg verweigerte. Und auch gegenüber den eigenen Genossen, als es um die Reform des Sozialstaats ging.

Nach dem Ende seiner Kanzlerschaft hat er sich nicht auf die Rolle des Elder Statesman zurückziehen mögen und sich von der aktiven Politik verabschiedet. Im Gespräch mit Georg Meck blickt er jetzt zurück – nicht im Zorn, doch mit einer Offenheit, wie man sie selten findet. Unter einer rauen Schale zeigt sich der einst „Genosse der Bosse“ titulierte Schröder verletzlich.

Ja, er habe sich aus einfachen Verhältnissen nach oben geboxt, hat eine sozialdemokratische Musterkarriere gemacht: Abitur, Jurastudium, dann der Weg zum Juso-Chef, niedersächsischen  Landesvater, Bundeskanzler. Aber innere Sicherheit, wie sie eine großbürgerliche Erziehung vermittle, habe er nie gewonnen.

So sehr er die Umgangsformen konservativer Politiker wie Bush und Chirac zu schätzen gelernt hat, so scharf kritisiert er im Gespräch, dass noch immer das Elternhaus über Karrieren entscheidet. Ob Verflechtung von Wirtschaft und Politik, die Scheinheiligkeit des Westens gegenüber der Türkei, Energiewende und die fatale Neigung der SPD, lieber die Lehre hochzuhalten, als an der Macht zu bleiben – Schröder zeigt, wie man Probleme so auf den Punkt bringt, dass sich darüber produktiv streiten lässt. Seine „Klaren Worte“ sind derzeit das stärkste Mittel gegen Politikmüdigkeit auf dem Markt.

Vita
Gerhard Schröder war von 1990 bis 1998 Ministerpräsident von Niedersachsen und von 1998 bis 2005 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Georg Meck ist stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Ulrich Baron

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