Cornelia Funke: DER FLUCH DER AURELIA

„Die Geschichte stellte sich ungefragt ein“

5. November 2021

Cornelia Funke selbst hat einen Heidenrespekt vor tiefem Wasser. Ein guter Grund für die Bestsellerautorin, ihr neues „Drachenreiter“-Abenteuer in der Tiefsee spielen zu lassen, wo Meerleute leben, Laternenfische – und ein Ungeheuer. 

Cornelia Funke

Eigentlich hatte sich Ben, der Held Ihrer „Drachenreiter“­-Saga, schon so darauf gefreut, reichlich Zeit mit den im ­Himalaya geschlüpften 13 Drachenbabys zu verbringen. Doch jetzt ruft man nach ihm. Warum? Weil sich ein sehr altes ­Wesen namens Aurelia in den Tiefen des Ozeans regt. Es kommt, um neues fabelhaftes Leben in die Welt zu bringen. So hat ­das Aurelia schon oft getan. Doch sollte jemand sie bedrohen, wenn sie auftaucht, dann wird sie alle Fabelwesen mit sich nehmen – einschließlich der jungen Drachen. 

Im dritten Teil der Saga warten auf die ­Leser etliche Überraschungen. Können Sie uns schon etwas verraten? Mhm. Vielleicht, dass sie Fliegenbeins tot geglaubten Bruder Freddie treffen werden. Einen Mann aus Kupfer und einen anderen, der ein Seestern ist. Und dann ist da natürlich Cadoc Aalstrom, ein Feind, mit dem Barnabas ­Wiesengrund, Bens Adoptivvater, einst zur Schule gegangen ist.

Sieben großformatige Notizbücher hat Cornelia Funke zu „Der Fluch der Aurelia“ vollgeschrieben und -gemalt

Es ist ein großes Vergnügen, in Ihren neuen Drachenreiter- Notizbüchern zu blättern, die prall gefüllt sind mit Skizzen, Fotos und Handschriftlichem. Was bedeuten die Hefte für Sie? Ich bereite alle meine Bücher inzwischen so vor. Ich stelle der Geschichte Fragen, finde so langsam mehr über sie und ihre Helden heraus, erforsche Motive, die sich in ihr verbergen, ­recherchiere den Ort, an dem sie spielt, und zeichne viele der ­Kreaturen, die in ihr vorkommen sollen. In diesem Fall waren das natürlich viele Wasserwesen, aber auch Kojoten und Bären. Aber die Notizbücher sind immer auch schon mit der ersten ­Fassung des Textes gefüllt. 

Sie sind von Ihren Fans sicher lange bestürmt worden, einen weiteren Drachenreiter-Band zu schreiben. Haben Sie sich zu „Der Fluch der Aurelia“ etwa überreden lassen? Nein, ganz und gar nicht! Die Geschichte stellte sich ganz ungefragt ein, und sie ist meine Liebeserklärung an Malibu und Kalifornien. 

Interview: Verena Hoenig

Über die Autorin

Cornelia Funke ist die ­international ­erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Viele ihrer Werke wurden mit großem Staraufgebot ­verfilmt. Gerade ist sie von Kalifornien nach Italien gezogen. 

Cornelia Funke
Der Fluch der Aurelia

Drachenreiter. Bd. 3.
Dressler, 432 S., 20,– €, ab 10,
ISBN 978-3-7513-0026-1