Gustaf Skördeman: GEIGER

Der Kalte Krieg erwacht

6. Mai 2021

Ein heimtückischer Mord in Stockholm offenbart alte Netzwerke Schwedens zur einstigen DDR. Gustaf Skördemans packendes Debüt „Geiger“ ist eine explosive Mischung aus Spionage und Verbrechen. 

Agneta und Stellan Broman genießen im Nobel-Ambiente ihren Ruhestand. Gerade verabschieden sie ihre Kinder und Enkel in ihrer Stockholmer Traumvilla. Opa Stellan zieht sich in den Sessel zurück, Oma Agneta winkt von der Treppe aus allen nach. Da klingelt das Telefon. Agneta hebt ab. „Geiger?“, fragt eine Stimme. „Ja“, antwortet sie nur. Dann legt sie auf, geht ins Schlafzimmer und holt eine Makarow aus dem Nachttisch. Auf dem Weg ins Wohnzimmer lädt Agneta die Pistole, nähert sich ihrem Ehemann von hinten und setzt die Mündung an seinen Kopf. Dann drückt sie ab. 

Stellan war Star-Moderator in den großen Tagen schwedischer Fernseh­unterhaltung. Sein Tod schockiert die Nation. Doch niemand ahnt, wer das TV-Urgestein „Onkel Stellan“ erschossen hat. Kommissarin Sara Nowak kennt die Bromans auch privat bestens. Sie beginnt zu ermitteln, obwohl sie gar nicht zuständig ist. Was hat Stellan einst mit der DDR und der Stasi verbunden? Ob KGB, ob schwedischer Geheimdienst: Wer spielte welche Rolle im Kalten Krieg? 

Gustaf Sköderman, ein prominenter schwedischer Filmemacher, hat ein ­explosives Thrillerdebüt vorgelegt. Der Auftakt zu seiner Trilogie taucht tief ein in die Spionagewelt von einst, die den John-le-Carré-Fan „extrem fasziniert“. Das zweite große Thema Gewalt gegen Frauen macht „Geiger“ zudem hochaktuell. Skördeman entstaubt das Spionagethriller-Genre, gibt ihm einen besonderen Dreh – und macht definitiv Lust auf Band zwei.

PMS

Gustaf Skördeman
Geiger

Übersetzt von Thorsten Alms. 
Lübbe, 495 S., 16,– €, 
ISBN 978-3-7857-2737-9

Gustaf Skördeman

Gustaf Skördeman, geboren 1965, ist Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent. „Geiger“ ist sein schriftstellerisches Debüt, das auf Anhieb ein Erfolg wurde und in 20 Ländern erscheint. Skördeman lebt mit seiner Familie in Stockholm.